Auf lange Sicht müsse natürlich auch im Homeoffice ein ergonomischer Arbeitsplatz eingerichtet werden. Im Online Netcom Systemhaus ist man sicher, dass der Boom beim Homeoffice auch nach der Corona-Pandemie anhält. © dpa
Coronavirus

Homeoffice-Boom bringt Ahauser IT-Unternehmen sattes Umsatzplus

Binnen weniger Monate ist ein Großteil der Arbeitnehmer vom Büro in die eigenen vier Wände gewechselt. Das Homeoffice werde die Arbeitswelt dauerhaft verändern – glauben Fachleute aus Ahaus.

Homeoffice boomt. Gezwungenermaßen durch das Coronavirus. Nach ifo- Umfragen unter Personalleitern von 1000 Unternehmen in Deutschland ist der Anteil der Belegschaft, der im Homeoffice arbeitet, durch die Coronakrise auf bis zu 60 Prozent hochgeschnellt.

Das merken auch Unternehmen, die sich auf die Ausstattung mit IT-, Netzwerk- und Sicherheitstechnik spezialisiert haben, wie beispielsweise das Online Netcom Systemhaus in Ahaus. Seit 30 Jahren befasst sich das Unternehmen mit Telekommunikation und Sicherheitstechnik. Und auch wenn Homeoffice und die Digitalisierung längst Kerngeschäft sind, hat die Pandemie dem Unternehmen einen enormen Schub gegeben.

25 Prozent Umsatzsteigerung durch Coronakrise

Allein um 25 Prozent seien Umsätze rund um Telefonie und Datenübertragung in den Monaten seit Ausbruch der Corona-Krise gestiegen. „Viele unserer Kunden sind schon seit einem dreiviertel Jahr auf Homeoffice geschwenkt, nicht erst seit der Anordnung der Homeoffice-Pflicht“, sagt Josephine Scheffler. Sie ist im Online Netcom Systemhaus für Marketing und das Personal verantwortlich.

Das Unternehmen hat reagiert und 2020 vier neue Mitarbeiter eingestellt – und hat nun 15 Mitarbeiter, die sich um einen breiten Kundenstamm kümmern. Rund 700 Kunden aus dem ganzen Münsterland und einem breiten Spektrum zählen dazu: „Kommunen, produzierendes Gewerbe, Agenturen, Steuerberater“, zählt Josephine Scheffler auf.

Einstellung zur Arbeit von zu Hause hat sich gewandelt

Dabei beobachtet sie einen grundlegenden Wandel in vielen Unternehmen.

„Bisher war Homeoffice in vielen Unternehmen ja eher ein zusätzlicher Anreiz für Arbeitnehmer. An vielen Stellen wurde diese Art zu arbeiten auch eher belächelt“, sagt sie. Das sei jetzt anders. Eben weil jetzt auch gezwungenermaßen viel mehr praktische Erfahrungen vorlägen: „Ein Kritikpunkt war ja über Jahre die Vorstellung, dass Arbeit von zu Hause aus weniger produktiv wäre als aus dem Büro“, sagt Josephine Scheffler. Dabei sei eher das Gegenteil der Fall: „Unsere Kunden berichten uns von deutlichen Produktivitätssteigerungen“, erklärt sie.

Auch unabhängig von der Pandemie würden Kommunikationswege ja immer digitaler werden. Videokonferenzen oder papierloses Arbeiten gehören immer häufiger zum Berufsalltag.

Auf lange Sicht müssten die Arbeitsplätze in den Wohnungen der Mitarbeiter dann natürlich besser als mit einer Übergangslösung ausgestattet werden. „Dauerhaft kann man ja beispielsweise nicht vor dem Laptop arbeiten, sondern braucht die entsprechende Ausstattung mit Monitoren“, sagt sie. Der Arbeitsplatz zu Hause müsse genauso ausgestattet werden, wie im Büro und denselben Arbeitsschutz-Richtlinien entsprechen. Also beispielsweise die ergonomischen Anforderungen erfüllen.

Datensicherheit und Support im Homeoffice sind extrem wichtig

Homeoffice hört dabei für das Unternehmen nicht bei der Ausstattung mit der nötigen Hardware auf: Datensicherheit spiele eben auch eine enorm große Rolle. Und auch die Stabilität der Systeme werde wichtiger, wenn eben nicht alle Mitarbeiter unter einem Dach arbeiten. Die Beratung der Kunden, die Unterstützung der einzelnen Mitarbeiter und der Service rund um die Systeme und Anwendungen nehme daher immer mehr Raum ein. Das Online Netcom Systemhaus übernehme auch diese Angebote. So greifen die Mitarbeiter etwa per Fernwartung auf die Rechner der Kunden zu, um bei Problemen zu helfen.

Auf lange Sicht sei es in Zukunft wohl eher die Ausnahme, wenn ein Unternehmen seinen Mitarbeitern kein Homeoffice anbiete. Das hänge natürlich auch immer mit der Größe des jeweiligen Unternehmens und der Branche zusammen. „Im produzierenden Gewerbe können natürlich viele Arbeitsplätze nicht ins Homeoffice verlegt werden“, erklärt sie. Für das Gros der Unternehmen gehe es aber weiter in Richtung flexibler Arbeitsmodelle. Da ist sie sicher.

Über den Autor
Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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Stephan Rape

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