Pfarrer Jürgens: „Christentum und AfD sind miteinander unvereinbar!“

dzKommunalwahl 2020

Die Kommunalwahl rückt näher. Auch die AfD ist in einigen Ahauser Wahlbezirken vertreten. Pfarrer Stefan Jürgens findet in Bezug auf die Rechtspopulisten deutliche Worte. Und belegt diese.

Ahaus

, 30.08.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn die Ahauser am 13. September bei der Kommunalwahl ihre Kreuzchen auf den Wahlscheinen setzen, können sie theoretisch in fünf Wahlbezirken auch Kandidaten der AfD wählen. Oder schon jetzt per Briefwahl. Etwas, das den katholischen Pfarreien in Ahaus tiefe Sorgenfalten ins Gesicht treibt. Pfarrer Stefan Jürgens findet darum jetzt deutliche Worte.

„Das Parteiprogramm der AfD ist mit dem christlichen Menschenbild nicht vereinbar. Für Gott – und übrigens auch für das Grundgesetz – sind alle Menschen gleich, unabhängig von Nationalität und Religion“, stellt Jürgens im Gespräch mit der Redaktion klar. Dass die AfD jetzt erstmals bei einer Kommunalwahl in Ahaus antritt, ist nicht nur Jürgens, sondern auch den Pfarreiräten und Kirchenvorständen der katholischen Pfarrgemeinden in Ahaus zuwider.

Klare Worte in der Pressemitteilung

In einer gemeinsamen Pressemitteilung stellen sie klar: „Christen können ihre Stimme keiner Partei geben, deren Ziele dem christlichen Menschenbild widersprechen, deren Spitzenvertreter sich nicht eindeutig genug von populistischen, nationalistischen und rassistischen Tendenzen distanzieren und die aus den Fehlern insbesondere der deutschen Geschichte nichts lernen wollen.“

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Dass dieses Statement jetzt veröffentlicht wurde, ist kein Zufall. Zum einen tagte der Kirchenvorstand am Vorabend (27. August) und zum anderen, so Jürgens, sei jetzt einfach der richtige Zeitpunkt. „Noch überlegen die Menschen, wen sie wählen“, so der Pfarrer. Sprich: Noch kann ihnen die mögliche Idee, die AfD zu wählen, mit guten Argumenten ausgeredet werden.

AfD kämpft in Ahaus um den Einzug in den Rat

Die „Alternative für Deutschland“ tritt in Ahaus in den Wahlbezirken 4 (Irena-Sendler-Gesamtschule), 6 (Kulturquadrat), 8 (Josefschule) 9 (Anne-Frank-Realschule) und 13 (Gottfried von Kappenberg-Schule) mit ihren Kandidaten an und kämpft um den Einzug in den Rat.

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Jürgens ist eines sehr wichtig, das betont er mehrfach: „Wir als Kirche wollen zwei Wochen vor der Wahl sagen, wo wir stehen. Wir greifen nicht in die Parteienlandschaft ein, aber sagen unsere Meinung.“ Heißt: Jeder möge frei für sich entscheiden, ob er beispielsweise CDU oder SPD wähle. Aber eben nicht die AfD.

Gott ist politisch und parteiisch

„Die rechtspopulistischen Ansätze widersprechen dem christlichen Menschenbild von der Würde und Einmaligkeit eines jeden Menschen. Wer beispielsweise fordert, man solle den Geflüchteten auf dem Mittelmeer nicht helfen, ist ein Unmensch, er kann nicht Christ genannt werden“, stellt Stefan Jürgens klar.

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Davon ab sei Gott natürlich politisch und parteiisch. Aber natürlich nicht parteipolitisch. Was vielleicht im ersten Moment komisch klingt, erklärt der Pfarrer wie folgt: „Gott ist politisch, weil er sich in die Welt einmischt. Immerhin ist er Mensch geworden.“ Und: „Gott ist parteiisch, weil er besonders die Armen und Leidenden in sein Herz geschlossen hat.“

Christentum und AfD sind nicht miteinander vereinbar

Und genau das sei der entscheidende Punkt. „Wir als Christen müssen uns genau um diese Menschen kümmern.“ Unabhängig von Herkunft oder Religion. Genau das tue die AfD aber eben nicht. Kurz gesagt: Christentum und AfD sind nach Pfarrer Jürgens nicht miteinander vereinbar.

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Dabei wird Stefan Jürgens sogar noch deutlicher: „Die Unvereinbarkeit von Christentum und AfD bezieht sich auf das aktive und das passive Wahlrecht. Wer den christlichen Glauben ernst nimmt, kann die AfD weder wählen noch für sie kandidieren.“

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