Einer der jungen Trauerschwäne ist gestorben. Wahrscheinlich lag es an falschem Futter – zum Beispiel Brot. © Stefan Grothues
Schlossgräfte

Junger Trauerschwan sehr wahrscheinlich an falscher Fütterung gestorben

Dem im Ahauser Schlossgarten geretteten Schwan geht es inzwischen gut. Nun stellte sich aber heraus, dass eines seiner Geschwister gestorben ist. Grund: wahrscheinlich die Fütterung mit Brot.

Anfang der Woche rettete die Ahauserin Elke Kolbe heldenhaft einen jungen Trauerschwan vor dem wohl sicheren Tod. Angelschnur hatte sich um die Zunge des Vogels gelegt, weshalb er zu verenden drohte. Mittlerweile geht es ihm wieder gut, der städtische Bauhof kümmerte sich nach der Rettung durch einen Tierarzt um die Genesung.

Im Anschluss an die Berichterstattung kamen allerdings Diskussionen auf. Unter anderem fragte eine Userin auf der Plattform Facebook, warum inzwischen nur noch vier junge Schwäne auf der Schlossgräfte unterwegs seien – inklusive des geretteten Vogels. Im Frühjahr waren schließlich insgesamt fünf Küken geschlüpft.

AMT bestätigt Tod eines Schwans

Offiziell ist der Ahaus e.V. für die Trauerschwäne verantwortlich. Claudia Platte, Geschäftsführerin von Ahaus Marketing und Touristik und mit dem Fall vertraut, bestätigte auf Anfrage der Redaktion, dass eines der jungen Tiere vor Kurzem gestorben ist: „Ja, das ist richtig. Da es dem Jungschwan nicht gut ging, wurde er zum Tierarzt gebracht. Dort wurde er untersucht, erhielt eine Wurmkur und spezielles Futter.“

Nach ein paar Tagen der Beobachtung habe man festgestellt, dass sich der Gesundheitszustand des Schwans weiter verschlechterte. Daraufhin beschloss der städtische Bauhof, erneut einen Tierarzt hinzuzuziehen. „Der Arzt hat den Schwan noch einmal untersucht. Leider ist er jedoch am darauffolgenden Tag gestorben“, berichtet Claudia Platte.

Ursache für den Tod: falsche Nahrung

Da die Ursache des Todes zunächst nicht ersichtlich war, entschieden die Verantwortlichen, eine Obduktion anzuordnen. „Aller Wahrscheinlichkeit nach führte falsche Nahrung zum Tod des Schwans“, so die AMT-Geschäftsführerin. Darauf angesprochen, ob es sich bei der falschen Nahrung um Brotreste handle, die nicht selten im Schlosspark von Menschen an Schwäne und Enten verfüttertet werden, antwortete Platte: „Mit hundertprozentiger Sicherheit kann man nicht bestätigen, dass dies die Ursache ist.“ Ein Dementi klingt anders.

Daher ist es für Ahaus Marketing und Touristik auch eine ernsthafte Option, einen Futterautomaten im Schlossgarten zu installieren. Eine Leserin der Münsterland Zeitung hatte das angeregt, um die Enten und Schwäne (gegen ein kleines Entgelt) nur noch mit geeigneter Nahrung zu füttern. „Es werden diesbezüglich bereits Gespräche mit der Stadtverwaltung geführt. Des Weiteren wird überlegt, entsprechende Schilder zur Erläuterung aufzustellen, dass nur das Futter aus den Automaten für die Tiere verträglich ist und man davon absehen muss, die Schwäne mit anderer Nahrung zu füttern“, sagt Claudia Platte.

Schwäne stehen vor Umzug nach Wessum

Unabhängig von den jüngsten Ereignissen stehen die vier verbliebenen jungen Schwäne vor einem Umzug. Da die Eltern sie mittlerweile als Konkurrenz wahrnehmen, möchte man die Jungtiere nach Wessum bringen. Anna Reehuis, Pressesprecherin der Stadt Ahaus, erklärte: „Wir hoffen, dass sie sich dort ansiedeln und wohlfühlen. Bei wilden Tieren gibt es dafür natürlich keine Garantie.“

Parallel wurden inzwischen auch Gespräche mit dem Angelverein „Sportfischer Ahaus“ geführt, um über den Unfall zu sprechen. Vonseiten des Vereins habe man zugesichert – sollte es wi­der Er­war­ten erneut zu einem Zwischenfall kommen – werde man mit Rat und Tat zur Seite stehen. „Da der Angelverein auch über ein entsprechendes Equipment verfügt, kann schnell reagiert und das Tier direkt zum Tierarzt gebracht werden“, sagt Claudia Platte.

Über den Autor
1991 in Ahaus geboren, in Münster studiert, seit April 2016 bei Lensing Media. Mag es, Menschen in den Fokus zu rücken, die sonst im Verborgenen agieren.
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Johannes Schmittmann

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