Kegeln ist wieder erlaubt – Stadt spricht mit Wirten über Vorgaben

dzCoronavirus

Die Gastronomie öffnet, die Wirte atmen auf. Damit dabei alles der Coronaschutzverordnung entspricht, sucht die Stadt Ahaus den kurzen Draht zu ihnen. Offenbar mit Erfolg.

Ahaus

, 20.05.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Restaurants, Cafés und Kneipen in der Stadt dürfen wieder öffnen. Wenn sie sich an die Vorschriften zum Schutz vor dem Coronavirus halten. Und da gab es wohl zuletzt einige große Fragezeichen.

Deswegen hatte die Stadt alle Gastronomen am Montag eigens in die Stadthalle Ahaus eingeladen, um diese Fragen zu klären. Hinter verschlossenen Türen. „Wir wollten erst einmal in den direkten Austausch mit den Gastronomen treten“, sagt Hans-Georg Althoff, Erster Beigeordneter der Stadt Ahaus, im Gespräch mit unserer Redaktion. Darin sei es um ganz pragmatische Fragen gegangen: Wie kann der Betrieb aussehen? Welche Abstände gelten? Welche Vorkehrungen müssen getroffen werden?

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„Eine gute Veranstaltung“, wie er es zusammenfasst. Alle offenen Fragen konnten demnach ausgeräumt werden. Dirk Rolfes, Inhaber der Marktschänke Rolfes, bestätigt das gegenüber unserer Redaktion. „Sehr informativ und rundum gelungen. Alle Fragen wurden beantwortet“, sagt er.

Hans-Georg Althoff stellt klar, dass die Stadt Ahaus nur wenig Spielraum bei den aktuellen Regeln hat. „Die Coronaschutzverordnung stellt ja sehr dezidiert klar, was erlaubt ist und was nicht“, sagt er. „Da steht fast alles drin.“

Kein Zweifel: Regelungen werden in Ahaus eingehalten

Er zweifle nicht einen Moment, dass die Regelungen in Ahaus eingehalten würden. Dabei sei er sich bewusst, dass die Probleme in der Gastronomie längst noch nicht gelöst sind. „Selbst wenn alle wieder unter den jetzigen Vorgaben öffnen, bedeutet das ja einerseits einen riesigen Aufwand und gleichzeitig begrenzte Umsätze“, erklärt er.

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Durch die großen Abstände und damit eine maximale Zahl von Gästen müsse natürlich jeder Unternehmer rechnen, ob und wie sich der Betrieb lohnen kann.

Corona-Krise ist längst noch nicht bewältigt

Er mahnt aber eindringlich: „Wir sind noch nicht durch die Krise durch. Aktuell leben wir mit dem Virus und müssen uns darauf einstellen“, sagt der Erste Beigeordnete. Es müsse im Interesse jedes Einzelnen liegen, dass die Beschränkungen eingehalten werden.

Ein etwas ungewohnter Anblick: Die Tische auf der Kegelbahn sind weit auseinander gerückt und mit Kunststoffdecken abgedeckt. Mit diesen Sicherheitsvorkehrungen steht einem Wurf in die Vollen aber nichts mehr im Weg.

Ein etwas ungewohnter Anblick: Die Tische auf der Kegelbahn sind weit auseinander gerückt und mit Kunststoffdecken abgedeckt. Mit diesen Sicherheitsvorkehrungen steht einem Wurf in die Vollen aber nichts mehr im Weg. © Stephan Teine

Dabei lässt er auch offen, wie sich die Vorgaben in Zukunft entwickeln können. „Das Land Nordrhein-Westfalen ist mit der Öffnung der Innen- und Außengastronomie ja regelrecht vorgeprescht“, sagt er ganz deutlich. Im Moment könne die Stadt nur dazu etwas sagen, was in der aktuellen Coronaschutzverordnung steht. Die gilt bis zum 25. Mai. „Was danach kommt, werden wir dann sehen“, erklärt Hans-Georg Althoff. Den Gastronomen macht er das Angebot, sich bei Fragen direkt an das Ordnungsamt zu wenden. „Wir helfen, wo wir können“, sagt er.

Vierstellige Summe, um die Marktschänke „Corona-sicher“ zu machen

Auch Dirk Rolfes überschlägt am Dienstagvormittag ganz grob die Kosten. „Ich hab eine neue Glasspülmaschine hinter der Theke, damit alle Gläser direkt gespült werden können. Dazu die Kunststoffabdeckungen für die Tische, Desinfektionsspender, andere Kleinigkeiten...“ Er spricht von einem deutlich vierstelligen Betrag. Genaue Summen möchte er öffentlich nicht nennen.

Dennoch sei er froh, wieder öffnen zu können. „Und die Gäste sind es auch“, sagt er. Die würden inzwischen sogar mit einem Strahlen im Gesicht in sein Lokal kommen. „Die freuen sich einfach, dass sie wieder reinkommen dürfen“, erklärt er. Auch wenn sein Betrieb erst einmal nur mit halber Kraft laufe, jeder Umsatz sei besser als kein Umsatz.

Kegelbahn darf wieder geöffnet werden

Sogar Kegelclubs kann er wieder empfangen: Die Tische auf der Kegelbahn sind weit auseinander geschoben. Über den Kugeln hängt ein weiterer Spender mit Desinfektionsmittel. „Bevor man die Kugel anfassen darf, Hände desinfizieren. Dann ist alles in Ordnung“, sagt er und macht es einmal vor.

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Die Stadt lobt er ausdrücklich. Er habe das Angebot vom Ordnungsamt genutzt und sich vor Ort beraten lassen. „Die waren eine Stunde nach meinem Anruf hier im Laden und haben sich alles angesehen“, sagt er. Prädikat: Coronaschutzverordnung eingehalten, alles in Ordnung.

Wie es jetzt weiter geht, kann auch er nur abwarten. „Du weißt ja gar nicht, was kommt“, sagt er noch. Dann muss er zurück in die Küche. Das Essen für den Mittagstisch steht auf dem Herd. Es gibt Rindergulasch.

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