Prozess um Kinderpornografie endet mit Freispruch für 46-jährigen Ahauser

dzAmtsgericht

Der Vorwurf war hart: Bei einer Hausdurchsuchung waren bei einem 46-jährigen Ahauser kinderpornografische Bilder auf dem Notebook entdeckt worden. Das Verfahren endete mit einem Freispruch.

Ahaus

, 20.11.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Sieben Bilder, die schwersten sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen zeigen, fanden die Experten der Polizei auf dem Notebook eines Ahausers. Der Anwalt des 46-Jährigen stellte gleich zu Beginn der Verhandlung am Amtsgericht fest: „Er hat nichts davon gewusst.“ Der Angeklagte selbst äußerte sich nicht zu dem Vorwurf.

Letztlich konnte ihm nicht nachgewiesen werden, dass er die Bilder bewusst heruntergeladen hatte. Im Zweifel für den Angeklagten: So gab es einen Freispruch.

Bilder konnten teilweise wieder hergestellt werden

Ein IT-Experte der Polizei hatte das Notebook untersucht und sagte am Dienstag als Zeuge aus. Vier der sieben Bilder waren demnach gelöscht worden, konnten aber wieder hergestellt werden. Die anderen drei Bilder waren noch existent auf der Festplatte, allerdings im Cache, also einem Zwischenspeicher. Zeitstempel im Browser weisen auf den 9. Februar 2017 hin.

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In diesen Cache, so der Experte, können allerdings auch Daten gelangen, die nicht bewusst heruntergeladen wurden, sondern beispielsweise beim Anklicken eines Icons auf dem Bildschirm versehentlich geöffnet werden. Dass sie tatsächlich heruntergeladen wurden, ließ sich nicht nachweisen.

Hinweise kamen von Nichtregierungsorganisation aus Amerika

Auch Hinweise, dass die Daten weiterverbreitet wurden, fanden sich nicht. Die ermittelte Webseite, so der Richter, existiert nicht mehr, sodass es keine weiteren Ermittlungsansätze gab.

Gefunden wurde das Notebook bei einer Hausdurchsuchung. Diese hatten das Bundeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft Frankfurt veranlasst. Sie gingen damit dem Hinweis einer amerikanischen Nichtregierungsorganisation nach, die wiederum von großen Internetplattformen wie Facebook auf die Verwendung oder das Herunterladen von kinder- und jugendpornografischen Schriften aufmerksam gemacht wird.

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