Kontrollen und Home Office: Corona-Krise verändert auch die Arbeit im Rathaus

Coronavirus

Vieles muss in Zeiten der Corona-Krise anders gehandhabt werden als zuvor. Wie läuft es in der Stadtverwaltung? Welche Aufgaben sind hinzugekommen, wie wird gearbeitet hinter verschlossener Tür?

Ahaus

18.04.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 3 min
Die Arbeitsabläufe im Rathaus haben sich in der Corona-Krise geändert.

Die Arbeitsabläufe im Rathaus haben sich in der Corona-Krise geändert. © Stadt Ahaus

Trotz des vorsichtigen Ausstiegs aus den coronabedingten Einschränkungen ist alles anders als vor der Pandemie. „Die weitere, und vor allem schnelle Ausbreitung der Corona-Pandemie zu verhindern, ist im Moment das Gebot der Stunde“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt Ahaus. Vor allem landesweit geltende Erlasse und Regelungen stecken den Rahmen dessen ab, was zurzeit möglich ist. Die Pressestelle der Stadt hat einiges zusammengestellt. Fragen und Antworten:

? Wer behält die Umsetzung der Coronaschutz-Verordnung im Auge? Der Fachbereich Sicherheit und Ordnung kümmert sich im Wesentlichen um die Umsetzung der Coronaschutz-Verordnung. Täglich wird den Mitarbeitern vom Kreis-Gesundheitsamt mitgeteilt, bei welchen Ahausern die häusliche Quarantäne anzuordnen ist. Noch am gleichen Tag wird die Ordnungsverfügung den Betroffenen persönlich zugestellt.

Danach meldet sich 14 Tage lang einmal täglich das Ordnungsamt bei diesen Personen telefonisch, um den Gesundheitsstand zu erfragen, es geht unter anderem um die Körpertemperatur und bestehende Symptome. Erst wenn mindestens zwei Tage lang keinerlei Symptome mehr vorhanden sind, kann die Quarantäne aufgehoben werden. In Ahaus wurden – Stand: 16. April – 336 häusliche Quarantänen angeordnet, 227 sind bereits wieder beendet worden und 87 wurden verlängert.

Was muss die Stadt Ahaus noch kontrollieren?
Die Stadtverwaltung kontrolliert darüber hinaus, ob die Bestimmungen der Schutzverordnung in der Öffentlichkeit und vor allem auch in Geschäften des Einzelhandels und den Gastronomiebetrieben eingehalten werden.

? Wie hat sich die Arbeit der Feuer- und Rettungswache in der Corona-Krise geändert?
Das Einhalten von Hygienevorschriften ist für die Feuer- und Rettungswache immer, aber in Zeiten der Coronakrise eine besonders wichtige Aufgabe. Es ist für das dortige Personal oberste Priorität, nicht infiziert zu werden, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Daher herrscht an der Wache am Adenauerring ein Zutrittsverbot. An Schutzausrüstung fehlt es derzeit nicht. Die ehrenamtlichen Feuerwehrleute sind ebenfalls frühzeitig mit Schutzmasken ausgestattet worden.

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Wird die Nummer des Servicetelefons der Stadt Ahaus angerufen?
Das Servicetelefon, das die Stadt Ahaus als erste Kommune im Kreisgebiet für Fragen rund um die Covid19-Infektion, seit dem 16. März eingerichtet hat, wird noch immer gut angenommen. Je nach Informationslage in den Medien, kommen vermehrt Fragen auf die Hotline zu. Bei vielen Anrufern, so die Erfahrung der letzten Wochen, ist das Bedürfnis, auf konkrete Fragen eine klare Antwort zu bekommen, groß.

? Wie sehen die Arbeitsabläufe zur Zeit im Rathaus aus?
Seit dem 17. März sind die Türen für Bürgerinnen und Bürger, genau wie in den anderen Städten und Gemeinden im Kreis Borken, geschlossen. Anliegen werden natürlich weiterhin per Telefon, E-Mail oder digital über die Homepage der Stadt entgegengenommen.

In dringenden Angelegenheiten können persönliche Termine zum Beispiel mit dem Bürgerservice vereinbart werden. Es gibt ein Fenster, durch das Dokumente nach vorheriger telefonischer Absprache ein- und ausgereicht werden können.

Wie sieht es mit Homeoffice für die Rathaus-Mitarbeiter aus?
Die Arbeit im Rathaus läuft momentan im Schichtbetrieb, um im Falle einer Infektion eines Beschäftigten nur auf wenige Kolleginnen und Kollegen verzichten zu müssen. In nur wenigen Wochen konnten zudem bis heute 100 Homeoffice-Arbeitsplätze eingerichtet werden, um die Aufgaben auch von zu Hause aus bearbeiten zu können.

Bürgermeisterin Karola Voß wünscht sich, das Rathaus für die Bürgerinnen und Bürger möglichst bald wieder öffnen zu können. Aber auch hier wird es voraussichtlich, wie es sich bei zahlreichen Fragestellungen bewährt hat, mit den anderen Kommunen im Kreis eine einheitliche Vorgehensweise geben.

? Wie sieht es mit der Kommunalpolitik aus? Wie werden Entscheidungen getroffen? Neben dem Kontakt zu den Bürgerinnen und Bürgern soll auch die politische Beratung und Beschlussfassung wieder aufgenommen werden. In den vergangenen Wochen wurden einzelne Entscheidungen im Wege der Dringlichkeit durch Unterschrift der Bürgermeisterin und der sechs Fraktionsvorsitzenden beschlossen.

Wann wird der Stadtrat wieder tagen?
Der Rat hat diese Entscheidungen dann in seiner nächsten Sitzung zu genehmigen. Wichtig sind aber darüber hinaus die politische Diskussion und die Beschlussfassung im kompletten Gremium. So haben sich auch die Fraktionsvorsitzenden dafür ausgesprochen, unter Einhaltung von Abstands- und Hygienevorschriften, die geplante Ratssitzung am 29. April stattfinden zu lassen.

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