Mit 15 PS fährt Stephan Teine ganz gemächlich kreuz und quer durch das Münsterland

dz#teinetuckert

Die Vorbereitungen sind abgeschlossen: Unter dem Motto „#teinetuckert“ mache ich mich – ganz langsam – auf den Weg zu den Lesern.

Ahaus, Vreden

, 08.09.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die ersten Fahrübungen habe ich hinter mir, das Gepäck ist weitgehend regensicher verpackt und auch die Überführungsfahrt von Stadtlohn-Büren nach Ahaus habe ich am Donnerstagabend ohne größere Zwischenfälle hinter mich gebracht. Kurz: Es gibt kein Zurück mehr.

Es ist Donnerstagabend, kurz vor 20 Uhr. Ich hatte mich bei Josef Leuker in Stadtlohn-Büren angekündigt, um den Trecker abzuholen. Stolz zeigt er mir, dass er alles noch einmal auf Vordermann gebracht hat: Die Hupe ist repariert, sicherheitshalber hat er noch einen Reifen gewechselt und für das Gepäck hat er mir einen kleinen Metallkorb auf der Ackerschiene befestigt.

„Damit du auch was mitnehmen kannst“, sagt er und strahlt dabei über das ganze Gesicht. Den Traktor hat er eigentlich seiner Tochter und ihrem Mann zur Hochzeit geschenkt. Umso froher bin ich, dass ich ihn für meine Tour durch das Münsterland ausleihen darf. Hoch und heilig verspreche ich, dass der Traktor in einem Stück und unversehrt wieder zurückkommen wird.

Langsame Fahrt ganz rechts am Straßenrand

Nach ein paar Erklärungen mache ich mich schließlich von Büren auf den Weg. Und zuckele das erste Mal ganz alleine über die Straße. Es fühlt sich schon ein bisschen merkwürdig an, am rechten Straßenrand mit 15 Sachen vor mich hinzutuckern, während Autos und LKW mit gefühlter Schallgeschwindigkeit auf dem Gescher Damm an mir vorbeidonnern.

Problem: Die Deutz-Werke haben damals Rückspiegel wohl für unnötig gehalten. Gleichzeitig nagelt der 850-Kubikzentimeter-Diesel so laut, dass ich um mich herum kaum etwas höre.

Erste Begegnungen sind schon sehr gut verlaufen

Ich werde mich wohl daran gewöhnen müssen und häufiger den Blick nach hinten riskieren – oder auf Wirtschaftswege ausweichen. Wobei, dann würden mir wohl ein paar Begegnungen entgehen.

Wie die mit den beiden jungen Passagieren eines hochmotorisierten BMW, die ein ganzes Stück mit Warnblinker hinter mir herfahren und fröhlich winken. Als sie schließlich doch überholen, öffnet sich das Beifahrerfenster: „Ey, welches Baujahr hat der?“, ruft mir der Beifahrer zu. „1962“, schreie ich gegen den Diesellärm an. „Geil!“, schallt es zurück. Ich sehe noch einen emporgestreckten Daumen, dann gibt der Fahrer Gas und der BMW verschwindet hinter der nächsten Kurve. So kann‘s weitergehen.

Mit 15 PS fährt Stephan Teine ganz gemächlich kreuz und quer durch das Münsterland

Wenn Sie dieses Bild sehen, bitte nicht drängeln. Der Deutz kann nun einmal nicht viel schneller als 15 km/h. © Markus Gehring

Am Sonntagmittag mache ich mich mit dem kleinen Deutz D15 auf den Weg durch das Verbreitungsgebiet der Münsterland Zeitung. Was mir dabei passiert oder mit wem ich ins Gespräch komme, weiß ich natürlich noch nicht. Aber auf jeden Fall werde ich darüber berichten. Bis Samstag, 14. September, will ich unterwegs sein und wenigstens einmal an jedem Kirchturm vorbeikommen. Wir sehen uns unterwegs!

SIEBEN TAGE, EIN TRAKTOR

  • Ab dem 8. September tuckert Stephan Teine mit dem alten Deutz D15 durch das Verbreitungsgebiet unserer Redaktion.
  • Einen festen Ablauf dafür gibt es nicht. Die Eckpunkte der Reise bestimmen die Leser.
  • Von unterwegs berichtet er, was ihm passiert, wen er trifft und wie sich das Westmünsterland vom Bock eines alten Traktors anfühlt.
  • Jetzt und unterwegs ist er per E-Mail, Facebook oder Twitter erreichbar.
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