Prävention als Grundstein gegen Gewalt

dzGewalt gegen Frauen

Eine junge Frau wird von vier Männern vergewaltigt. Diese Schlagzeile ist keineswegs aktuell, sondern 34 Jahre alt. Ist also die so genannte „Gruppenvergewaltigung“ gar kein neues Problem?

Ahaus

, 01.10.2019, 18:10 Uhr / Lesedauer: 1 min

Elisabeth Terhorst vom kreisweit wirkenden Verein „Frauen für Frauen“ weiß, dass es sexuell motivierte Gewalt, meist sind Frauen die Opfer, schon immer gegeben hat, und es sie weiter gibt. Und das unabhängig von Schicht, Beruf oder ethnischer Zugehörigkeit.

Manchmal sind es, wie damals in Ahaus, sogar ganz unbescholtene Bürger, die plötzlich zu Tätern werden. Und nach wie vor haben die Opfer vielfach mit gesellschaftlichen Vorurteilen und eigener Scheu zu kämpfen. Was hat sich also getan in den über drei Jahrzehnten, in denen der Verein aktiv ist?

„Ein Nein ist ein Nein!“, diese eigentlich selbstverständliche Regel wurde inzwischen auch gesetzlich verankert. Und ja, es gibt die Bewegung von „Me too“, und Gewalt gegen Frauen ist mittlerweile nicht mehr so ein Tabu-Thema.

Und doch wenden sich weiterhin zahlreiche Frauen in Not an den Verein „Frauen für Frauen“. Dessen Hauptaufgabe ist die Hilfestellung für Betroffene, das Bemühen, sie und oft auch ihre Kinder, zu schützen. Eine Schutzwohnung, oder gar ein Frauenhaus, gibt es im Kreis Borken nicht (mehr). Dass der Grund dafür fehlendes Geld ist, ist kaum zu verstehen.

Umso wichtiger ist Prävention. Wenn schon in Kita und Grundschule die Mädchen das Rüstzeug bekommen, starke Frauen zu werden, wird hier schon der Grundstein gegen Gewalt gelegt.

Auch das Projekt von Verein „Frauen für Frauen“ und Ahauser Soroptimistinnen leistet hier einen enorm wichtigen Beitrag. Wer um das Problem mit K.O.-Tropfen weiß, sich damit auskennt, verschafft sich dadurch Stärke.

Es ist sehr zu wünschen, dass dieses Projekt keine Eintagsfliege bleibt und noch viele weitere folgen werden. Geld jedenfalls darf kein Argument sein, hier nicht tätig zu werden.

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