Malerbetrieb Buss wird 75: Mit einer Ausnahmegenehmigung fing alles an

dzAlstätter Unternehmen

Kurz nach dem Krieg gründeten Bernhard Buss und sein Sohn Heinrich den Malerbetrieb Buss in Alstätte. Auch 75 Jahre später steht das Unternehmen für Qualität und Zuverlässigkeit.

Alstätte

, 06.10.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Heinrich Buss ist vor zwei Wochen 96 Jahre alt geworden. Die kleine Runde, mit der er seinen Geburtstag feierte, konnte er trotz seines fortgeschrittenen Alters noch bestens unterhalten. „Sein Humor altert nicht“, sagt sein Neffe Stephan Heijnk und lacht. Für beide gab es diesem Jahr gleich doppelt Grund zum Feiern, denn auch das Firmenjubiläum vom Malerbetrieb Buss stand an. „Es kommt glaube ich nicht oft vor, dass man als Gründer einer Firma das 75-jährige Bestehen feiern kann“, sagt Stephan Heijnk, der vor 25 Jahren die Leitung des Familienbetriebs von Heinrich Buss übernahm.

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Rückblick in das Jahr 1945: Bernhard Buss und sein Sohn Heinrich, beide gelernte Maler und Lackierer, haben den Zweiten Weltkrieg unversehrt überstanden. Nun stehen sie vor der Frage, wie es beruflich für sie weitergehen soll. Aus einer spontanen Idee, so berichtet es Heinrich Buss heute, habe man entschieden, gemeinsam in Alstätte einen Malerbetrieb zu eröffnen. Eine goldrichtige Entscheidung, wie sich schnell zeigt.

Stadt Ahaus stellt Ausnahmegenehmigung aus

Da weder Senior noch Junior einen Meisterbrief besitzen, stellt die Stadt Ahaus Bernhard Buss eine Ausnahmegenehmigung aus. Heinrich Buss muss allerdings so schnell wie möglich die Meisterprüfung ablegen, das war der Deal. 1949 ist es so weit, in Münster erhält der damals 25-Jährige von der Handwerkskammer Münster seinen Meisterbrief. Damit ist der Malerbetrieb Buss berechtigt, Lehrlinge auszubilden, worauf bis heute viel Wert gelegt wird.

Die Firma feierte das Jubiläum coronakonform im kleinen Kreis.

Die Firma feierte das Jubiläum coronakonform im kleinen Kreis. © privat

1956 verstarb Bernhard Buss, ab diesem Zeitpunkt war Heinrich Buss alleine für den Familienbetrieb verantwortlich. Durch seine große Zuverlässigkeit punktete er bei seinen Kunden. „Auch jetzt fragen noch viele nach dem Seniorchef, wenn wir im Einsatz sind“, sagt Stephan Heijnk. 1995 übernahm schließlich er von seinem Onkel das Ruder. Genau wie die Firmengründung eine spontane Entscheidung.

Angefangen als Zwei-Mann-Betrieb ist der Malerbetrieb Buss über die Jahrzehnte immer weiter gewachsen und hat auch sein Leistungsspektrum stetig erweitert. 2018 expandierte das Unternehmen, indem es das Geschäft „Farbträume Ellerkamp“ im Alstätter Ortskern übernahm. Hier können die Kunden sich nicht nur von verschiedensten Tapeten, Wand- und Bodenbelägen inspirieren lassen. Zur Post-Filiale und der Schreibwarenabteilung hat sich mittlerweile nämlich auch eine Feinkost-Abteilung etabliert. Die Weine kauft Geschäftsführer Stephan Heijnk persönlich bei Winzern in ganz Deutschland ein. „Sie sind meine persönliche Leidenschaft.“

Portfolio deutlich erweitert

Sein Hauptaugenmerk liegt aber auch weiterhin auf seinem Malerbetrieb. Hier hat sich das Portfolio über die Jahre deutlich erweitert. Stuckarbeiten, Denkmalpflege, Vergoldung, Parkett- und Bodenverlegung, selbst Komplettrenovierungen übernehmen die Mitarbeiter mittlerweile. Nun hofft Stephan Heijnk, dass die Coronakrise keine allzu großen Einschnitte für die Branche bedeutet. Denn so langsam sei man gerade wieder auf dem Weg in die Normalität gewesen.

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„Der Anfang von Corona war eine Katastrophe. Innerhalb weniger Tage brachen uns zwei große Aufträge weg. Zum Glück hat sich die Lage im Juli und August etwas entspannt“, sagt Stephan Heijnk. Zweifel daran, dass man in 25 Jahren das 100-Jährige Bestehen des Malerbetrieb Buss feiern wird, hat er allerdings nicht.

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