Zukünftig sollen Menschen aus Ahaus und den Ortsteilen für einen Euro pro Tag Bus fahren können – wenn sie ein entsprechendes Abo abschließen. Die Stadt übernimmt die Finanzierungslücke. © Stephan Rape
Spezieller Ahaus-Tarif

Neues Ticket soll Busfahren in Ahaus für einen Euro pro Tag ermöglichen

Busfahren soll in Ahaus attraktiver werden: Künftig gibt es Tickets für einen Euro pro Tag – egal auf welcher Linie. Allerdings nur, wenn Passagiere ein Abo abschließen.

Eine Fahrt mit dem Schnellbus von Ottenstein nach Ahaus kostet 5,70 Euro. Mit der langsameren C87 von Alstätte bis Ahaus sind es immerhin noch 3,40 Euro. Im Bürgerbus sind es auf der längsten Strecke zwischen Alstätte und Ahaus-Zentrum immerhin noch zwei Euro. Daran soll sich etwas ändern.

Im Gespräch waren vergünstigte Monatstickets oder sogenannte Ein-Euro-Tickets. Die hätten pro Einzelfahrt im Stadtgebiet eben nur einen Euro gekostet. Nach längerer Prüfung hat der Regionalverkehr Münsterland (RVM) jetzt dem Ausschuss für Verkehr und Umwelt ein Modell vorgelegt, mit dem alle Ahauser zukünftig günstiger mit den Bussen im Stadtgebiet fahren.

Das klappt allerdings nur über einen kleinen Umweg: Einzelfahrten ändern sich preislich nicht. Allerdings soll ein günstiges Monatsticket eingeführt werden, das innerhalb der Stadtgrenzen und Ortsteile in allen Bussen gelten soll. Das Ticket kostet für Fahrgäste 30 Euro im Monat. Die Stadt zahlt einen Zuschuss von 23 Euro pro Ticket.

Ein-Euro-Ticket würde für juristische Fallstricke sorgen

Ein Ein-Euro-Ticket kann laut RVM nicht ohne weiteres und ohne eingehende juristische Prüfung eingeführt werden. Das hatte Michael Klüppels, Leiter des Verkehrsmanagements bei der RVM, erklärt. Einerseits müsste die Bezirksregierung diesen Sondertarif genehmigen. Andererseits müssten die RVM auch mit den weiteren Nahverkehrsunternehmen, die in Ahaus Linien bedienen – Westfalenbus und der Reisedienst Veelker – entsprechende Vereinbarungen treffen.

Das neue Ticket basiere auf dem Job-Ticket und sei so bereits genehmigt. Die Stadt Ahaus entscheide über den Anteil, den sie dazu geben möchte. Zur Einordnung: Aktuell gibt es in Ahaus 20 Abonnenten, die ein reguläres Job-Ticket innerhalb des Stadtgebiets nutzen.

Nur eine kleine Lösung aber besser als nichts

„Es ist nur eine kleine Lösung und wir erreichen nur Abonnenten“, ärgerte sich Franz Benölken (CDU). Seine Fraktion hatte den ursprünglichen Antrag eingereicht und dabei auch die Einzelfahrkarten in Ahaus im Blick gehabt. „Trotzdem ist es besser, erst einmal eine Kleinigkeit zu haben, als gar nichts“, sagte er.

Auch Klaus Lambers (SPD) war mit dem günstigen Monatsticket in einem ersten Schritt zufrieden. „Wir sehen das als Versuch an“, erklärte er. Nach und nach könne man das weiter ausbauen. Der öffentliche Nahverkehr werde aber nur dann eine Alternative für die Autofahrer, wenn Zeiten und Strecken attraktiver werden. Auch da gebe es noch viel Verbesserungspotenzial.

Ausweitung auf Senioren und Jugendliche denkbar

Norbert Frankemölle (WGW) konnte sich sogar noch eine Erweiterung der Förderung vorstellen: Auf Senioren, die freiwillig ihren Führerschein abgeben würden. „Das könnte für die ein Anreiz sein, auf den eigenen Pkw zu verzichten“, sagte er. Christopher Eing (Grüne) hätte das dann sogar noch auf Jugendliche ausgedehnt. „Die sind ähnlich schlecht mobil wie Senioren ohne Führerschein“, sagte er. Gerade für Jugendliche gebe es allerdings bereits vergünstigte Ticketangebote. „Das Funticket etwa kostet nur 20 Euro und gilt in ganz Westfalen“, machte Michael Klüppels deutlich.

Diese beiden Ideen wurden – zumindest im Ausschuss – erst einmal nicht weiter verfolgt. Einstimmig stimmten die Politiker am Dienstagabend allerdings dafür, das 30-Euro-Monatsticket einzuführen. Der Rat muss diese Empfehlung noch bestätigen. Er tagt am 6. Oktober das nächste Mal. Laut RVM könnte das neue Ticket drei Monate nach der Beschlussfassung in den Verkauf gehen.

Über den Autor
Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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Stephan Rape

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