Die BI "Kein Atommüll in Ahaus" will verhindern, dass ausgebrannte Brennelemente aus dem Forschungsreaktor FRM II aus Garching nach Ahaus transportiert werden. © Bernd Schlusemann
Atommüll

Noch keine Genehmigung für Castor-Transport aus Garching nach Ahaus

Die BI Ahaus fordert, dass der Forschungsreaktor in Garching abgeschaltet bleibt, und will geplante Castortransporte verhindern. Die sind noch nicht genehmigt, die Prüfungen schreiten aber voran.

Ein Vorfall im Forschungsreaktor II in Garching bei München wurde nachträglich als „Störung“ bewertet, nachdem er erst als „sicherheitstechnisch unbedeutend“ klassifiziert wurde. Darauf weist Hartmut Liebermann, Sprecher der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“, in einer Pressemitteilung hin.

Im März 2020 war dort radioaktives Kohlendioxid ausgetreten. Ein Jahresgrenzwert wurde dabei um 15 Prozent überschritten. Die Anlage ist seit März 2020 nicht mehr in Betrieb – begründet wird das mit der Corona-Pandemie. Nach Auffassung der BI müsse der FRM II endgültig abgeschaltet bleiben.

Atommüll aus Garching soll nicht nach Ahaus kommen

Davon losgelöst dürfe Atommüll aus Garching nicht wie geplant nach Ahaus gebracht werden: Das Atommüll-Lager Ahaus sei konzipiert und genehmigt für Atommüll aus Anlagen, die mit niedrig angereichertem Material arbeiten. Von hochangereichertem Material wie dem aus Garching sei nie die Rede gewesen. Durch die Einlagerung des hochangereicherten Atommülls werde Ahaus zu einem Ziel für Terroranschläge. Dafür sei das Lager nicht ausgelegt.

Dem widerspricht Dr. David Knollmann, Referent Standortkommunikation Region Nordwest Standort Ahaus bei der BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung: Das Zwischenlager Ahaus verfüge über Genehmigungen zur Aufbewahrung hochradioaktiver Abfälle, wie etwa die Brennelemente aus Hamm-Uentrop oder Dresden-Rossendorf. Die lagern schon seit 1992 und 2005 in Ahaus.

Seit 1993 sei mit der Stadt Ahaus vereinbart, dass Brennelemente aus Forschungsreaktoren in Ahaus aufbewahrt werden können, wenn die atomrechtliche Genehmigung erteilt werde. Auch werde die Sicherung des Zwischenlagers geprüft – auch gegen Angriffe von außen oder Entwendung. Der Terrorschutz werde regelmäßig an aktuelle Szenarien angepasst, etwa durch die Errichtung der zusätzlichen Schutzwand rund um das Zwischenlager.

Genehmigungsverfahren ziehen sich noch hin

Die Genehmigungsverfahren für Transport und Einlagerung des Atommülls aus Garching laufen weiter: Wie das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) auf Nachfrage erklärt, werden die Unterlagen für die Erteilung der Transportgenehmigung derzeit geprüft. Diese Prüfung sei weit fortgeschritten, erklärt eine Sprecherin.

Auskünfte über einen möglichen Termin der Genehmigung erteile das BASE nicht. Die Aufbewahrungsgenehmigung für Ahaus stehe noch aus. Aktuell wartet das BASE noch auf Antragsunterlagen aus Ahaus.

Dazu erklärt David Knollmann: „Das Genehmigungsverfahren verläuft planmäßig, ist aber noch nicht abgeschlossen.“ Mitte Dezember 2020 habe die BGZ letzte Gutachteranmerkungen erhalten. „Diese werden derzeit in die Nachweisunterlagen eingearbeitet und zeitnah eingereicht.“

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Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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Stephan Rape

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