Ahauser Parkour-Freunde finden eine neue Heimat im Freizeitgelände Ork

dzParkour-Anlage Ahaus

Parkour ist ein Trendsport, der in Ahaus viele Fans hat. Jetzt wurde die neue Anlage im Freizeitgelände Ork fertiggestellt. Diese bietet den Hindernisartisten neue Möglichkeiten.

Ahaus

, 25.07.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Große Freude bei den Traceuren des VfL Ahaus: Für sie gibt es neue Bewegungsmöglichkeiten am Spielplatz auf dem Freizeitgelände Ork. Wer sich fragt, was Traceure (französisch: die, die den Weg ebnen) sind, muss demnächst nur noch an der neuen Anlage vorbeilaufen. Dort springen sie per Flyaway, Kong, Lazy oder Gate Vault über Mauern oder schwingen affengleich von einer Stange zur anderen – teilweise künstlerisch wertvoll mit Salti und anderer Luftakrobatik kombiniert.

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Zwischen 180 und 200 Sportler, die sich für Parkour interessieren, trainieren in den Gruppen des VfL Ahaus. „Unsere Gruppen sind sehr groß, wir haben in fast allen Altersklassen Wartelisten. Hoffentlich können wir uns bald etwas erweitern“, meint VfL-Abteilungsleiterin Sonja Hötzel. Die jetzt fertiggestellte neue Anlage bietet laut der Abteilungsleiterin und Trainerin der Kong Kings (14 bis 30 Jahre) viele Möglichkeiten.

Hohe Mauer und Stangengerüst bieten neue Möglichkeiten

„Man kann kompakt an einem Ort mit unterschiedlichen Trainingsstufen und mit größeren Gruppen trainieren“, hebt die 44-Jährige hervor. Die neu gebaute Anlage sei als zentrale Anlaufstelle für Parkoursportler in Ahaus wichtig und biete Bewegungsmöglichkeiten, die ansonsten in Ahaus fehlen. „Zum Beispiel kann man eine hohe Mauer hochgehen, was es in Ahaus im Gegensatz zu Großstädten so nicht gibt. An dem Stangengerüst können wir jetzt hangeln und schwingen, das ist ein zentrales Element beim Parkour“, erklärt Sonja Hötzel.

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Angesichts des vielfältigen Angebots können junge und erfahrene Hindernisfreunde nun auf der Anlage verschiedene Tricks miteinander kombinieren und so kreativ eigene Runs zusammenstellen. Die Anlage ist ab einem Alter von acht Jahren freigegeben.

Viele Wünsche der Jugendlichen umgesetzt

Bei der Gestaltung der Anlage waren die Jugendlichen, an die sich das Angebot hauptsächlich richtet, von Beginn an beteiligt. Eigentlich hatte der VfL Kontakt zur Stadt aufgenommen, um den alten Standort auf dem Spielplatz am Schloss umzubauen. Die Stadt schlug daraufhin die jetzige Lösung vor. Die Anlage kostet 175.000 Euro und zählt zu den Leuchtturmspielplätzen.

Verschiedene Möglichkeiten bietet die neue Parkouranlage im Freizeitgelände Ork.

Verschiedene Möglichkeiten bietet die neue Parkouranlage im Freizeitgelände Ork. © Bastian Becker

„Wir haben mit den Kindern und Jugendlichen Skizzen gemacht und Entwürfe vorgelegt“, schildert Sonja Hötzel die engagierte Mitarbeit der Aktiven. Somit konnten viele Wünsche der Sportler umgesetzt werden. Es gab Verzögerungen bis zur Fertigstellung, da im Juni trotz Absperrung einige Personen die Anlage betreten und den neuen Fallschutz beschädigt hatten.

Auf der neuen Anlage finden sich ein Schwingerbereich mit Stangen und Winkelstützmauern, verschiedene Würfel, auf denen Präzisionssprünge geübt werden können, eine 2,60 Meter hohe Mauer in einem Bereich mit fugenlosem Fallschutz, Schrägen für Anfänger und eine Aufenthaltszone mit Bänken.

Bei der Instandhaltung der Anlage helfen die Traceure selbstverständlich mit. „Parkour ist eine Sportart, bei der man den Spot so verlässt, wie man ihn vorgefunden hat“, erläutert Sonja Hötzel dazu. Vor dem Training müsse ohnehin aufgeräumt werden, denn Müll stelle ein Sicherheitsrisiko dar. Zudem hat die Abteilung einen Verantwortlichen auserkoren, der regelmäßig nach dem Rechten sieht. „Wenn es Sicherheitsmängel geben sollte, werden wir die Stadt kontaktieren“, gibt Sonja Hötzel an.

Freiheit der Bewegung ohne Grenzen

Einige Jugendliche haben das Gelände schon getestet und dabei gemeinsam spontan sehenswerte Choreographien entwickelt. Am Freitag haben ein paar Jugendliche für die Redaktion die Anlage getestet. Der 14-jährige Milan fasst die Vorteile der neuen Anlage zusammen: „Man kann Überwindungen machen, eine Wand hochklettern und an Stangen trainieren. Es gibt alles, was man beim Parkour braucht.“

Lennart (20) erklärt seine Leidenschaft für Parkour so: Mir gefällt die Freiheit der Bewegung, es gibt keine Grenzen.“ „Man kann alles machen und das überall“, stimmt ihm der 19 Jahre alte Laurin zu. „Man braucht nicht irgendwelche teuren Sachen zu kaufen. Sportschuhe reichen völlig aus, um Parkour zu machen“, nennt Jan (16) einen weiteren Vorteil der spektakulären Hindernisüberwindung.

Zu der neuen Anlage zählt auch ein Stangengerüst.

Zu der neuen Anlage zählt auch ein Stangengerüst. © Bastian Becker

Ab sofort können sowohl die jüngste Gruppe beim VfL, die „Kong Kiddies (sechs bis zehn Jahre) als auch die Silverbacks (ab 30 Jahren) ihre Fertigkeiten erproben und erweitern. Gerade in den Ferien besteht so für die Traceure die Möglichkeit, sich rund um die Uhr der Überwindung von Hindernissen und dem Erlernen immer neuer Tricks zu widmen.

Erste Jam im September

Wenn es die Corona-Richtlinien erlauben, will die Parkourabteilung des VfL Ahaus am 19. September die erste Jam auf dem neuen Gelände durchführen. Regelmäßige Jams gehören zu Trainingsbetrieb und Vereinsleben dazu. „Wir treffen uns für drei oder vier Stunden. Nach einem gemeinsamen Aufwärmprogramm wird frei trainiert. Jeder kann mit jedem etwas machen, alle tauschen sich aus und lernen voneinander“, beschreibt Sonja Hötzel den Ablauf einer solchen Veranstaltung.

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