Millionenprojekt: Verwaltung plant Mensa-Neubau für AHG-Schüler

dzAlexander-Hegius-Gymnasium

Die Verwaltung plant einen mehrere Millionen Euro teuren Neubau einer Mensa auf dem Gelände des Josef-Cardijn-Hauses, direkt neben dem Alexander-Hegius-Gymnasium.

Ahaus

, 29.10.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Das Provisorium in der Aula des Alexander-Hegius-Gymnasiums soll ein Ende haben: Die Stadtverwaltung legt am Mittwoch, 30. Oktober, Pläne für den Neubau einer rund 4,5 Millionen Euro teuren Mensa auf dem benachbarten Grundstück des Josef-Cardijn-Hauses an der Fuistingstraße vor.

Planungsgruppe tagt regelmäßig

Der Ausschuss für Stadtentwicklung und der Schulausschuss werden darüber um 18 Uhr im Ratssaal im Rathaus in einer gemeinsamen Sitzung beraten.

Seit Herbst vergangenen Jahres tagt im Monatsrhythmus eine Planungsgruppe, der Schulvertreter, Mitarbeiter der Verwaltung sowie des beauftragten Architekturbüros Tenhündfeld aus Wessum angehören.

Zudem sei auch die Schulgemeinde (Schüler, Lehrer, Eltern) bei der Planung eingebunden und informiert worden, schreibt die Verwaltung in einer Vorlage zur Sitzung.

Verpflegung in der Aula

Seit dem Schuljahr 2006/07 wird den Schülern am Alexander-Hegius-Gymnasium bei der Übermittagbetreuung ein warmes Mittagessen geboten.

Die Ausgabe erfolgte zunächst im benachbarten Josef-Cardijn-Haus. Zum Schuljahr 2015/16 führte die Schule den gebundenen Ganztagsbetrieb ein. Seitdem seien die Teilnehmerzahlen an der Verpflegung stetig gestiegen, teilt die Verwaltung mit.

Wegen Platzmangels im Josef-Cardijn-Haus essen die Schüler seit dem vergangenen Schuljahr in der Aula des Gymnasiums.

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An hochfrequentierten Tagen nehmen durchschnittlich zwischen 200 und 250 Schüler des Gymnasiums in der provisorischen Mensa in der Aula ihr Mittagessen ein. An sogenannten Kurztagen sind es rund 40 Schüler.

Es könnten mehr sein, doch nach Einschätzung der Verwaltung und der Schulleitung bietet das Provisorium in der Aula eine nur wenig ansprechende Atmosphäre.

Der geplante Neubau soll als eigenständiges, zweigeschossiges Gebäude hinter dem jetzigen Josef-Cardijn-Haus gebaut werden. Der Neubau reiche für die Bedarfe des Gymnasiums aus, schreibt die Verwaltung.

Der Raumbedarf der Anne-Frank-Realschule für die Mittagsverpflegung könnte laut Verwaltung durch die Nutzung des Saales im Josef-Cardijn-Haus sichergestellt werden.

Zweiter Bauabschnitt später

Ein zweiter Bauabschnitt – der Umbau des Josef-Cardijn-Hauses und die Verbindung der beiden Gebäude für insgesamt 1,1 Millionen Euro – könnte später hinzukommen. Das wäre dann der Fall, wenn die Realschule als Ganztagsschule geführt werden würde und die Schüler dann ebenfalls verpflegt werden müssten.

Aktuell weist die Anne-Frank-Realschule eine vergleichsweise geringe Anzahl an Essensteilnehmern auf: rund 60 von 904 Schülern.

Seit dem Schuljahr 2008/09 gibt es für die Realschüler bei der Übermittagsbetreuung die Möglichkeit, in der Kantine der Berufsbildungsstätte (BBS) ein warmes Mittagessen einzunehmen. Die Verwaltung schreibt von einem deutlichen Interesse der Realschule, zukünftig die neue städtische Mensa zu nutzen.

Eine Mensa im Josef-Cardijn-Haus für zwei benachbarte, weiterführende Schulen würde „wirtschaftlich, ökologisch und organisatorisch einen positiven Synergie-Effekt ergeben“. Nicht wenige Schüler versorgen sich laut Verwaltung im Umfeld der Schulen (Schnellimbiss, Pizzeria, Bäckerei) und verlassen dafür das Schulgelände.

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Im Schuljahr 2024/25 könnten maximal 784 Schüler des Gymnasiums und 837 Schüler der Realschule die Mittagsverpflegung in Anspruch nehmen.

Bei einer angenommenen Beteiligung von 50 Prozent müssten demnach für 406 Schüler im Zwei-Schicht-Betrieb Sitzplätze, Garderoben, Sanitäranlagen, ein Loungebereich, ein Bistro, sowie Küchen-, Lager-, Personal- und Abstellräume eingeplant werden.

Zusätzlich vorgesehen ist ein Platzangebot für schätzungsweise 50 Schüler als „Selbstversorger“. Geplant ist zudem ein Bistro in Fremdbewirtschaftung, das beispielsweise von 7 bis 15 Uhr geöffnet sein könnte.

Die jetzt geplante Mensa umfasst keine eigene Garküche. Die Zubereitung des Essens soll weiter am Standort der Zentralküche in der Irena-Sendler-Gesamtschule erfolgen.

Millionenprojekt

Laut Sachdarstellung der Verwaltung teilen sich die Neubaukosten grob in fünf Bereiche auf. Für „vorbereitende Maßnahmen“ werden 66.000 Euro Kosten kalkuliert, für Baukonstruktionen 2,12 Millionen Euro, für technische Anlagen 1,36 Millionen Euro, für Außenlagen und Freiflächen 98.000 Euro und für Baunebenkosten 805.000 Euro.

Die Option der Erweiterung, eine grundstücksschonende Planung, durch höhere Besucherzahlen deutlich erhöhte Anforderungen an das Lüftungssystem und die technische Ausstattung – all das seien nicht unerhebliche Kosten, schreibt die Verwaltung.

Sollte die Option allerdings nicht berücksichtigt werden – und müssten künftig Mensaplätze in der Realschule nötig – wären die dann entstehenden Kosten noch höher, schreibt die Verwaltung. Sie hält es außerdem für sinnvoll, die neuen Räume auch über die reine Mittagessenausgabe zu nutzen.

Der Neubau könnte beispielsweise für Klausuren und Prüfungen, Gremiensitzungen, Konferenzen, Elternabende, Chorproben und mehr genutzt werden.

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