Karneval in Ottenstein, Wüllen und Stadtlohn: Wenig Polizeieinsätze, Lkw als Straßenblockade

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Nur selten musste die Polizei am Rosenmontag in Ottenstein, Wüllen und Stadtlohn eingreifen. Die Karnevalsgesellschaften zogen auch ein positives Fazit –einen Wermutstropfen gab es jedoch.

Ahaus, Stadtlohn

, 25.02.2020, 19:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Gut gelaunte Narren, tolle Kostüme und viele kreative Wagen: An Rosenmontag war sowohl in Ottenstein als auch in Stadtlohn und Wüllen viel los. Die Polizei und die Karnevalsgesellschaften in Ottenstein, Wüllen und Stadtlohn ziehen allesamt ein positives Fazit. In Stadtlohn wurden aus Sicherheitsgründen mehrere Lkw als Blockaden eingesetzt.

Die Polizei zog für den gesamten Kreis Borken eine „überwiegend positive Bilanz“. Kreisweit habe es nur 47 Einsätze im Zusammenhang mit dem Karnevalsgeschehen gegeben, teilte Pressesprecher Thorsten Ohm mit. Im vergangenen Jahr waren es noch 74 gewesen.

Das Wetter war der einzige Wermutstropfen

In Ottenstein waren laut Polizei etwa 5500 Zuschauer gekommen, um den Rosenmontagszug zu sehen. Mit der Menge an Besuchern „hatten wir nicht gerechnet“, gibt Carsten Berthues, Präsident der KG Burggeister, zu. „Das waren wesentlich mehr Leute als im letzten Jahr“, sagt er. Daher seien er und seine Kollegen „rundum zufrieden“ mit dem diesjährigen Rosenmontag.

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Besonders der Drache auf dem Wagen, den die „Hatten Wotteln“ gebaut hatten, habe ihn beeindruckt. Doch auch das Schiff, mit dem „De Tölpels“ unter dem Motto „Ahoi Brause“ am Umzug teilnahmen, sei „sehr, sehr toll“ gewesen. Genauso wie der Wagen, der die Disco Bülten feierte. Doch nicht nur die Wagen überzeugten. Vielmehr „hatten wir auch sehr schöne Fußgruppen“, so Berthues.

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Ein Wermutstropfen sei aber das Wetter gewesen, das sich immer weiter verschlechtert hatte. „Viele sind dann gegangen.“ Als die ersten Wagen ihre Fahrt schon beendet hatten, kam es allerdings ganz am Ende des Zuges noch zu einem Zwischenfall, bei dem sich drei Frauen verletzten, als die Treppe ihres Wagens zusammenbrach.

Keine Zwischenfälle beim Rosenmontagszug in Wüllen

Zwei wurden schwer, eine leicht verletzt. Die beiden schwerer verletzten Frauen wurden aber bereits am Abend wieder aus dem Krankenhaus entlassen. Es blieb der einzige Einsatz für die Polizei bei den Rosenmontagszügen in Ottenstein und Wüllen.

„Es war soweit ganz gut“, sagt auch Jonas Leppen, stellvertretender Geschäftsführer des Karnevalsvereins Klein-Köln Wüllen. „Alle hatten ja mit dem Wetter zu kämpfen.“ Dafür seien aber trotzdem sehr viele Zuschauer in Wüllen erschienen.

Und einige von ihnen wunderten sich womöglich über einen nicht fertiggebauten Wagen am Rande des Umzugs. „Das war eine sehr kleine Gruppe“, erklärte Thorsten Uschok, Geschäftsführer des Karnevalvereins. Die Gruppe hätte im Vorfeld zu wenig Beteiligung für den Bau des Wagens gehabt. Zudem sei es ihr nicht möglich gewesen, sechs Ordner zu stellen, die den Wagen beim Umzug begleitet hätten, weshalb sie nur am Straßenrand gestanden hätten.

„Wir haben dem Regen getrotzt“, freut er sich. Während und nach dem Wüllener Umzug habe es keine Zwischenfälle gegeben. „Der ein oder andere hat vielleicht zu tief ins Glas geguckt“, scherzt er. Aber ansonsten sei nichts passiert. Auch ein erstes Gespräch mit der Polizei habe diesen positiven Eindruck bestätigt.

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Ähnlich erging es auch Andreas Rotherm von der KG „Um Bütt un Pütt“ in Stadtlohn. Ärgerlich sei nur der Regen gewesen. „Die Leute haben sich unheimlich viel Mühe gegeben“, sagte der Präsident der KG. Unter den Regenponchos seien die Kostüme dann natürlich nicht so zur Geltung gekommen wie eigentlich geplant.

„Tolles und friedliches Karnevalsfest“ in Stadtlohn

In Stadtlohn war im Kreis Borken nach Bocholt mit circa 45.000 Zuschauern am meisten los: Etwa 10.000 Narren feierten ausgelassen und weitgehend friedlich. Nur zwei Mal musste die Polizei dort eingreifen. „In einem Fall erteilten die Beamten einen Platzverweis, in einem weiteren war es zu einer Körperverletzung gekommen“, erklärte Polizei-Pressesprecher Thorsten Ohm.

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Mit dem Sicherheitskonzept war Andreas Rotherm zufrieden. Bereits zum vierten Mal standen an mehreren Stellen in Stadtlohn Lkw, um zu verhindern, dass jemand in die Menschenmenge fährt – so wie am Rosenmontag im hessischen Volkmarsen geschehen. „Mit Absicht mit großem Tempo in die Menge zu fahren ist damit unterbunden“, erklärt Rotherm.

Eine gewisse spürbare Unruhe nach dem Vorfall in Hessen, bei dem mehr als 50 Menschen verletzt wurden, habe aber doch geherrscht, sagte er. Er sei sehr froh, dass in Stadtlohn letztendlich ein „tolles und friedliches Karnevalsfest“ gefeiert wurde.

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