Beate Hofmann (57), ehrenamtliche Leiterin des Eine-Welt-Ladens Ahaus, freut sich auf die neuen Räume am Domhof. Damit verbunden ist aber auch eine große Kraftanstrengung: Damit sich der Laden an der neuen Adresse halten kann, muss er binnen zwei Jahren seinen Umsatz verdoppeln. © Stephan Rape
Umzug wegen Umbau

Mit Video: Eine-Welt-Laden Ahaus bekommt ein neues Zuhause am Domhof

Der Eine-Welt-Laden Ahaus muss umziehen: Nach 23 Jahren will die katholische Gemeinde die alte Kaplanei umbauen. Die neuen Räume kamen für das Team des Ladens wortwörtlich in letzter Minute.

Nach 23 Jahren ist Schluss – zumindest an der Marienstraße: Weil die katholische Kirchengemeinde St. Mariä Himmelfahrt die alte Kaplanei umbauen möchte, muss der Eine-Welt-Laden Ahaus umziehen. Und zwar schon im April.

Doch Beate Hofmann (57), die ehrenamtliche Leiterin des Eine-Welt-Ladens, kann inzwischen aufatmen: „Wir haben ein neues Geschäftslokal gefunden“, sagt sie im Gespräch mit unserer Redaktion. Doch diese Nachricht sei wirklich erst ein paar Tage alt. „Wir waren ratlos“, erzählt sie. Mehr noch: „Wir waren kurz davor, den ganzen Laden endgültig zu schließen.“ Viele Telefonate, viele Versuche blieben zunächst ohne Erfolg. Auch beim städtischen Förderprogramm gegen Leerstände in der Innenstadt hatte sie sich beworben – kam aber nicht zum Zug.

Neues Geschäftslokal am Domhof

Doch dann die gute Nachricht: In einem ehemaligen Büro am Domhof wird der Eine-Welt-Laden zukünftig sein Zuhause haben. „Der Umzug wird irgendwann im April sein“, sagt Beate Hofmann. Genau kann sie es noch nicht sagen. In diesen Tagen findet erst einmal die Schlüsselübergabe statt.

Schon jetzt freut sie sich aber auf die neuen Räume: Neben der zentralen Lage haben die vor allem einen großen Vorteil: „Sie sind ebenerdig erreichbar“, sagt Beate Hofmann. Das war im jetzigen Geschäft nicht möglich. Auch eine Rampenlösung ließ sich nie umsetzen.

Finanzielle Unterstützung soll den Neustart erleichtern

Für den Umzug gibt es finanzielle Unterstützung. Auch danach werde die katholische Kirchengemeinde den Eine-Welt-Laden für zwei Jahre finanziell bei der Miete unterstützen. Weitere Unterstützung kommt von einem Ahauser, der aber anonym bleiben wolle. Auch der habe für zwei Jahre monatliche Spenden zugesagt.

Insgesamt sei der Eine-Welt-Laden so für zwei Jahre gesichert. Und danach? Schließlich musste das kleine Geschäft, das ausschließlich von Ehrenamtlichen des Arbeitskreises Eine Welt Ahaus getragen wird, bisher keine Miete bezahlen. Das ist in dem neuen Geschäft anders.

Eine-Welt-Laden muss in zwei Jahren Umsatz verdoppeln

Nach zwei Jahren muss der Laden an der neuen Adresse auf eigenen Füßen stehen. Keine leichte Aufgabe: „Wir müssen unseren Umsatz verdoppeln. Das ist ein ganz einfaches Rechenspiel“, sagt Beate Hofmann. Zwar sei ihr der Vermieter entgegengekommen, eine Miete werde aber natürlich trotzdem fällig.

Der Eine-Welt-Laden zieht im April in diese ehemaligen Büroräume am Domhof. Beate Hofmann freut sich darauf – jetzt wo die stressige Suche nach neuen Räumen erfolgreich gelaufen ist.
Der Eine-Welt-Laden zieht im April in diese ehemaligen Büroräume am Domhof. Beate Hofmann freut sich darauf – jetzt wo die stressige Suche nach neuen Räumen erfolgreich gelaufen ist. © Stephan Rape © Stephan Rape

Eine große Herausforderung, aber eine der sie sich mit ihrem Team stellen möchte. Die Voraussetzungen seien gut. Die Lage des neuen Ladens sei zentral in der Innenstadt, wenn auch durch den Torbogen etwas versteckt.

Allerdings werden die Waren etwas teurer werden. „Bisher haben wir alle Rabatte, die wir bekommen haben, direkt an unsere Kunden weitergegeben“, erklärt sie. Beispielsweise sei der fair-gehandelte Kaffee zum Einkaufspreis abgegeben worden. Das werde zukünftig nicht mehr möglich sein.

Gleichzeitig soll das Angebot etwas ausgeweitet werden. „Wir haben in den neuen Räumen mehr Platz. Da können wir auch unser Sortiment etwas erweitern“, erklärt sie. Am Ende stehe und falle alles natürlich mit den Kunden, die kaufen würden. Sie hofft, dass der Plan gelingt. Denn über allem stehe eben der faire Handel, um in den Herkunftsländern von Kaffee, Schokolade und Co. die Bevölkerung zu unterstützen.

Gemeinde plant pastorales Zentrum in der alten Kaplanei

Und was passiert mit der alten Kaplanei? Nachfrage bei Stefan Jürgens, dem leitenden Pfarrer der Gemeinde St. Mariä Himmelfahrt: „Dort entsteht ein pastorales Zentrum. Ein Haus der Seelsorge“, erklärt er. Alle Seelsorger der Gemeinde, die Verbundleiterin, der Organist und der Verwaltungsreferent sollen zentral an einer Stelle Büros bekommen. Zusätzlich ist ein Besprechungszimmer geplant. Wenn alles glattgeht, soll der Umbau schon am 1. Mai beginnen.

Über den Autor
Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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Stephan Rape

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