Wie groß die Abstände zwischen den Fußball-Fans auf dem Oldenkottplatz tatsächlich waren, wird erst aus der Vogelperspektive richtig deutlich. Zwar ein Public Viewing mit angezogener Handbremse, aber das, was unter den aktuellen Vorgaben möglich war. © Tobit.Labs
Europameisterschaft

Public Viewing mit Handbremse: Konzepte in Ahaus gehen voll auf

Beim Ergebnis auf dem Platz ist noch viel Luft nach oben, die Konzepte der Public Viewings in Ahaus haben aber funktioniert. Hunderte Fans haben das Spiel am Dienstagabend gemeinsam verfolgt.

Nein, mit dem Ergebnis konnte der Großteil der Fußballfans am Dienstagabend in Ahaus natürlich nicht zufrieden sein. Trotzdem gab es Grund zu feiern: Denn bei beiden Public Viewings gingen die Konzepte auf: Die Zuschauer blieben überwiegend an ihren Tischen und auch Zaungäste ohne Tischreservierung hielten sich an Abstandsregeln und die Bestimmungen der Corona-Schutzverordnung.

Stimmung auf dem Oldenkottplatz war hitziger als im Schlossgarten

Etwas hitziger war dabei die Stimmung in der Statt-StattArena, dem Public Viewing auf dem Oldenkottplatz. Vor allem bei dem Eigentor von Mats Hummels und einigen Entscheidungen des Schiedsrichters hielt es einige Fans kurzzeitig nicht mehr auf den Plätzen.

Ruhiger ging es im Schlossbiergarten zu. Das hatte Dominik Paffrath, einer der Veranstalter im Schlossbiergarten, auch so erwartet. Dennoch zog auch er schon während der Halbzeitpause ein sehr positives Fazit. „Was will man mehr?“, stellte er als Frage in den Raum und deutete in die Runde. Mehr Leute könne er ohnehin nicht unterbringen. Auch das Public Viewing auf dem Oldenkottplatz war bereits kurze Zeit nach der Freischaltung für diesen Abend ausgebucht.

Bürgermeisterin mit dem Verlauf des Abends fast zufrieden

Für Bürgermeisterin Karola Voß ein fast durchweg erfolgreicher Abend: „Beim nächsten Mal soll die deutsche Mannschaft natürlich gewinnen“, sagt sie am Mittwochvormittag lachend.

Davon abgesehen, sei der Abend aber sehr positiv verlaufen. Sie hatte das Spiel auf dem Oldenkottplatz verfolgt. „Natürlich war das eine ganz andere Stimmung als bei den Turnieren zuvor“, sagt sie. Allerdings sei mit Blick auf die Corona-Schutzverordnung auch einfach nicht mehr möglich gewesen.

Konzept an zwei Standorten funktioniert

Wenn es bei den nächsten Spielen so bleibe, sei das aber richtig gut. Für sie ganz klar eine große Erleichterung: „Das war vorher ja wirklich nicht abzuschätzen“, macht sie deutlich. Aber allein die aufgestellten Tische hätten gut für Ruhe und Ordnung gesorgt. Auch die Aufteilung auf zwei Orte in Ahaus habe gut funktioniert. Im Detail werde das in der Verwaltung nun noch ausgewertet. Großen Handlungsbedarf sieht sie aber erst einmal nicht.

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Zweimal Stimmung in Ahaus beim ersten Spiel der National-Elf

Auch Tobias Groten, CEO der Tobit.Labs, ist zufrieden. Sein Unternehmen stellt das Display und den Biergarten auf dem Oldenkottplatz, die „Statt-StattArena“ zur Verfügung. „Das war wirklich klasse“, erklärt er am Mittwoch. Er habe auch nicht gedacht, dass es so eine Punktlandung werde.

Gleichzeitig schaut er wehmütig auf vergangene Turniere zurück: „Es tut schon echt weh, absichtlich mit beiden Füßen fest auf der Emotions-Bremse zu stehen.“ Das Public Viewing in der Innenstadt sei ja total unspektakulär und ja auch kein Event, sondern einfach nur Fernsehen auf einer öffentlichen Fläche.

Trotzdem: „Da wurde die Stadt für ihren Mut belohnt. Schließlich ist das öffentliches Fußballschauen auf einer öffentlichen Fläche. Also nicht in einem privaten Biergarten oder in der Gastronomie.“

Polizei zählt in drei Städten rund 1300 Fußballfans

Auch die Polizei war zufrieden mit dem Verlauf des Abends. „Die Bürger haben sich so verhalten, wie wir uns das gewünscht haben“, sagte einer der Beamten, die auf dem Oldenkottplatz ein genaues Auge auf die Fußballfans hatten.

Das bestätigt Dietmar Brüning von der Pressestelle der Polizei am Tag nach dem Spiel: Sowohl in Ahaus als auch in Stadtlohn und Vreden sei es bei den Public Viewings ruhig geblieben. „Insgesamt, schätzen wir, haben dort rund 1300 Zuschauer das Spiel gesehen“, sagt er. Außer ein paar verbalen Auseinandersetzungen sei es komplett ruhig geblieben.

Über den Autor
Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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Stephan Rape

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