Kirchen platzen bei Pfarrer Stefan Jürgens doppelter Amtseinführung aus allen Nähten

dzNeuer Pfarrer

Doppelter Einstand für Pfarrer Stefan Jürgens: Keine 14 Stunden lagen zwischen seiner Antrittsmesse in Alstätte und seiner Premiere in Ahaus. Die Kirchen platzen aus allen Nähten.

Ahaus

, 01.12.2019, 18:22 Uhr / Lesedauer: 3 min

Was für ein Einstand. Hunderte Ahauser und Alstätter bereiten Pfarrer Stefan Jürgens bei seinem Doppel-Amtseinführung in seinen neuen Pfarrgemeinden einen warmen Empfang. Zunächst am Samstagabend in der Alstätter Kirche, wo die Alstätter eine „Festmesse“ vorbereitet hatten.

Und wenn die Alstätter „Festmesse“ sagen, dann meinen sie auch „Festmesse“. Zur Amtseinführungs von Stefan Jürgens als neuen Pfarrer der beiden St.-Mariä-Himmelfahrt-Gemeinden in Alstätte und in Ahaus reichten die Sitzplätze nicht für alle Besucher. Beeindruckend war schon der Einzug der Fahnenabordnungen und der zahlreichen Ministranten der beiden Gemeinden. Andernorts würde man sich freuen, wenn es insgesamt so viele Gottesdienstbesucher gäbe.

Zunächst Skepsis bei den Alstättern und Ottensteinern

Zur Begrüßung des „Neuen“ ergriffen Brigitte Nacke, die Vorsitzende des Pfarreirates, und der Ottensteiner Georg Garming als Sprecher des Kirchenvorstandes das Wort. Nacke berichtete von der Skepsis, die die Gemeindevertreter befiel, als sie über den Plan des Bistums unterrichtet wurden, die beiden Gemeinden in Ahaus und in Alstätte zwar als unabhängige Gemeinden bestehen zu lassen, aber unter die Leitung desselben Pfarrers zu stellen.

„Was lassen sie sich denn da wieder einfallen?“, sei ihre Reaktion gewesen, als der Personaldezernent des Bistums Karl Render sie darüber informierte. Aber die Bedenken seien sofort verflogen, als dann Stefan Jürgens den Raum betrat. „Ungläubiges Getuschel, Erleichterung, Wiedersehensfreude“ sei, so Nacke, die Reaktion der Gemeindevertreter gewesen, als klar wurde, dass er der Kandidat für die Leitung der zwei ansonsten auch künftig selbstständigen Gemeinden sei.

Kirchen platzen bei Pfarrer Stefan Jürgens doppelter Amtseinführung aus allen Nähten

Auch in Alstätte feierte Stefan Jürgens (r.) seinen Antrittsgottesdienst. Auch die Ahauser Bürgermeisterin Karola Voß (2.v.r.) war anwesend. © Norbert Diekmann

Garming bekräftigte die Freude auf die künftige Zusammenarbeit mit einem „Herzlichen Willkommen“ und überreichte das zur Begrüßung und zur Eucharistiefeier passende Geschenk, bestehend aus Brot und Wein. Jürgen Lürwer, als Pfarrer in St. Otger Stadtlohn Nachfolger von Stefan Jürgens, begrüßte in seiner Eigenschaft als Dechant freundschaftlich den neuen Alstätter Pfarrer: „Wiedersehen macht Freude.“

Geradezu „beflügelt“ zeigte sich Stefan Jürgens von dem herzlichen Empfang durch die Gemeinde, die sich am Tag seiner Einführung auch versammelt habe, um den Beginn des neuen Kirchenjahres „in Freude und mit Zuversicht“ zu feiern. Wenn es vorher noch Vorbehalte gegen seine Person gegeben haben könnte, gegen einen Pfarrer, der alles umkrempeln werde, so räumte er diese Befürchtungen in seiner Ansprache aus. Nach der Eucharistiefeier ergriff Jürgens noch einmal das Mikrofon, um sich bei allen zu bedanken, die an dem Festgottesdienst mitgewirkt hatten. Die dadurch zum Ausdruck gebrachte Zustimmung der Gemeinde zu seiner Entsendung nach Alstätte „hat mich glücklich gemacht“, betonte er.

Nach der Messfeier traf man sich im Rahmen des Adventsmarktes an und auf der Bühne auf dem Kirchplatz. Eingebettet in einem Gesangsauftritt des durch ihren Erfolg beim vorjährigen Chorwettbewerb NRW-weit bekannten Chores „Young Voices Alstätte“ nutzte Bürgermeisterin Karola Voß die Gelegenheit, den neuen Pfarrer auch im Namen der Stadt Ahaus zu begrüßen.

Begrüßungsfeier auf Alstätter Weihnachtsmarkt

„Wenn auch gelegentlich in unterschiedlicher Weise, so wollen wir beide, wollen Stadt und Gemeinde das Beste für die Menschen erreichen.“ Danach ging die Begrüßungsfeier für den neuen Pfarrer nahtlos in den Trubel des Adventsmarktes über.

Kirchen platzen bei Pfarrer Stefan Jürgens doppelter Amtseinführung aus allen Nähten

Die Ahauser Kirche war zum Bersten gefüllt. © Elvira Meisel-Kemper

Keine 14 Stunden nach seiner Antrittsmesse feierte Stefan Jürgens auch in der Ahauser Marienkirche Premiere. Pfarrer Stefan Jürgens war deutlich anzumerken, wie er diesen Augenblick herbeigesehnt hat. Sichtlich aufgeregt und dennoch strahlend betrat er den Altarraum, nachdem ihn Dechant Jürgen Lürwer begrüßt hatte. Aus der Ernennungsurkunde von Bischof Dr. Felix Genn las Lürwer den Text vor, der sich bereits wie ein Programm für die Vorhaben von Jürgens anhörte. „Seid nicht der Herrscher der Gemeinde, sondern seid ein Vorbild“, lautete eine Textzeile.

„Sie sehen einen glücklichen Pfarrer“

„Sie sehen einen glücklichen Pfarrer hier stehen, der als Neuheit mit seinem Seelsorgeteam auch Alstätte betreuen wird“, begrüßte Jürgens alle Anwesenden. Seine erste Amtshandlung war die Segnung des Adventskranzes. Das Anzünden der ersten Kerze überließ er einem Messdiener.

In seiner Predigt verknüpfte Jürgens den Gedanken der Adventszeit als Zeit der Vorfreude auf die Ankunft des Christuskindes mit seinen eigenen Zielen. Vor 25 Jahren war er bereits schon einmal als Kaplan in dieser Gemeinde. „Wir brauchen in der Kirche Visionäre, keine Betonköpfe. Wir brauchen Reformer“, formulierte Jürgens wie ein Statement seines Vorhabens.

Nach der Messe hörte er anerkennende Worte und Glückwünsche von Bürgermeisterin Karola Voß und von seinen evangelischen Amtskollegen Olaf Goos und Frank Mönnig, der in 14 Tagen offiziell ins Pfarramt der evangelischen Christus-Gemeinde eingeführt wird.

Alle drei Pfarrer verbindet, dass sie sich in der Jugendzeit vom Religionsunterricht abgemeldet haben, dann aber doch wieder in ihren Glauben zurückgefunden haben. Im Karl-Leisner-Haus gab es danach noch Gelegenheit, Pfarrer Stefan Jürgens ganz persönlich zu begegnen.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Dorstener Zeitung Pfarrgemeinde Alstätte-Ottenstein
Neuer Pfarrer Heinrich Hagedorn will nah an den Menschen in Alstätte und Ottenstein sein