KU auf dem Kennzeichen, UK im Fahrzeugschein

Buchstabendreher bei KFZ-Zulassung

Karl Heyings Auto war volljährig und auch noch ein Diesel. Gleich zwei Gründe, ihn gegen einen Benziner einzutauschen. „Wir wollten vom Diesel weg, da hört man ja aktuell so einige Geschichten.“ Doch was dann passierte, darüber muss der Ahauser noch immer abwechselnd den Kopf schütteln und schmunzeln. Auslöser war ein absoluter Einzelfall bei der Arbeit der KFZ-Zulassungsstelle in Ahaus.

AHAUS

, 03.08.2017, 18:38 Uhr / Lesedauer: 2 min

Doch der Reihe nach: Vor zwei Wochen ging Karl Heyings Ehefrau mit den Unterlagen zum Amt, um den frisch erworbenen Gebrauchtwagen anzumelden. Sogar das Wunschkennzeichen war frei – und vorher reserviert worden: AH-KU 59. Nach Abgabe der Papiere folgte das übliche Prozedere mitsamt Schilderdruck, Ausfertigung des Fahrzeugscheins und Anbringen der TÜV-Plakette. Alles in Ordnung so weit, dachte sich das Ehepaar. Der Wagen wurde bis zu einem am Mittwoch vereinbarten Werkstattermin jeden Tag bewegt. Der Werkstattmeister inspizierte das Fahrzeug – und rief umgehend bei den Heyings an. Seine erste Frage und Feststellung: „Wisst Ihr, dass Ihr am Fahrzeug ein anderes Nummernschild habt, als in den Papieren steht?“

Straßenverkehrsamt

Tatsächlich. „AH-UK 59“ war im Fahrzeugschein zu lesen. Am Auto befestigt und mit TÜV-Plakette versehen: „AH-KU 59“. „Da war mein erster Gedanke natürlich, ob wir uns beim Fahren mit dem Wagen strafbar gemacht haben“, sagte Karl Heying am Donnerstag im Gespräch mit unserer Redaktion. „Und wie war das mit dem Versicherungsschutz? Das Kennzeichen stimmte ja nicht mit den Papieren überein.“ Karl Heying machte sich umgehend auf den Weg zur Werkstatt, nahm von dort die Papiere und Kennzeichen mit und wurde beim Straßenverkehrsamt vorstellig. Heying: „Als ich der zuständigen Mitarbeiterin ihr Missgeschick erklärte, wechselte sie die Farbe von blass zu rot. Und dann stürzte auch noch ihr Computer ab.“ Die Kollegin sprang ein und schrieb die „Zulassungsbescheinigung Teil II“ um, aus „UK“ wurde „KU“. Karl Heying: „Das war dann auch kostenlos.“

Stilllegung wäre durchaus denkbar

Das sei selbstverständlich gewesen, erklärte Karlheinz Gördes, Pressesprecher des Kreises Borken, am Donnerstag auf Anfrage. Der Fehler sei aufseiten der Behörde passiert. Ein Buchstabendreher, der im Massengeschäft der KFZ-Zulassungen vorkommen könne. Was aber die absolute Ausnahme sei. Gördes: „Uns ist kein Fall aus jüngerer Vergangenheit bekannt.“ Keiner der Mitarbeiter in der Zulassungsstelle könne sich an Ähnliches erinnern. Gördes mochte nicht ausschließen, dass die Heyings bei einer Verkehrskontrolle eventuell mit Konsequenzen hätten rechnen müssen. „Wir wissen ja nicht, wie zum Beispiel italienische Grenzbehörden reagieren, wenn die Papiere und das Kennzeichen nicht übereinstimmen. Da könnte es durchaus zu einer Stilllegung kommen. Aber es gibt immer noch die Möglichkeit, die Papiere mit der Fahrgestellnummer zu vergleichen.“

Polizeibeamte in Deutschland würden zudem Rücksprache mit den Zulassungsbehörden nehmen. Auch den Fall eines Unfalls hätten die Heyings mit dem „falschen“ Kennzeichen finanziell glimpflich überstanden. Hätte sich die Versicherung quergestellt, wäre die Eigenschadenversicherung des Kreises eingesprungen.

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