Kirmes: „Wir wollen keinen Corona-Hotspot in Ahaus“

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Der Wirtschaftsausschuss diskutierte am Montag das Für und Wider einer Kirmes in diesem Jahr – mit Blick auf die Corona-Beschränkungen. Neue Regelungen auf Landesebene schufen am Mittwoch Fakten.

Ahaus

, 17.06.2020, 18:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Fünkchen Hoffnung gab es am Montagabend im Wirtschaftsausschuss noch, dass in Ahaus in diesem Jahr die Kirmes stattfindet. Vieles wurde bereits abgesagt, diese Großveranstaltung noch nicht. Am Montag war ja auch noch Stand der Dinge, dass vorläufig nur bis Ende August keine Großveranstaltungen stattfinden dürfen.

Doch mit dem nun weitergehenden Beschluss der Länderchefs, wie er am Mittwoch bekannt wurde, ist diese Hoffnung im Keim erstickt worden. Großveranstaltungen werden bis Ende Oktober verboten bleiben. Für Ahaus bedeutet das, dass die Kirmes vom 11. bis 14. September nicht stattfinden wird. Auch auf „Fanfaren, Flammen, Feuerwerk“ (geplant am 4. Oktober) müssen die Ahauser verzichten.

Blick nach Vreden

In Vreden, wo die Kirmes einen viel höheren Stellenwert hat, war schon früher die Reißleine gezogen worden. Dort hatte die Stadt gemeinsam mit den Fraktionsvorsitzenden bereits im April entschieden, die Kirmes abzusagen – als reine Vorsichtsmaßnahme.

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Claudia Platte, Geschäftsführerin von Ahaus Marketing und Touristik (Veranstalter der Kirmes), hatte am Montag schon auf die Schwierigkeiten bei der Durchführung einer Großveranstaltung in Corona-Zeiten hingewiesen. „Wie soll bei einer solchen Veranstaltung nachgehalten werden, wer mit wem Kontakt hatte?“, fragte sie die Ausschussmitglieder.

Der Erste Beigeordnete Hans-Georg Althoff berichtete, dass sich die Verwaltung in der Region umgehört habe. „Andere Veranstalter nehmen 2020 generell kein Risiko in Kauf“, sagte er. „Sie planen nichts.“

Was ist mit dem Krammarkt?

Bürgermeisterin Karola Voß sagte, ihre Tendenz gehe eher dahin, auf die Kirmes in Ahaus in diesem Jahr zu verzichten. „Vielleicht wäre es möglich, eventuell eine abgespeckte Familienkirmes stattfinden zu lassen.“ Aber ob das wirklich eine Alternative sei? Thomas Wittenbrink (CDU) hatte nicht nur die Kirmes, sondern auch den Krammarkt am Kirmesmontag im Blick. „Vielleicht kann man ihn räumlich entzerren?“

Gespräche mit Schaustellern

Claudia Platte berichtete von Gesprächen mit Schaustellern. „Sie kämpfen um ihr Überleben. Sie würden sich freuen, wenn in Ahaus die Kirmes stattfindet.“ Das wiederum bringe wohl das Problem mit sich, dass die Kirmes dann sehr gut besucht werden würde – vor allem von auswärtigen Gästen, beispielsweise aus Vreden.

Andreas Beckers (UWG) und Ruth Marx hielten nichts davon, in diesem Jahr eine Kirmes in Ahaus zu veranstalten. „Wir sollten die Finger davon lassen“, sagte Beckers und sprach die Entscheidung aus Vreden an. „Wir wollen keinen Corona-Hotspot und sollten die Kirmes ausfallen lassen“, sagte Ruth Marx.

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