Dirk Rolfes, Wirt der Marktschänke, lässt sich von der negativen Resonanz nicht beeindrucken. Er bleibt bei den strengen Regeln für seine Gaststätte. © Stephan Rape
Marktschänke

Negative Resonanz auf strenge Regeln stört Wirt Dirk Rolfes nicht

Dirk Rolfes führt in seiner Marktschänke strenge Regeln ein. Nur noch Gesundete und Geimpfte werden dort bedient. Das gefällt nicht jedem. Doch die negative Resonanz stört den Wirt nicht.

Dirk Rolfes will im September strenge Regeln für seine Gaststätte in der Ahauser Innenstadt einführen: Nur noch Genesene oder Geimpfte sollen Zutritt bekommen und bedient werden. Personen, die lediglich getestet sind, sollen vor der Tür bleiben.

Der Bericht über Dirk Rolfesʼ Entscheidung hat schnell hohe Wellen geschlagen. Vor allem online. Bei Facebook sammelte der Artikel schnell eine große Zahl an Kommentaren – vor allem negative:

Viele negative Kommentare auf Facebook

Luca Seewald – laut Facebook-Profil aus Legden – schreibt: „Dann hoffen wir doch mal, dass er mit seiner Kneipe auf die Fresse fällt und schließen muss. Immer diese Lappen, die meinen mit Spaltung der Gesellschaft noch besser zu sein als andere… Gab’s schon mal, sowohl in Deutschland als auch in Amerika, und klappt auch nicht auf Dauer.“

Daniel Richert meint: „Also eine Gaststätte, die man meiden sollte.“ Eine „Klunte Herten“ schreibt: „Der kann sich das wohl leisten bei Eigentum. Aber gibt ja zum Glück noch Gaststätten in Ahaus, die solche Regeln nicht einführen. Gut für die anderen.“ Stephan Brandt schreibt: „Für mich als Geimpfter ein Skandal, werde solche Gaststätten und Restaurants meiden. Was ist nur aus Deutschland und seiner Demokratie geworden.“ Guido Moellers – immerhin aus Ahaus – erklärt: „Geh da eh nicht hin, also scheiß drauf“.

Auffällig ist, dass viele der Kommentare von Personen kommen, die zumindest laut der Angaben auf ihren Facebook-Profilen weder aus Ahaus noch aus dem Kreis Borken stammen.

Befürworter sprechen sich für Dirk Rolfes‘ Idee aus

Zwischen den Kommentaren gibt es aber auch Befürworter von Dirk Rolfes‘ Idee, wie Timo Zimmer: „Es ist Dirk seine Gaststätte und er kann es machen wie er will. Finde es top“, schreibt er mit münsterländischem Zungenschlag. Birger van Delden lobt: „Richtig, Dirk.“ Andreas Terbeck nennt es „konsequent zum Schutz der Angestellten und der Kundschaft.“ Eine Nutzerin mit dem Namen „Bine Howorka“ bringt es auf den Punkt: „Hausrecht. Ich kann’s verstehen. Schließlich geht es um die Zukunft seines Geschäfts.“

Dirk Rolfes indes nimmt die Reaktionen gelassen hin. Sehr gelassen. „Die, die sich negativ äußern, negative Bewertungen abgeben oder bei Facebook negativ kommentieren, kenne ich zum Großteil überhaupt nicht. Die haben zu viel Zeit und sind nur im Internet unterwegs“, sagt er am Dienstagmorgen im Gespräch mit unserer Redaktion.

Von den eigenen Gästen habe er auch nach der Berichterstattung fast ausschließlich positive Rückmeldungen erhalten. „Rund 90 Prozent“, sagt er. Auch am Dienstagmorgen habe er schon viele persönliche Gespräche geführt oder Whatsapp-Nachrichten bekommen: „Meine Gäste nehmen die Entscheidung sehr positiv auf.“

Dirk Rolfes bleibt bei seiner Linie – aus ganz persönlichen Motiven

Auf jeden Fall werde er bei seiner Linie bleiben und die strengeren Zugangsvoraussetzungen zu Anfang oder Mitte September einführen. Zum Einen, um Gäste und Personal zu schützen. Aber auch, um ein Zeichen zu setzen. „Ich weiß, wovon ich rede“, sagt er. Schließlich habe er die Folgen des Coronavirus‘ hautnah miterlebt: Durch eine eigene Erkrankung – und durch einen Schicksalsschlag im nahen Familienumfeld: „Meine Schwägerin ist im Dezember 2020 am Coronavirus gestorben“, macht er deutlich.

Also solle ihm keiner sagen, dass man das Coronavirus auf die leichte Schulter nehmen solle oder eine Impfung dagegen nicht notwendig sei.

Über den Autor
Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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Stephan Rape

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