Kim Egbringhoff (21) aus Ottenstein hat Models auf der Berliner Fashion Week geschminkt

dzMake-up-Artist

Sie hat Models für die Modenschau von Designergröße Wolfgang Joop gestylt: Die Ottensteinerin Kim Egbringhoff war als Make-up-Artist auf der Berliner Fashion Week.

Ahaus

, 06.02.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Konzentriert schaut Kim Egbringhoff auf die Augenlider eines Models und trägt ihr dabei etwas Lidschatten auf. Eine Kollegin der 21-jährigen Ottensteinerin lackiert dem Model die Fingernägel, eine weitere kümmert sich um die Fußnägel.

Im ganzen Raum arbeiten rund 16 Make-up-Artists der Born-This-Way-Agency. Sie stylen Models, die auf der Mercedes Benz Fashion Week in Berlin für Designer wie Irene Luft, Riani und Wolfgang Joop über den Laufsteg laufen

Dass Kim Egbringhoff Teil des Teams ist, hat sie ihren zwei ehemaligen Dozenten an der Famous-Face-Academy in Frankfurt zu verdanken. Dort hat sie im vergangenen Jahr eine einjährige Ausbildung zum Make-up-Artist gemacht.

Ihre Dozenten haben sie angerufen und gefragt, ob sie bei der Fashion Week für ihre neue Agentur arbeiten möchte. „Das hat mich echt gefreut. Es ist ja nicht selbstverständlich als Newcomer da mitzumachen“, sagt die Ottensteinerin, die mit „kim.makeupandmore“ ein eigenes kleines Studio in ihrem Elternhaus besitzt.

Auch bei Germany‘s Next Topmodel im Einsatz

Mit dem Zug hat sie sich von Bad Bentheim aus auf den Weg nach Berlin gemacht. „Erst habe ich gedacht: Oh mein Gott, die Fashion Week! Aber als ich da war, war die Aufregung weg. Es ist halt meine Arbeit.“ Für sie gehört es dazu, auf Englisch mit Models Small Talk zu halten und manchmal auch echte Promis zu sehen.

Kim Egbringhoff (21) aus Ottenstein hat Models auf der Berliner Fashion Week geschminkt

Zurück im eigenen Studio zeigt Kim Egbringhoff stolz ihren Backstage Pass für die Mercedes Benz Fashion Week in die Kamera. © Madlen Gerick

So stand Kim Egbringhoff schon neben Heidi Klum und war im Hintergrund der ersten Folge von Germanys Next Topmodel zu sehen, die in der vergangenen Woche im Fernsehen lief. Den Job als Make-up-Artist in der Casting-Show hat sie als Teil ihrer Ausbildung gemacht. Obwohl die 21-Jährige also schon für das ein oder andere große Event gebucht wurde, ist sie der Meinung: „Die Fashion Week jetzt war das i-Tüpfelchen.“

Und das, obwohl die Arbeit nicht gerade stressfrei ablief. Kim Egbringhoff erzählt, dass das gesamte Team am letzten Tag der Fashion Week um fünf Uhr morgens das Hotel verlassen hat und erst um zwei Uhr morgens Feierabend hatte. Ein Model nach dem anderen musste gestylt werden. „Das war schon eine echt krasse Erfahrung. Aber dadurch habe ich auch viel gelernt, zum Beispiel Zeitmanagement.“

Die Designer wünschen natürliches Make-up

Das Wissen über die neuesten Make-up-Trends hat Kim ebenfalls von der Fashion Week mitgenommen. Wichtig ist: Das Make-up muss sehr dezent sein. „Manche Designer wollten sogar, dass Augenringe und Rötungen noch leicht durchkommen also, dass die Mädels nicht so krass abgepudert werden.“

Ein natürliches Make-up unterstützt auch Kim Egbringhoff selbst. „Endlich ist es mal nicht mehr so überladen. Ich finde es mittlerweile natürlich viel schöner“, gibt sie zu.

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Obwohl ihr der aufregende Job in Berlin sehr gut gefallen hat, übt die Ottensteinerin ihren Job auch weiterhin gerne in der Heimat aus. „Ich bin halt ein Landei“, sagt sie.

Daher ist es auch kein Wunder, dass Kim Egbringhoff nach ihrem Abschluss im September letzten Jahres direkt von Frankfurt zurück nach Ottenstein gezogen ist. Einen Monat später hat sie ihr eigenes Make-up-Studio eröffnet, in dem sie unter anderem Augenbrauenstyling, Tages-Make-ups und Brautstylings anbietet.

Schon Ausbildung zur Friseurin gemacht

Im Moment arbeitet sie nebenher 25 Stunden die Woche bei Friseur Meese in Vreden, wo sie schon eine Ausbildung zur Friseurin gemacht hat. „Ich liebe meinen Ausbildungsberuf immer noch und möchte da nicht rauskommen. Das ergänzt ja auch meine Arbeit als Make-up-Artist.“

Für die Zukunft wünscht sich Kim Egbringhoff noch mehr solcher Jobs, wie auf der Berliner Fashion Week. Außerdem möchte sie auf lange Sicht komplett von ihrer Selbstständigkeit leben können. „Es war schon immer mein Traum, mein eigener Chef zu sein“, sagt sie. Die 21-Jährige weiß aber auch: „Gute Dinge brauchen Zeit.“

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