Ratsentscheidung zur Windkraft bedeutet Rückschlag für Mee Wind GbR

dzWindkraft

Ernüchterung bei Reinhard Benneker und der Mee Wind GbR: Nach der Ratssitzung sieht er die Umsetzung seiner Pläne, zwei Windkraftanlagen zu bauen, in weiter Ferne.

Ahaus

, 20.11.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Stadt Ahaus wird den Teilflächennutzungsplan „Windenergie“ neu aufstellen. Das beschloss der Rat am Donnerstagabend einstimmig. Und das kann dauern. In einer früheren Sitzung hatte Stadtplaner Walter Fleige von zwei Jahren gesprochen, die sportlich seien. Jetzt im Rat wollte er sich nicht festlegen.

Das ist ein Rückschlag für Reinhard Benneker und Heinz-Josef Kappelhoff, die mit ihrer Mee Wind GbR zwei Windkraftanlagen auf Flächen von Kappelhoff zwischen Alstätte und Graes bauen wollen. „Das wirft uns zurück“, sagte Reinhard Benneker auf Anfrage.

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Sie haben alles dafür getan, haben schon vor Jahren ein Artenschutzgutachten erstellt und sind vor das Oberverwaltungsgericht gezogen. Der Grund: Ihre Bemühungen waren gescheitert, dass die „Potenzialfläche B“ (hier liegen die Flächen von Kappelhoff) in die Konzentrationszone für die Windenergienutzung aufgenommen würden.

Vor dem Oberverwaltungsgericht auf einen Kompromiss gehofft

Sie haben gewonnen vor dem Oberverwaltungsgericht Münster. Und doch verloren. Dem Urteil zufolge gibt die Stadt Ahaus auf ihrem Gebiet der Windkraft „substanziell zu wenig Raum“. Der 10. Senat hatte den Plan „Konzentrationszonen für Windenergie“ für ungültig erklärt.

Benneker und Kappelhoff hatten eigentlich auf einen Kompromiss gehofft, der ihnen die Weiterverfolgung ihrer Pläne erlaubt hätte. Denn die Erstellung eines neuen Teilflächennutzungsplans, eventuell noch eines darauf folgenden Bebauungsplans, dauert Jahre.

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Noch vor der Ratssitzung hatten sie einen Bauantrag beim Kreis Borken eingereicht, hatten gehofft, über eine „gemeindliche Einigung“ weitermachen zu können. In der Ratssitzung dann kam die klare Aussage für einen Aufstellungsbeschluss. Einen Antrag der Grünen-Fraktion, der Mee Wind GbR vorab Bau und Betrieb von zwei Windkraftanlagen zu ermöglichen, lehnte der Rat ab.

„Man hätte mehr Mut zeigen können“

„Ich bin enttäuscht“, sagte Reinhard Benneker. „Man hätte mehr Mut zeigen können – im Sinnes des Klimaschutzes.“ Nach wie vor ist er überzeugt, dass die Potenzialfläche B im neuen Teilflächennutzungsplan eine Konzentrationszone für Windenergie werden wird.

Der Bauantrag der Mee Wind GbR allerdings, auch das weiß er, ist erst einmal vergeblich. Wenn der Kreis Borken die Stadt Ahaus beteiligt, werde diese den Bauantrag zurückstellen, bis es einen neuen Teilflächennutzungsplan gibt.

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„Wir müssen warten“, sagt er. Dass er irgendwann auf der Fläche Windkraftanlagen bauen wird, ist unsicher, dazu trägt noch ein Fakt bei. „Es ist denkbar, dass Kappelhoff die Fläche an einen Projektierer verpachtet“. Solche „Projektentwickler“, das hatte auch Walter Fleige in der Ratssitzung gesagt, „sehen, dass das Spiel in Sachen Planung neu eröffnet wird und versuchen, einen Fuß in die Tür zu bekommen.“

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