Der Radweg entlang der Umflut in Ahaus soll in den nächsten Jahren ausgebaut werden. In drei Etappen von der Straße Kottland bis zum Vredener Dyk. Damit will die Stadt Ahaus einen ersten Baustein des Radverkehrskonzepts umsetzen. © Stephan Rape
Radverkehrskonzept

Radweg an der Umflut wird der erste Baustein im neuen Radverkehrsnetz

Fahrräder sollen im Verkehr in Ahaus eine größere Rolle spielen. Als erstes Projekt will die Stadt den Radweg an der Umflut weiter ausbauen. In drei Etappen wird der Weg zur ersten Veloroute.

Mit dem Radverkehrskonzept plant die Stadt die Verkehrswende in Ahaus und den Ortsteilen. Mit einem ersten Projekt sollen die weitreichenden Pläne nun konkreter werden: In drei Abschnitten soll der Fahrradweg entlang der Umflut zwischen Kottland und dem Vredener Dyk verbreitert, ausgebessert und mit einer geschlossenen Asphaltdecke ausgebaut werden.

Glatter Asphalt statt holprigem Schotter: Als sogenannte Veloroute wird der Radweg an der Umflut mit einer geschlossenen Asphaltdecke geplant. Ein Vlies im Untergrund soll Schäden durch Baumwurzeln verhindern.
Glatter Asphalt statt holprigem Schotter: Als sogenannte Veloroute wird der Radweg an der Umflut mit einer geschlossenen Asphaltdecke geplant. Ein Vlies im Untergrund soll Schäden durch Baumwurzeln verhindern. © Stephan Rape © Stephan Rape

Auch die Unterführungen unter der Wüllener Straße und dem Vredener Dyk sollen so ausgebaut werden, dass kleinere Hochwasser in der Umflut zukünftig kein Problem mehr sein sollen. Außerdem soll der neue Radweg an den beiden Kreuzungen am Ammelner Weg und der Straße Scharfland Vorfahrt bekommen.

“Vorfahrt gewähren” soll für Radfahrer entlang der Umflut kein Thema mehr sein: Der Radverkehr auf dem Weg soll Vorrang gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern bekommen. © Stephan Rape © Stephan Rape

Dazu komme eine durchgehende Beleuchtung, die sich allerdings automatisch an den Radverkehr anpasse: Sie werde nachts gedimmt und leuchte nur heller, wenn dort tatsächlich Radfahrer unterwegs seien.

Die Arbeiten am ersten Abschnitt zwischen Kottland und Wüllener Straße sollen noch in diesem Jahr beginnen und rund vier bis fünf Monate dauern. Allein dieses Stück soll rund 300.000 Euro kosten. Die weiteren Abschnitte – einmal von der Wüllener Straße bis Vredener Dyk und dann noch die beiden Unterführungen – sollen 2022 und 2023 umgesetzt werden. Insgesamt geht die Stadt Ahaus von rund 920.000 Euro Baukosten aus. Die würden allerdings zu 80 Prozent gefördert. Ahaus müsste so noch 184.000 Euro stemmen.

Baubeginn soll im August feststehen

Erste Gespräche seien dazu mit der Bezirksregierung Münster bereits gelaufen, die Förderanträge lägen vor und würden gerade in Richtung der Ministerien weitergegeben. Im August, schätzte der Technische Beigeordnete Thomas Hammwöhner, könne er einen Termin für den Baubeginn nennen.

„Wir fangen mit den einfacheren Projekten an“, machte Richard Bömer vom Fachbereich Tiefbau der Stadt Ahaus am Dienstagabend im Ausschuss für Stadtentwicklung, Planen und Bauen deutlich. Die Fläche des Radwegs gehöre der Stadt bereits. Auch sei genug Platz für die Umbauten.

Weitere Projekte des Radverkehrskonzepts stehen noch aus

Die weiteren Projekte für schnelle Fahrradrouten in der Innenstadt oder den Ortsteilen sollen in Zukunft folgen. Dafür sei aber mehr Vorarbeit nötig. Es gehe bei dem aktuellen Projekt auch darum, erste Erfolge zu zeigen, bevor man mit der Detailplanung für den Radverkehr an anderen Stellen beginne.

Fußgänger auf dem Radweg entlang der Umflut sollen nicht benachteiligt werden. Vorrang bekommen allerdings die Radfahrer.
Fußgänger auf dem Radweg entlang der Umflut sollen nicht benachteiligt werden. Vorrang bekommen allerdings die Radfahrer. © Stephan Rape © Stephan Rape

Insgesamt ist die Marschrichtung klar: „Wir wollen es für niemanden schlechter machen, aber auf jeden Fall besser für den Radverkehr“, erklärte Richard Bömer. Es gehe darum, den Radverkehr so attraktiv wie möglich zu machen für die Freizeit, aber auch für Berufspendler. Und das gehe nun mal nur, indem die Wege so komfortabel wie möglich werden.

Fahrräder bekommen auf Velorouten Vorfahrt vor allen anderen

Gleichzeitig sollen Radwege in der Stadt in unterschiedliche Kategorien gruppiert werden. Die Umflut wäre Teil einer sogenannten Veloroute. Radfahrer hätten absoluten Vorrang. „Auch wenn da natürlich viele Fußgänger unterwegs sind und die natürlich auch nicht unwichtig sind“, betonte Richard Bömer.

Franz Benölken (CDU) stieß sich an den hohen Kosten vor allem für die Unterführungen: „Wie oft stehen die denn im Jahr unter Wasser?“, fragte er. Richard Bömer kam nach kurzem Nachdenken auf vier oder fünf Tage pro Jahr.

Trotzdem sei das kein Argument: „Bei einer Straße für Autos wäre es gar keine Frage, dass etwas getan werden müsste, wenn dort vier oder fünf Mal im Jahr das Wasser drauf stehen würde“, sagte er.

Es gehe eben darum, die Qualität der Radwege dauerhaft zu verbessern. „Wir sollten so eine Investition nicht scheuen“, machte auch Thomas Hammwöhner deutlich. Es gehe darum, über Jahre eine attraktive Infrastruktur zu schaffen. Und das würden ja auch Bund und Land so sehen, die für solche Ausbauten viel Geld in die Hand nehmen würden. Der Ausschuss stimmte schließlich einstimmig für den geplanten Ausbau.

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Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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Stephan Rape

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