Ottensteiner Nachbarschaftsstreit: Angebliche Hundekotwürfe und Bedrohungen

dzAmtsgericht

In einem Straßenzug in Ottenstein sind sich zwei Familien nicht grün. Ihr Streit, der seit längerem schwelt, beschäftigte am Dienstag das Amtsgericht in Ahaus.

Ahaus

, 01.11.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn Nachbarn streiten, wird daraus schnell ein Fall fürs Gericht. Unversöhnlich standen sich zwei Männer aus Ottenstein am Dienstag im Amtsgericht in Ahaus gegenüber. Ein 33-Jähriger musste sich wegen Bedrohung und Nötigung verantworten, gegen einen zuvor gegen ihn verhängten Strafbefehl hatte er Einspruch eingelegt.

Laut Vertreterin der Staatsanwaltschaft soll der 33-Jährige zwischen dem 25. und 27. Mai dieses Jahres seine Nachbarn unter anderem mit folgenden Worten bedroht haben: „Zieht endlich aus, sonst passiert was“.

Der Ottensteiner war sich keiner Schuld bewusst. Nicht nur er habe im Straßenzug Probleme mit der besagten Familie. „Die ganze Nachbarschaft hat Ärger mit denen.“

Kameraüberwachung

Der Zwist ging schon so weit, dass der 33-Jährige eine Kamera zur Überwachung seines Grundstücks installierte. „Die werfen Hundekot, Glasscherben und andere Sachen. Alles fliegt rüber auf unser Grundstück.“

Im Tatzeitraum sei er mit seinem Auto in seine Hofeinfahrt gefahren. „Jedes Mal stehen da Sachen von denen, da bin ich laut geworden. Das war auch der Tag, an dem ich angeblich deren Kinder überfahren wollte.“ So lautete ein weiterer Vorwurf. Der 33-Jährige: „Ich habe nur gesagt, dass ich beim nächsten Mal über das fahre, was da liegt.“

Dass vor seinem Haus öfter mal die Polizei auftauche, dafür machte der 33-Jährige ebenfalls seine Nachbarn verantwortlich. Jedes Mal laute der Vorwurf, er würde seine Frau und die gemeinsamen Kinder schlagen. „Das stimmt gar nicht. Die Anrufe bei der Polizei kommen von den Nachbarn, da bin ich mir sicher.“

Angeblich Vermieter angesprochen

Besagter Nachbar, ein 25-Jähriger, schilderte seine Version: „Unsere Kinder sagten uns, dass der Nachbar sie überfahren wollte. Auch hätte er ihnen die Zunge rausgestreckt.“ Der 33-Jährige soll ihren Vermieter angesprochen haben, erklärte der 25-Jährige.

„Er hat ihm gesagt, dass er sich darum kümmern soll, dass wir ausziehen.“ Hundekot, Scherben oder Unrat hätten weder er, seine Frau, noch die Kinder auf das Grundstück des Nachbarn geworfen. Über den Angeklagten sagte der 25-Jährige: „Der randaliert, wenn er besoffen ist.“

Vorwürfe auf der einen Seite, Vorwürfe auf der anderen Seite. Dem Richter waren die Anschuldigungen und Zeugenaussagen insgesamt zu vage. Er stellte das Verfahren gegen den 33-Jährigen ein. Beiden Parteien gab der Richter mit auf den Weg: „Versuchen Sie, miteinander auszukommen. Ohne Streit und ohne, dass Sie Polizei und Gerichte damit grundlos belästigen.“

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