Für Eliane Kleinsmann (18) war es nach dem Selbsttest in der Schule der zweite Corona-Test. © Victoria Garwer
Ahaus macht den Test

Mit Video: Mehr als 9000 Menschen haben sich in Ahaus testen lassen

An zahlreichen Teststellen in der Innenstadt und den Ortsteilen konnten sich Ahauser am Wochenende auf das Coronavirus testen lassen. Dadurch sind einige Infektionen aufgefallen.

Genau 9325 Menschen haben sich am Wochenende in Ahaus auf das Coronavirus testen lassen. Neben den bereits vorhandenen Teststellen wurden für die groß angelegte Aktion unter dem Motto „Ahaus macht den Test“ zahlreiche weitere eingerichtet.

Nicole Schweizer und Franziska Zoschke stehen am Sonntag dick eingepackt und mit Schutzkitteln, Maske, Handschuhen und Brille geschützt in einer der kleinen Holzhütten in der Ahauser Innenstadt. „Kann man sich hier testen lassen?“, fragt ein Mann, der zufällig vorbei kommt. „Ja, aber Sie müssen erst einen Termin machen“, antwortet Franziska Zoschke.

Auch wenn hier gerade wenig los ist, der Termin über die App ist wichtig, damit der Mann seine Daten hinterlegt und später auch sein Ergebnis auf digitalem Weg bekommt. So dauert der Test nur ein paar Minuten. Einchecken, Teststäbchen in den Rachen und beide Nasenlöcher, verabschieden. Kein langes Warten auf das Ergebnis, kein Papierkram.

Mehr als 8500 Tests an diesem Wochenende wurden so durchgeführt. „Auf analogem Weg wäre diese Gesamtzahl sonst nicht möglich gewesen“, sagt Maria Engels von Tobit.

Aushilfsjob in den Osterferien

Die beiden Schülerinnen haben gerade Osterferien und können das Geld für den Minijob gut gebrauchen. „Und es hilft ja der Allgemeinheit“, sagt Nicole Schweizer. So sehen es offenbar auch die Ahauser. „Viele bedanken sich für ihren Einsatz und bringen sogar Süßigkeiten als Dankeschön mit“, sagt Josephien Altunkaynak. Sie ist am Sonntag in der Pop-Up-Teststelle in einem leer stehenden Ladenlokal eingeteilt.

Nicole Schweizer (l.) und Franziska Zoschke haben Osterferien und nutzen die freie Zeit, um an einer Teststelle in der Ahauser Innenstadt zu helfen.
Nicole Schweizer (l.) und Franziska Zoschke haben Osterferien und nutzen die freie Zeit, um an einer Teststelle in der Ahauser Innenstadt zu helfen. © Victoria Garwer © Victoria Garwer

Innerhalb von vier Stunden haben sich hier an diesem Tag schon mehr als 80 Menschen testen lassen. In den Hütten waren es am Freitag und Samstag im Schnitt 100 Menschen pro Hütte – und davon gab es neun in der Fußgängerzone.

Ehepaar hat dank Test ein gutes Gefühl

Willi und Margret Hölscher aus Legden haben den schnellen Test mit einer Fahrradtour verbunden. Am Tag vorher hatten sie Besuch von den Kindern samt Familie. „Die waren getestet und konnten sagen: Wir können euch schonmal nicht anstecken. Das ist doch ein tolles Gefühl“, sagt Margret Hölscher.

Margret Hölscher findet, dass der Test ein Gefühl von Sicherheit gibt.
Margret Hölscher findet, dass der Test ein Gefühl von Sicherheit gibt. © Victoria Garwer © Victoria Garwer

Die Kinder haben den Eltern direkt die App installiert. Das Ehepaar hat die Großaktion auch genutzt, um die Technik kennen zu lernen. Jetzt wissen sie, wie es funktioniert, wenn sie demnächst zum Einkaufen ein negatives Testergebnis brauchen. „Ich habe kein Problem damit. Es ist doch gut, wenn die Geschäfts öffnen können, da zeige ich auch gerne einen Test vor“, sagt Margret Hölscher.

Ergebnis kommt 20 Minuten später per App

Auch am Drive-Through am Tobit-Campus ist am Sonntag einiges los. Eliane Kleinsmann ist zusammen mit ihrem Vater gekommen. Die 18-Jährige hat sich in der vergangenen Woche in der Schule bereits selbst getestet, doch jetzt steckt ihr zum ersten Mal jemand Fremdes des Teststäbchen tief in Rachen und Nase. Unangenehm, doch Eliane Kleinsmann sieht es positiv: „Man sollte die Chance doch nutzen und helfen die Verbreitung einzudämmen.“

Nach 15 bis 20 Minuten ist auf den Tests das Ergebnis zu sehen.
Nach 15 bis 20 Minuten ist auf den Tests das Ergebnis zu sehen. Eine Mitarbeiterin gibt es dann in die App ein. © Victoria Garwer © Victoria Garwer

Ihr Teststäbchen landet hinter dem Tresen in einer Flüssigkeit, die dann auf ein Feld am eigentlichen Test geträufelt wird. Durchnummeriert liegen sie nebeneinander. 20 Minuten später haben die Testpersonen das Ergebnis in ihrer App vorliegen. In den meisten Fällen ist es negativ. Nur 29 der 9325 Tests sind an den drei Tagen der Großaktion positiv ausgefallen.

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Als gebürtige Vredenerin habe ich mich aus Liebe zur Region ganz bewusst für den Job als Lokaljournalistin in meiner Heimat entschieden. Mein Herz schlägt für die Geschichten der Menschen vor Ort. Ich möchte informieren, unterhalten und überraschen.
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