Junge Klimaschützer gehen mit neuem Konzept auf die Straße – und ignorieren Provokationen

dzKlima-Demo in Ahaus

Es ist wieder Anfang des Monats. Für die jungen Ahauser Klimaschützer bedeutet das, am Freitag wieder auf die Straße zu gehen. Dieses Mal soll alles ein bisschen anders werden.

Ahaus

, 06.06.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Obwohl vor einem Monat bei der zweiten „Fridays for Future“-Demonstration in Ahaus von der Anfangs-Euphorie der Premiere nicht mehr viel zu sehen war, machen die Nachwuchs-Klimaschützer weiter mobil. „Handelt! Jetzt!“ lautet das Motto, unter dem die Schüler am Freitag, 7. Juni, ab 11.30 Uhr über die Ahauser Straßen ziehen. „Wir haben keine Zeit mehr. Die Politik muss jetzt handeln und das müssen wir ihnen zeigen“, schreibt Ina Elpers (14), eine der beide Initiatoren der hiesigen Bewegung in der Einladung. Die Devise ist klar: Wir lassen uns nicht unterkriegen. Und die Bewegung wächst. Mittlerweile sind alleine circa 15 Schüler im Orga-Team.

„Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut.“ Das ist der erste von insgesamt 22 Demosprüchen, den die 14-jährige Ahauserin Cilia Gesing am Dienstag in die Whatsapp-Gruppe der Ahauser „Fridays for Future“-Bewegung schickte. Sie ist der zweite Kopf der Bewegung. Konkret wird in den Schlachtrufen gegen die Abholzung des Hambacher Forstes, die Braunkohlegewinnung und Umweltverschmutzung im Allgemeinen gewettert.

Mit neuen Gesängen Abwechlung reinbringen

Nach den ersten beiden „Fridays for Future“-Demos in Ahaus haben die Orgsanisatoren ihre Rückschlüsse gezogen. Einer davon: Es wurde immer das Gleiche gesungen. Nun möchte man mehr Abwechslung reinbringen und hat sich dafür bei vergleichbaren Aktionen etwas abgeschaut. „Wir waren in der vorletzten Woche in Borken demonstrieren und haben uns dort viele Anregungen geholt“, sagt Cilia Gesing im Gespräch mit unserer Redaktion.

Junge Klimaschützer gehen mit neuem Konzept auf die Straße – und ignorieren Provokationen

Cilia Gesing (14) und Ina Elpers (14) holten den Protest "Fridays for future" nach Ahaus. © Markus Gehring

Die grundlegendste Änderung: Es wird erstmalig einen Demonstrationszug durch die Ahauser Innenstadt geben. Mit bunten Plakaten, Schlachtrufen und einer möglichst großen Menschenmasse möchte man die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Die Anmeldung bei der Polizei ist schon erfolgt. „Ich bin mir sicher, dass wir dadurch noch mehr registriert werden, als wenn wir nur vor dem Rathaus stehen. Wir wollen das Thema Klimaschutz im Bewusstsein der Menschen halten“, so Cilia Gesing.

Vom Rathausplatz durch die Innenstadt ziehen

Der Treffpunkt bleibt allerdings der Rathausplatz. Von dort geht es über die Straße „Zum Rotering“ über unter anderem die Bahnhofstraße, die Fuistingstraße und die Königstraße zurück in die Innenstadt. Zwischendurch wird am Kulturquadrat für einige Redebeiträge Halt gemacht. „Eventuell wird ein Mitglied der Science-for-Future-Bewegung zu den Teilnehmern sprechen. Das ist aber noch nicht ganz sicher“, sagt Cilia Gesing. Auch einge Schüler haben laut der 14-Jährigen „das Bedürfnis, etwas zu sagen.“

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Die immer wieder aufkommende Kritik aus der Bevölkerung ist auch den Organisatorinnen nicht verborgen geblieben. Sie perlt aber offensichtlich an ihnen ab. „Wir haben uns entschieden, nicht auf Provokationen einzugehen. Die Kritik kommt fast nur aus den sozialen Medien und nur sehr selten auf der Straße. Wenn, dann sind es immer Erwachsene“, erklärt Cilia Gesing.

Junge Klimaschützer gehen mit neuem Konzept auf die Straße – und ignorieren Provokationen

Die Schüler treffen sich am Rathausplatz und ziehen dann durch die Stadt. © Grafik: Hasken

Ausweichenede Antwort auf Kritik

Dass dieses Mal wieder einige Schüler die Schule schwänzen müssen, falls sie teilnehmen möchten, rechtfertig sie ausweichend: „Wir wollen einen Rhythmus reinbekommen, aber man sollte auch nicht jedes Mal die Schule schwänzen müssen. Wir haben aber genau beobachtet, wer auch gekommen ist, als die Demo beim zweiten Mal außerhalb der Schulzeit lag.“ Dafür seien bei der Zweitauflage aber diejenigen dagewesen, denen es wirklich um den Klimaschutz gehen. „Das hat man auch daran gesehen, dass dieses Mal gar kein Müll rumlag.“

Die guten Ergebnisse der Grünen bei den zurückliegenden Europawahlen sind den Ahausern nicht verborgen geblieben. „Ich denke, die Fridays-for-Future-Bewegung hat ihren Anteil daran, dass die Menschen ein Bewusstsein für das Klima entwickelt haben. Und das Ergebnis der Grünen ist die Antwort der Bevölkerung“, so Cilia Gehling.

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