Der kleine Hauptmann Anton Uschok kam in Wüllen in diesem Jahr nicht zum Einsatz. Auch Markus Schröder, Präsident des Karnevalsvereins Klein-Köln, und Vorstandsmitglied Stefan Vöcking konnten nur mit Abstand auf den Höhepunkt der Session anstoßen. © Karnevalsverein Klein-Köln Wüllen
Rosenmontag

Klein-Köln feiert seinen Karneval online – Ehrungen werden nachgeholt

Der Prinzenwagen bleibt in der Halle, das Festzelt in Wüllen wurde nicht aufgebaut. Auch in Klein-Köln hat das Coronavirus Karneval unmöglich gemacht. Das soll die Ausnahme bleiben.

Rosenmontag ohne Rosenmontagsumzug in Wüllen. Das hat es bisher nur in den 1960er-Jahren nach einem Unglück im Kalkwerk gegeben. Selbst beim Orkan 1990 und in der Kuwait-Krise 1991 wurde der Umzug wenig später nachgeholt. Das sagt der Geschäftsführer Thorsten Uschok nach einem Blick in die Vereinschronik. Die Corona-Krise markiert also auch für den Karnevalsverein Klein-Köln Wüllen mit seiner 171-jährigen Geschichte die absolute Ausnahme.

Doch ganz ohne Karneval geht es auch mitten in der Corona-Krise in Klein-Köln nicht. Die Wüllener Karnevalisten haben sich dazu in diesem Jahr auf digitale Kanäle verlagert und mehrere Videos pünktlich am Karnevalswochenende hochgeladen.

Schlüsselübergabe nur per Video

Etwa die Schlüsselübergabe durch Bürgermeisterin Karola Voß. Normalerweise überträgt sie die Schlüsselgewalt an der Höstenpumpe an das amtierende Prinzenpaar. Auch das wurde in diesem Jahr in Wüllen aber nicht ernannt. Stellvertretend nahm Präsident Thomas Osterhues den Schlüssel im Rathaus entgegen.

Auch die Garden des Karnevalsvereins haben sich mit einem Grußvideo an die Wüllener gewandt.

Ehrungen für verdiente Mitglieder werden nachgeholt

Auch die Ehrungen verdienter Vereinsmitglieder – bisher immer einer der Höhepunkte auf der Wüllener Höste – konnten nur per Video übergeben werden.

Den Großen Klein-Kölner Windorden überreichten der Vorsitzende Marco Schröder und Präsident Thomas Osterhues an Sabrina van de Maat. Für ihre besonderen und langjährigen Verdienste um den Karneval in Klein-Köln. Sarina van de Maat ist seit 1993 im Verein aktiv und damals als Mitglied der blauen Funken gestartet, 1998 zu den roten Funken gewechselt, seit 2007 Trainerin der roten Funken.

Der Orden sei der gebührende Abschluss für die Session, machte Thomas Osterhues deutlich. Sabrina van de Maat war bereits in der vergangenen Session für ihre 25-jährige Mitgliedschaft geehrt worden. Der Windorden wird ihr in diesem Jahr symbolisch an der Haustür übergeben. Die offizielle Ehrung soll aber auf jeden Fall nachgeholt werden. Vor Publikum, in der nächsten Session.

Den Klein-Kölner-Präsidentenorden bekommt Geschäftsführer Thorsten Uschok. Auch er wird damit für seine besondere und aktive Mitarbeit zur Förderung des Karnevals ausgezeichnet. Er startete seine karnevalistische Karriere 1998 als Prinzengardist. Seit 2010 ist er im geschäftsführenden Vorstand tätig, seit 2014 als Geschäftsführer. Präsident Thomas Osterhues und Vize-Präsident Jonas Leppen überreichten den Orden im Video.

Von der Resonanz war der Geehrte selbst überrascht, wie er gegenüber unserer Redaktion zugibt: „Bei so vielen Glückwünschen musste ich am Sonntag erstmal mein Handy auf lautlos schalten“, sagt er lachend. Auch seine Ehrung soll im kommenden Jahr nachgeholt werden.

Die Big-Band LiveStyle, die normalerweise in der Klein-Köln-Arena am Rosensonntag für Stimmung sorgt, veröffentlichte am Rosensonntag ein eigens für diesen Tag geschriebenen Song: „Unser Wüllen“.

Aber nicht alles ist digital oder virtuell

In acht Zweier-Teams besuchten Abordnungen des Karnevalsvereins am Samstag die Vorsitzenden der 18 Wüllener Nachbarschaften, um ihnen stellvertretend für ihre Nachbarschaft ein kleines Präsentpaket zu überreichen. „Sozusagen Karneval fürs Wohnzimmer“, erklärt Thorsten Uschok. Auch wurden allen 120 Aktiven des Karnevalsverein Geschenke überreicht.

„Das ist natürlich ein ganz anderer Karneval als üblich“, sagt Thorsten Uschok. Schließlich lebe das Fest ja von der Gemeinschaft und dem Miteinander-Sein.

Die Karnevalisten blicken nun voraus: Nach Aschermittwoch beginnt die Vorbereitung auf die nächste Session. „Wir freuen uns darauf“, sagt Thorsten Uschok. 2022 soll wieder der „normale“ Karneval gefeiert werden. „Natürlich nur, wenn sich bis dahin die Lage wieder normalisiert hat“, erklärt er.

Über den Autor
Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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Stephan Rape

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