Klaus Ikemann, Geschäftsführer des Gartencenters Hilgert, freut sich auf die Saison. Passend zu den plötzlichen Frühjahrstemperaturen darf er nun auch wieder direkt Pflanzen und Sämereien verkaufen. © Stephan Rape
Erste Lockerungen

Run auf Pflanzen: Gartenmärkte kehren langsam zu normalem Geschäft zurück

Die ersten Lockerungen für Gartenmärkte und die frühlingshaften Temperaturen hätten nicht pünktlicher zusammenfallen können. Da wird teilweise sogar der Nachschub knapp.

30 Grad Temperaturanstieg binnen weniger Tage, das hat auch Klaus Ikemann so noch nicht gesehen. Der Geschäftsführer des Gartencenters Hilgert kommt kaum hinterher, seinen Betrieb auf den plötzlichen Frühling umzustellen. Gerade am Dienstagmorgen war er noch auf einer Pflanzenauktion am Niederrhein. „Das ist schon krass. Die Pflanzen kosten im Einkauf mehr als das Doppelte“, sagt er.

Schönes Wetter brachte Run auf die Pflanzen

Im Außenbereich seines Betriebs sieht es noch nicht überall nach Frühjahr aus. Viele Pflanztische sind noch oder schon wieder leer. „Seit vergangenem Donnerstag hat es einen regelrechten Run gegeben“, sagt er und strahlt dabei über das ganze Gesicht. Bis dahin habe er deutlich unter 50 Prozent des normalen Umsatzes verzeichnet. Und 60 bis 70 Prozent weniger Frequenz im Geschäft als üblich.

Schnittblumen und Tiernahrung durfte er auch während des bisherigen Lockdowns verkaufen. Seit Anfang der Woche sind Pflanzen und Sämereien dazu gekommen. „Damit machen wir rund 50 Prozent unseres Umsatzes“, erklärt er. Weitere Sortimente – etwa Gartenmöbel, Grills oder auch Deko-Artikel – sind vom Verkauf vor Ort ausgeschlossen. Die würden auch über den Online-Shop nicht besonders stark nachgefragt.

Onlineshop soll nach der Pandemie fortgeführt werden

Dass er überhaupt mal einen Onlineshop einrichten würde, hätte er vor der Pandemie nicht gedacht. „Wir sind klassischer, stationärer Einzelhandel. Wir leben von der Beratung“, sagt Klaus Ikemann. Er habe überhaupt kein Interesse daran, Artikel online zu verkaufen und bis nach München zu verschicken. Als zusätzliches Schaufenster für den eigenen Laden wolle er den Online-Shop (shop.gartencenter-hilgert.de) aber auch in Zukunft weiterführen. Mit einem Basisangebot. „Das funktioniert gut“, sagt er.

Natürlich wolle er sich nicht beschweren. Insgesamt verstehe er die Regelungen ja. Es gehe darum, Kontakte zu reduzieren. Das sei ja auch richtig. Und: „Ich bin ja schon froh, dass wir überhaupt verkaufen dürfen“, sagt er. Das sehe für andere Einzelhändler ja deutlich finsterer aus.

„Manche Regelungen sind schwer zu vermitteln“

Trotzdem seien manche Regelungen teilweise nur schwer zu vermitteln: „Wir dürfen beispielsweise Pflanzen und Sämereien verkaufen“, erklärt er. Auch Blumenerde oder eine Vase für Schnittblumen gingen noch in Ordnung. „Einen Spaten darf ich aber nicht verkaufen“, erklärt er. Zumindest nicht an Kunden vor Ort. „Sie können online oder per Telefon bestellen“, sagt Klaus Ikemann. Dann stelle er die Artikel zur Abholung bereit.

Daran hätten sich die Kunden in der Zwischenzeit auch schon gewöhnt. „Sie nehmen es mit Humor“, sagt er. Auch mit den übrigen Regelungen, etwa der Einkaufswagen- oder Maskenpflicht gebe es eigentlich keine Probleme mehr.

Trotz allem glaubt er an ein erfolgreiches Jahr: „Das wird so wie 2020. Die Leute wollen es sich wenigstens zu Hause schön machen, wenn der große Urlaub schon ausfällt“, sagt er. Allerdings traut er dem Wetter noch nicht: Auch wenn der Klimawandel spürbar werde, bis zu den Eisheiligen im Mai könne es nochmal empfindlich kalt werden. Zumindest nachts.

Hellweg-Baumarkt öffnet teilweise wieder für Kundschaft

Auch der Hellweg-Markt am Düwing Dyk 1 verkauft wieder Pflanzen und Zubehör. Wie das Unternehmen in einer Pressemitteilung erklärt, ist der Gartenmarkt wieder geöffnet.

Kunden, die auch Artikel aus dem übrigen Baumarktsortiment benötigen, müssen weiter den „Click & Collect-Service“ nutzen. Der restliche Baumarkt ist nämlich weiterhin geschlossen.

Auch im Hellweg-Baumarkt ist der Gartenmarkt inzwischen wieder geöffnet. Auch dort ist allerdings das übrige Sortiment nicht für Privatkunden zugänglich.
Auch im Hellweg-Baumarkt ist der Gartenmarkt inzwischen wieder geöffnet. Auch dort ist allerdings das übrige Sortiment nicht für Privatkunden zugänglich. © Stephan Rape © Stephan Rape

Wunschartikel können telefonisch, Tel. (02561) 95982610 oder online unter www.hellweg.de bestellt werden. Sie können dann am Markt an der Pick-Up-Station auf dem Parkplatz kontaktlos abgeholt werden. Wie das Unternehmen erklärt, sei die Ware in der Regel binnen zwei Stunden abholbereit.

Über den Autor
Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
Zur Autorenseite
Stephan Rape

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.