Hungersnot und Coronavirus bedrohen Menschen in Simbabwe

Hilfsappell

Der Kirchenkreis Steinfurt-Coesfeld-Borken bittet um Unterstützung für die Partnergemeinde in Simbabwe. Der dortige Pfarrer hat sich in einem Hilferuf an seine deutschen Freunde gewandt.

Ahaus

27.04.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Martin-Luther-Kirche in Harare verteilt seit längerem Lebensmittel an mittellose Menschen über 75 Jahre.

Die Martin-Luther-Kirche in Harare verteilt seit längerem Lebensmittel an mittellose Menschen über 75 Jahre. © Privat

Ein eindringlicher Notruf von Pfarrer Kennedy Gora erreichte in der letzten Woche die Partner im westlichen Münsterland. „Wir hoffen, es geht euch im Münsterland gut – trotz Corona. Bei uns sterben die Menschen nicht an Corona. Bei uns verhungern sie. Viele unserer Mitglieder sind so arm, dass sie keine Vorräte zu Hause haben. Nun gibt es im ganzen Land eine Ausgangssperre und niemand darf mehr als Tagelöhner arbeiten. Es ist wirklich dramatisch in Simbabwe", heißt es in dem Hilferuf von Kennedy Gora, den Pfarrer Olaf Goos an die Redaktion schickte.

Enge Partnerschaft

Pfarrer Gora ist Vorsitzender des Partnerschaftskomitees der Ost-Diözese der Evangelisch-Lutherischen Kirche von Simbabwe. Mit ihr verbindet den evangelischen Kirchenkreis Steinfurt-Coesfeld-Borken seit sieben Jahren eine enge Partnerschaft.

Alle aktuellen Nachrichten aus dem Land im südlichen Afrika bestätigten die Schilderung von Pfarrer Gora. Die wirtschaftliche Lage im Land ist schon lange desaströs. Schon vor der Ausgangssperre hatte kaum jemand eine geregelte Arbeit. Der dringend benötigte Regen sei im vergangenen Jahr erneut ausgeblieben, berichtet Gora.

Preise explodieren

Die Preise für Grundnahrungsmittel explodieren und mit ihnen die Armut. Das Gesundheitssystem ist praktisch jetzt schon zusammengebrochen und eine Behandlung der Erkrankten kaum möglich. Durch Fehl- und Unterernährung gehören weite Bevölkerungskreise zur Risikogruppe. Hinzu kommen eine hohe HIV-Rate und viele Tuberkulosekranke.

Obwohl es nach offiziellen Angaben bislang nur wenige Infizierte gibt, schwebt die Pandemie wie ein Damoklesschwert über dem Land. In den engbesiedelten Townships sind Sicherheitsabstände nicht möglich.

Keine Schutzkleidung

An Schutzkleidung ist nicht zu denken. Es fehlt an sauberem Wasser und Seife zum Händewaschen. Das Partnerschaftskomitee in Steinfurt war sich darum schnell einig, dass Hilfe geleistet werden soll. Beschlossen wurde zunächst eine Soforthilfe von 10.000 Euro.

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Neben Lebensmitteln wie Maismehl, Bohnen und Öl bitten die Partner besonders um Seife. Ein Luxusprodukt für viele Familien, aber zur Eindämmung von Covid-19 lebenswichtig. „Als Partner beten wir füreinander, doch unsere Partnerschaft sollte sich nicht im Gebet und in warmen Worten erschöpfen“, bekräftigt Pfarrer Olaf Goos, der das Komitee im Kirchenkreis leitet, die Entscheidung.

Mit Spenden helfen

„Gerade in Krisenzeiten zeigt sich, was eine Partnerschaft wert ist.“ Im Namen des Komitees bittet er um weitere Unterstützung für die Partnerkirche, um Familien das Überleben zu ermöglichen.

Spenden sind auf das Konto des Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld-Borken bei der Kreissparkasse Steinfurt, Stichwort: „Hilfe Zimbabwe“, möglich. Zu finden ist die Kontonummer auf der Internetseite.

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