Julia Althaus (38) ist seit Anfang Februar die neue Klimaschutzmanagerin der Stadt Ahaus. Ihre Aufgabe ist es jetzt vor allem, ein Klimaschutzkonzept aufzustellen. © Stephan Rape

Klimaschutzmanagerin Julia Althaus hat noch viel Arbeit vor der Brust

Was kann Ahaus fürs Klima tun? Julia Althaus sucht die Antwort. Sie ist Klimaschutzmanagerin und erarbeitet das Klimaschutzkonzept. Eine riesige Aufgabe, für die sie zwei Jahre Zeit hat.

Was tut Ahaus für den Klimaschutz? Und was kann in der Stadt und den Ortsteilen in Zukunft dafür getan werden? Einen konkreten Plan dafür gibt es noch nicht. Julia Althaus (38) soll ihn entwickeln. Sie ist seit Februar die Klimaschutzmanagerin von Ahaus.

Ihre Hauptaufgabe ist es erst einmal, ein Klimaschutzkonzept für die ganze Stadt zu erstellen. Denn bisher gibt es nur ein Teilkonzept für die städtischen Gebäude. Dort wurden beispielsweise alte Lampen ausgetauscht oder Photovoltaikanlagen aufgebaut. Doch für den Klimaschutz ist das nicht genug.

„Bei den regenerativen Energien sind wir in Ahaus schon gut aufgestellt“, sagt sie. Rund 60 Prozent des Stroms, der in der Stadt verbraucht wird, kommt aus regenerativen Energien – zumindest rechnerisch.

Mobilität wird ein großer Teil des Projekts Klimaschutz

Ein anderes großes Thema ist die Mobilität. Gerade wird von der Stadt das Radverkehrskonzept aufgelegt. Auch das kann ein großer Baustein für den Klimaschutz werden. Der Öffentliche Personennahverkehr sei hier natürlich ein Problem und nur schwer zu verbessern. Ahaus ist eben kein Ballungsgebiet.

Weitere Aufgaben könnten für die Stadtplanung in jedem Wohngebiet entstehen. Etwa Dachbegrünungen oder komplett neue Planungen für Siedlungsgebiete. Das ist aber erst einmal noch Zukunftsmusik.

Erster Schritt soll bis zu den Sommerferien gemacht sein

Der erste Schritt könnte in den Sommerferien oder dem kommenden Herbst gemacht sein: Bis dahin soll die Treibhausgasbilanz für die Stadt fertig sein. Eine Untersuchung wo in Ahaus welche Treibhausgase ausgestoßen werden. Und in welchen Mengen. Dann erst ist klar, was in der Stadt beim Thema Klimaschutz bewegt werden kann. „Natürlich stehen wir anders da, als beispielsweise die Städte im Ruhrgebiet“, erklärt sie. Schließlich gebe es hier vor Ort keine Schwerindustrie.

Die Vredenerin ist in der Ahauser Verwaltung kein Neuling. Schon seit zehn Jahren arbeitet sie im Rathaus. Bisher als Stadtplanerin. „Als die neue Stelle ausgeschrieben wurde, musste ich nicht lange überlegen“, sagt sie. Schließlich sei der Klimawandel eine Riesenherausforderung für die Zukunft. „Man versucht ja im Privaten etwas zu tun“, sagt sie. Das könne sie nun mit dem Beruf verknüpfen.

Konzept ist ein riesiges Aufgabenpaket

Natürlich sei alleine das Konzept ein riesiges Aufgabenpaket. Es reiche von Blühflächen bis zur Windenergie. Im Moment kann sie noch nicht abschätzen, in welche Richtung es geht. Allein für die Aufstellung des Konzepts hat sie eineinhalb Jahre Zeit. Noch gibt es auch kein belastbares Zahlenmaterial, wie der Stand in Ahaus überhaupt ist und in welche Richtung sich der Klimaschutz entwickeln soll.

„Aber ich habe den Vorteil, dass ich die Leute vor Ort kenne und weiß, was man hier umsetzen kann“, macht sie deutlich. Denn es bringe ja nichts, von außen ein Konzept über die Stadt zu stülpen, das am Ende zum Scheitern verurteilt sei.

Maßnahmen vor Ort sollen effektiv, aber eben auch umsetzbar sein. Gleichzeitig sei klar, dass Klimaschutz auch Geld kosten werde. „Das muss die Politik dann mittragen“, erklärt sie. Die Verwaltung könne da nur Vorschläge machen.

Keine Projekte für die nächsten 20 Jahre

Gleichzeitig bremst sie aber auch die Erwartungen: „Ich werde jetzt nicht konkrete Maßnahmen für die nächsten 20 Jahre vorlegen“, macht sie deutlich. Wenn aber erst einmal das Konzept vorliegt, sei auch das Ziel für die Stadt klar. Und daran können sich dann die weiteren Maßnahmen orientieren. Andere Gemeinden – etwa Heek – sind einen Schritt weiter. Dort wird schon an der Umsetzung der Maßnahmen gearbeitet.

Neben dem Konzept setzt sie auf Vernetzung über die Stadtgrenzen hinaus. Einerseits auf Kreisebene, andererseits aber auch zu anderen Städten und Gemeinden in NRW.

Über den Autor
Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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Stephan Rape