Psychiatrie statt Knast – Ahauser wird nach Randale in Übergangsheim freigesprochen

dzLandgericht Münster

Mit einem Freispruch endete am Montag der Prozess gegen einen 25-jährigen Syrer, der mehrfach in einer Flüchtlingsunterkunft für Unruhe gesorgt hatte. In Freiheit ist er deshalb aber nicht.

Ahaus

, 25.06.2019 / Lesedauer: 2 min

Der 25-jährige Syrer, der wegen zahlreicher Zwischenfälle in einer Ahauser Flüchtlingsunterkunft vor dem Landgericht Münster stand, muss nicht ins Gefängnis. Das verkündete der Richter am Montagmittag in seinem Urteil. Er gebe zwar keinen Zweifel daran, dass der 25-Jährige die ihm vorgeworfenen Taten begangen habe, allerdings sei er vermindert schuldfähig – und damit freizusprechen.

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Das Urteil kam nicht überraschend. Ein Gutachter hatte dem in Syrien geborenen Mann eine schizophrene Psychose attestiert. Auch die Staatsanwaltschaft hatte deshalb in ihrem Plädoyer einen Freispruch gefordert. Die Freiheit genießen kann der 25-Jährige in nächster Zeit aber dennoch nicht. „Er wird auf unbestimmte Zeit in einer psychiatrischen Klinik untergebracht und regelmäßig kontrolliert“, erklärte ein Sprecher des Landgerichtes auf Nachfrage. Für den 25-jährigen Asylbewerber ändert sich damit wenig. Bereits seit einiger Zeit ist er in der Forensischen Klinik für psychisch kranke Straftäter in Lippstadt-Eickelborn untergebracht.

Mehrere Vergehen in Flüchtlingsunterkunft

Zu dem Prozess vor dem Landgericht kam es, da der 25-Jährige gleich mehrmals in einer Flüchtlingsunterkunft an der Heeker Straße über die Stränge geschlagen haben soll. Im Juli 2018 geriert der Syrer mit einem seiner Mitbewohner aneinander und zückte im Zuge dieser Auseinandersetzung wohl ein Messer. Der Mitbewohner hatte, so schildern es mehrere Zeugen, den Angeklagten offenbar darauf angesprochen, warum er den Inhalt von zwei Feuerlöschern in einem Container versprüht hatte, was zu einer Kurzschlussreaktion führte.

Nur einen Monat später folgte die nächste handfeste Auseinandersetzung. Dieses Mal soll er ohne ersichtlichen Grund mit einem abgebrochenen Besenstiel auf einen anderen Bewohner der Unterkunft eingedroschen haben. Auch ein weiterer Konflikt ist aktenkundig. Auch in einem Ahauser Supermarkt an der Bahnhofstraße kam es zu einem Streit, bei dem der 25-Jährige einen Verkäufer gekratzt und gewürgt haben soll.

Über sich selbst sagt der Syrer, dass er ein Alkoholproblem habe und regelmäßig Marihuana konsumiere.

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