29-jähriger Alstätter soll mit Messer versucht haben, seine Frau zu töten

dzVersuchter Totschlag

Ein Streit zwischen zwei getrennt lebenden Eheleuten eskalierte: Der Mann bedrohte seine Frau mit dem Messer, sie verletzte sich bei der Abwehr schwer. Der Fall wird vor dem Landgericht verhandelt.

von Klaus Möllers

Ahaus

, 23.07.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Aus Enttäuschung über das Zerbrechen seiner Ehe soll ein heute 29 Jahre alter Mann aus Alstätte im Oktober vergangenen Jahres versucht haben, seine Frau mit einem Messer umzubringen. Die mittlerweile 27-Jährige überlebte verletzt. Der Mann befindet sich seit dem Tag des Übergriffs in Untersuchungshaft. Nun wird der Fall am Landgericht Münster verhandelt.

Ex-Frau ist Zeugin und Nebenklägerin im Prozess

Neun Jahre lang war das Paar zusammen, seit zwei Jahren verheiratet, drei Kinder kamen zur Welt. Aber die Ehe sei ein Auf und Ab mit viel Streit gewesen, wie der Angeklagte und dann seine mittlerweile Ex-Frau als Zeugin – sie ist gleichzeitig Nebenklägerin – schilderten.

Am 16. Oktober fuhr der Mann – mittlerweile aus dem gemeinsamen Haus ausgezogen – von seiner Ersatz-Wohnung bei seinen Eltern in Ottenstein zu seiner Frau nach Alstätte. Er habe den Eindruck gehabt, dass sie ihn um Besuchszeiten bei den Kindern und andere Familienangelegenheiten „wieder einmal belogen“ hätte, sagte er bei Gericht aus.

Einen Hausschlüssel besaß er demnach noch. Die Frau befand sich zum Duschen im Bad. An der geschlossenen Badezimmertür entwickelte sich ein verbaler Streit, in dessen Folge der 29-Jährige das Portemonnaie der Frau versteckte. „Um sie zu ärgern“, wie er sagte. Womöglich allerdings, um sie ohne Geld dastehen zu lassen und dann als Geldgeber in der Not wieder positiv bei ihr aufzufallen, mutmaßte die Vorsitzende Richterin. Laut der Zeugin waren 300 Euro in der Geldbörse.

Handynachricht: Frau sollte „ihren letzten Tag genießen“

Nach dem Vorfall rief die Frau die Polizei – sie habe nämlich vermutet, dass ihr Mann die Börse an sich genommen habe, sagte die 27-Jährige. Auch habe sie die Polizei gerufen, weil sie befürchtet habe, dass im Nachhinein „noch etwas kommt“.

Über einen Handy-Chat schrieb der Angeklagte seiner Frau, dass „sie ihren letzten Tag genießen“ solle.

So hatte sie in ihrer polizeilichen Vernehmung ausgesagt.

Außerdem habe er „die Gasleitungen im Keller aufgedreht“. Und er drohte mit seinem Selbstmord. Sie schrieb ihm, dass er angesichts seines Verhaltens „die Kinder nie wiedersehen“ werde. Das zitierte die Richterin aus dem Chat.

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Der Mann tauchte erneut im Haus auf und wollte, so legte er bei Gericht dar, den Chat auf dem Handy seiner Frau löschen. Denn angesichts der Drohung mit seinem Suizid habe er angenommen, die Kinder womöglich tatsächlich nicht mehr sehen zu dürfen.

Frau erlitt Schnittwunden an den Händen, Sehnen waren durchtrennt

„Er kam mit einem Küchenmesser auf mich zugelaufen und hielt es mir an den Bauch“, sagte die 27-Jährige. In Folge des Kampfes um das Handy erlitt die Frau Schnittwunden an den Händen, wobei Sehnen durchtrennt wurden, ferner Verletzungen an einem Fuß und an einem Oberschenkel. Die mittlerweile eingetroffene Polizei nahm den Mann schließlich im Keller fest, wo er sich versteckt hatte.

  • Der Prozess wird am Freitag, 24. Juli, 9 Uhr, am Landgericht Münster fortgesetzt
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