Nur die Hälfte der Ahauser Einzelhändler will Sonder-Sonntagsöffnung

dzCorona-Sondererlaubnis

Die Coronaschutzverordnung ermöglicht es dem Einzelhandel, an jedem Adventssonntag zu öffnen. In Ahaus wird es dazu aber nur bedingt kommen. Ein Großteil der Händler gibt sich zurückhaltend.

Ahaus

, 13.11.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Um den üblichen Andrang im Einzelhandel während der Adventszeit zu entzerren und damit die Infektionsgefahr zu reduzieren, beschloss das Land NRW per Coronaschutzverordnung, dass Geschäfte an allen Sonntagen zwischen dem 29. November und 3. Januar 2021 öffnen dürfen. Auch das sonst übliche Genehmigungsverfahren per ordnungsbehördlicher Verordnung zur Sonntagsöffnung durch politische Gremien entfällt.

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Anfang Oktober erklärte Hans-Georg Althoff, Erster Beigeordneter der Stadt Ahaus, im öffentlichen Teil der Ratssitzung: „Die Ansage ist klar: Jedes Geschäft, das sonntags öffnen möchte, darf an diesen Tagen öffnen. Egal ob in Ahaus oder Ortsteilen.“ Das städtische Ordnungsamt werde auf die sonst üblichen Kontrollen verzichten. Bußgelder wegen des Verstoßes gegen die Sonntagsruhe hätten die Händler also nicht zu befürchten.

AMT holt sich Stimmungsbild ab

Um sich ein Stimmungsbild abzuholen, verschickte Ahaus Marketing und Touristik (AMT) am 6. November eine E-Mail an die Ahauser Einzelhändler. Hierin bat AMT-Geschäftsführerin Claudia Platte um ein kurzes Feedback, ob die Einzelhändler bereit seien, zusätzlich zu den sowieso schon geplanten verkaufsoffenen Sonntagen (6. Dezember 2020 und 3. Januar 2021) an weiteren Tagen zu öffnen. Konkret geht es um die Daten 29. November, 13. Dezember und 20. Dezember.

Noch bis Freitag, 13. November, haben die Ahauser Geschäftsleute für ihre Antwort Zeit. Schon einen Tag vorher zeichnet sich aber ab, dass das Stimmungsbild sehr geteilt ist. Die Resonanz aus 45 Rückmeldungen sei prozentual circa „50 zu 50“ ausgefallen, erklärt Claudia Platte. „An den schon lange feststehenden Terminen wollen eigentlich alle teilnehmen. Bei den weiteren Sonntagen gibt es auch skeptische Stimmen.“ Es sind vor allem zwei Gründe, die für Zurückhaltung sorgen.

AMT sieht Chance für den Einzelhandel

„Einige Händler wollen ihren Mitarbeitern ein paar freie Adventstage gönnen. Außerdem gibt es die Sorge, dass aufgrund der Corona-Pandemie Kunden ausbleiben. Die Innenstadt sei aktuell generell sehr ruhig“, so Platte. Aus der Haltung von AMT macht sie keinen Hehl: „Wir sehen das anders. Wir glauben, dass die Menschen die Gelegenheit – natürlich unter Einhaltung der Corona-Regeln – nutzen würden, noch einmal einkaufen zu gehen. Ansonsten würde sich der Andrang wahrscheinlich allein auf die Samstage konzentrieren, da man am Wochenende traditionell mehr Zeit hat als an Werktagen.“ Es sei auch eine Chance, sich dem Online-Handel entgegenzustellen.

Gleichzeitig betont Claudia Platte, dass die Auswertung keinen Einfluss auf den gesamten Einzelhandel habe. Zwar hätte man ein einheitliches Vorgehen angestrebt, „aber wir werden niemanden zwingen, seinen Laden zu öffnen oder zu schließen“. Es gebe lediglich die Empfehlung vonseiten AMTs. Ein großes Rahmenprogramm, wie es sonst zur Adventszeit üblich ist, wird es in diesem Jahr nicht geben. „Aktionen sind nicht geplant, aber wir werden gemeinsam mit der Stadt Ahaus natürlich alles dafür tun, die Innenstadt so schön herzurichten wie möglich.“

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