Die Fahrer der Müllfahrzeuge der Firma Stenau schauen wegen der aktuellen Schneemassen genau, durch welche Straße sie sich zutrauen zu fahren. Wenn eine Durchfahrt nicht möglich ist, müssen die Anlieger auf die nächste turnusmäßige Müllabfuhr warten. © Anne Winter-Weckenbrock
Schneemassen

Müllabfuhr im Schnee: Was passiert, wenn die Fahrzeuge nicht durchkommen?

Schneemassen in kleinen Anliegerstraßen, in Stichstraßen und vor allem auf Wirtschaftswegen im Außenbereich: Die Mülltonnen sind voll und werden an die Straße gestellt. Aber auch abgeholt?

Trotz der Schneemassen waren am Montag und auch am Dienstag Müllfahrzeuge der Firma Stenau in Ahaus unterwegs. Aber wo genau – das bleibt der Gefahreneinschätzung des jeweiligen Lkw-Fahrers überlassen, wie Dr. Georg Grüber von der Geschäftsleitung auf Anfrage betonte. „Fahren mit Augenmaß“ sei das Gebot der Stunde.

„Wir kommen nicht in alle Straßen“, machte der Geschäftsführer deutlich. Der schwere Lkw – beladen bringt so ein Müllfahrzeug 20 bis 25 Tonnen auf die Waage – sei vielleicht ein Vorteil beim Fahren, „aber unsere Fahrer sind nicht vor Glatteis gefeit. Und wenn so ein Wagen ins Rutschen gerät…“

Nachgeholt wird die Fahrt nicht

Georg Grüber macht eins deutlich: Wenn der Müll nicht abgeholt werden konnte wegen der Schneemassen auf den Straßen oder auch, weil die Tonnen nicht vor der Tür standen – nachgeholt wird die Fahrt nicht. Das sei mit den Kommunen so abgestimmt. Da müssen die Einwohner warten bis zum nächsten Abfuhrtermin oder, wenn es die Straßenverhältnisse zulassen, ihren Abfall selbst zum Wertstoffhof transportieren, so der Stenau-Geschäftsführer.

Stenau fährt in neun Kommunen im Münsterland und in der Grafschaft Bentheim den Müll ab. „Jeder Tag ist komplett durchgetaktet“, erklärt Georg Grüber, warum keine Touren nachgeholt werden können.

Wie die Stadt Ahaus am Dienstagmittag mittelte, hätten bis dato rund 80 Prozent der Straßen befahren und die Abfallgefäße dort geleert werden können. Sie bietet eine Lösung für die Einwohner an, zu denen es die Müllabfuhr nicht geschafft hat: Sollten die Kapazitäten der Abfallgefäße in den kommenden Wochen bis zur nächsten Leerung nicht ausreichen, stehen am Wertstoffhof der Stadt Ahaus, Max-Planck-Straße 1, zu den bekannten Öffnungszeiten Container zur Abgabe zusätzlicher Müllsäcke für Restmüll und Abfälle der Gelben Tonne zur Verfügung.

Anrufe mit Lob – aber auch mit Nachfragen, wo die Müllabfuhr bleibt

Anrufe gab es beim Unternehmen Stenau auch in den vergangenen Tagen: Sowohl mit Lob von Einwohnern, die sich über den Einsatz der Lkw-Fahrer freuten, aber auch mit Nachfragen, warum denn der Müll nicht abgeholt worden sei, erzählt Georg Grüber.

Die Stadt Ahaus bittet in ihrer Pressemitteilung um nachbarschaftliche Mithilfe für Personen, denen ein Transport nicht möglich ist. Alternativ können für noch ausstehende Touren die Abfallgefäße auch an die nächstmögliche geräumte beziehungsweise befahrbare Straße gestellt werden. Aufgrund der gelagerten Schneemassen können Sackgassen oder kurze Stichwege teilweise nicht befahren werden.

Schnee bitte auch rund um die Mülltonnen wegräumen

Ergänzend bitten Stadt und Stenau darum, den Schnee, dort wo die Abfallgefäße abgestellt werden, zu räumen, sodass das Müllfahrzeug die Tonne barrierefrei greifen kann und eine Leerung gewährleistet ist. Zudem weisen Stadt und Stenau darauf hin, dass der Müll in den Tonnen nicht geleert werden kann, wenn er zu stark verfestigt bzw. gefroren ist. Auch hier kann die Möglichkeit genutzt werden, weiter anfallenden Müll über den Wertstoffhof zu entsorgen.

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Anne Winter-Weckenbrock

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