Meisen, Kleiber und Rotkehlchen ziehen in Nistkästen in Ahaus ein

dzVogelzucht- und Schutzverein

Sind in die neu aufgehängten Nistkästen schon Vogelpaare eingezogen? Franz-Günther Ziesel und Klaus Häming vom Ahauser Vogelzucht- und Schutzverein haben nachgeschaut.

von Andreas Bäumer

Ahaus

, 26.04.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gut 80 Nistkästen hat der Vogelzucht- und Schutzverein Ahaus 1957 in Zusammenarbeit mit anderen Vereinen und Privatleuten im Februar neu aufgehängt. Es sind unterschiedliche Kästen für Baumläufer, Stare oder Meisen, vor allem im Stadtpark, im Krefters Busch und im Schlosspark. Nun hat die Brutzeit begonnen und die Vereinsmitglieder Franz-Günther Ziesel und Klaus Häming haben eine erste Bestandsaufnahme im Schlosspark gemacht.

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„Das ist ein toller Standort hier“, sagt Häming, „mit dem vielfältigen und alten Baumbestand und mit den Gewässern rundum.“ Doch viele der neuen Kästen sind noch unbewohnt. Es mag noch zu früh im Jahr sein oder, wie Häming vermutet, liegt es an den kürzlichen Baumfällarbeiten hier.

Erste Hinweise

Doch der Vogelfreund ist hoffnungsvoll: „Beim Durchgehen und Reinigen im Herbst stellt sich regelmäßig heraus, dass dann doch die meisten Kästen angenommen werden.“ Zuvor sieht man das an kleinen Hinweisen: angepickte Einfluglöcher, Vogelkot unter dem Kasten oder auch am Lehm, mit dem Kleiber Einfluglöcher und weiteres verkleben.

Franz-Günther Ziesel schaut sich im Schlosspark einen Baumläuferkasten an. Er freut sich, dass hier solch alter und vielfältiger Wald ist.

Franz-Günther Ziesel schaut sich im Schlosspark einen Baumläuferkasten an. Er freut sich, dass hier solch alter und vielfältiger Wald ist. © Andreas Bäumer

„Nach einer Zeit hat man im Blick, wo eine Vogelfamilie wohnt“, sagt Ziesel. An einem Kasten mit seitlichem Einflugloch, eigentlich für Baumläufer, entdecken die Männer zwischen Baumstamm und Kastenwand eine kunstvolle Lehmschicht und freuen sich.

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Nistkästen hängt der Verein schon seit 60 Jahren regelmäßig auf, vor allem im Krefters Busch, im Stadtpark, im Schlosspark und im Wäldchen am Krankenhaus. Insgesamt gut 350 Nistkästen hängen nun an diesen Standorten. Der Krankenhauswald allerdings fällt nun für einige Zeit aufgrund der dortigen Bauarbeiten weg.

In diesem Jahr haben die Vogelfreunde den Ehrenamtspreis über 1500 Euro erhalten. Deshalb erstanden sie mehr Kästen als in den Vorjahren, gaben sie teils weiter oder hängten sie selbst auf. Im Herbst werden noch einmal vierzig Kästen aufgehängt, wie immer aus unbehandeltem Holz. Auch die heimischen Nistkästen sollten am Besten im Herbst aufgehängt werden, so Ziesel. Der Vogelzucht- und Schutzverein gibt gerne Tipps, was Nistkästen angeht.

Besuch beim Kleiberpärchen

„Im Krefters Busch“, berichtet Ziesel, „sind schon 90 Prozent der Kästen bewohnt.“ Auf seinen Spaziergängen komme er dort regelmäßig vorbei. Das macht es ihm möglich die Bewohner zu entdecken.

Im Krefters Busch: Eine Blaumeise bringt Nistmaterial in einen der neuen Nistkästen.

Im Krefters Busch: Eine Blaumeise bringt Nistmaterial in einen der neuen Nistkästen. © Markus Gehring

Nach dem Treffen im Schlosspark geht es in diesen Wald. Bald ist ein vermutlich bewohnter Kasten gefunden. Es ist ein frisch aufgehängter Starenkasten, doch das große Einflugloch wurde mit Lehm stark verkleinert. Ein Star braucht 4,5 Zentimeter, ein Kleiber nur 3,5 Zentimeter.

Diese Vögel am Kasten zu fotografieren, ist nicht einfach, wie ein Selbsttest zeigt. Sie tauchen im Augenwinkel auf. Es ist ein Paar, das zum Beispiel Raupen mitbringt. Eines der kleinen Vögelchen nähert sich dem Kasten, schaut sich um und fliegt aufs Dach. Schnell hangelt es sich zum und durch das Einflugloch. Nach einer Pause fliegt es noch schneller wieder weg. Es reagiert auf jedes Geräusch. Also hinhocken, geduldig warten und nicht zu schnell bewegen.

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Im Gegensatz zum Kleiber posiert das Rotkehlchen regelrecht für die Kamera. Es lebt in einem Meisenkasten. Geduldig scheint es zu warten bis das Foto fertig ist. Dann macht es sich auf um ein Federn oder trockenes Moos für den Innenausbau zu suchen. Das Material wird den Mitgliedern des Vogelzucht- und Schutzvereins im Herbst dann zeigen, dass dieser Kasten bewohnt war.

Kurz vor dem Abflug: Das Rotkehlchen hat sich in einem Meisenkasten im Krefters Busch heimisch gemacht.

Kurz vor dem Abflug: Das Rotkehlchen hat sich in einem Meisenkasten im Krefters Busch heimisch gemacht. © Andreas Bäumer

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