Einer der Ahauser Trauerschwäne suchte am Donnerstag zwischen dem Müll nach Nahrung. Die Vredenerin Karin Sklenak war vom Zustand in der Gräfte regelrecht erschrocken. © Karin Sklenak
Verschmutzung

Müll und altes Brot bedrohen Vögel in der Gräfte am Ahauser Schloss

Müll und Brot auf dem Wasser der Ahauser Schlossgräfte haben eine Vredenerin regelrecht erschreckt. Die Stadt hat zwar umgehend reagiert, trotzdem sind die Vögel im Schlossgarten in Gefahr.

Die Schwäne in der Ahauser Schlossgräfte haben am Donnerstag zwischen leeren Getränkepäckchen, Plastikmüll, leeren Glasflaschen und anderem Müll nach Nahrung gesucht. Auch lagen wieder größere Mengen altes Brot im Wasser. Auch ein toter Vogel trieb dort nahe der Stelle, wo gerade Familien mit kleinen Kindern oft die Vögel füttern.

Vredenerin über Zustände in der Gräfte erschrocken

Die Vredenerin Karin Sklenak war über die Zustände regelrecht erschrocken, erklärt sie. Regelmäßig sei sie im Schlossgarten unterwegs. Zum Spazieren oder Fotografieren. „So schlimm wie am Donnerstag hat es da aber noch nie ausgesehen“, sagt sie. Und das, obwohl doch nun wirklich ausreichend Mülleimer im ganzen Schlossgarten verteilt seien.

Neben dem Müll stört sie sich vor allem an dem alten Brot, das Spaziergänger wohl aus vermeintlicher Tierliebe ins Wasser geworfen haben, um die Vögel dort zu füttern. „Dabei weiß doch eigentlich jeder, wie unglaublich schädlich das Brot für die Tiere ist“, erklärt die Vredenerin.

Stadt Ahaus reinigt Schlossgräfte am Freitagmorgen

Die Stadt Ahaus hat umgehend reagiert. Am Freitagmorgen rückten Mitarbeiter vom Baubetriebshof aus, um die Gräfte zu reinigen. „Der Schlosspark und die Gräfte liegen natürlich auf den regelmäßigen Kontrollrouten“, sagt Stefan Hilbring, Pressesprecher der Stadt Ahaus. Wie oft genau dort jemand nach dem Rechten sieht, könne er aber nicht sagen. Zusätzlich werde die Stadt aber auch durch Mitglieder des Angelsportvereins Ahaus und der DLRG Ahaus unterstützt. „Die Ehrenamtlichen sind aber vor allem an den Wochenenden vor Ort“, sagt er.

Über die regelmäßigen Kontrollen hinaus reagiere die Stadt natürlich auch auf Zuruf – wie jetzt in diesem Fall. Die Information über die Verschmutzung habe die Stadt am frühen Donnerstagabend bekommen. Am Freitagmorgen sei das einer der ersten Aufträge für den Baubetriebshof gewesen.

Vögel in der Gräfte nicht füttern – schon gar nicht mit Brot

Immer wieder hatte „Schwanenvater“ Rudi Mensing vom Ahaus e.V. eindringlich appelliert, die Tiere nicht zu füttern. Schon gar nicht mit altem Brot. Bisher offenbar erfolglos.

Altes Brot und Müll bringen die Vögel auf der Gräfte immer wieder in Gefahr. Im vergangenen November konnte eine Ahauserin einen Schwan gerade noch retten, dem sich in ein langes Stück alter Angelschnur um die Zunge gewickelt hatte. Kurze Zeit später war eines der Geschwistertiere verendet – wahrscheinlich, weil es zu viel falsches Futter bekommen hatte. Übrigens genau wie 2019: Auch da war einer der Trauerschwäne verendet, vermutlich wegen der Fütterung mit zu viel altem Brot.

Über den Autor
Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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Stephan Rape

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