Helmut und Ingrid Ewering sorgen für französisches Flair im Schlossgarten

dzBoulebahn

Lange Zeit verwaist, wird die Boulebahn im Schlossgarten in Ahaus jetzt reaktiviert. Helmut und Ingrid Ewering haben sich das zur Aufgabe gemacht. Warum, das hat uns das Ehepaar erzählt.

Ahaus

, 08.03.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Mittwochvormittag im Schlossgarten. Mehrere Haufen Sand liegen auf dem Bouleplatz, der schon mal bessere Tage gesehen hat. „Was wird das?“, fragt eine Frau, die ihr Rad durch den Park schiebt. „Ein Bouleplatz“, antwortet Helmut Ewering. „Wird das benutzt?“ will die Frau wissen. „Bis jetzt nicht“, sagt Helmut Ewering. „Deshalb wollen wir es ändern.“ Helmut und Ingrid Ewering haben sich die Wiederbelebung des Bouleplatzes zur Aufgabe gemacht.

Fast 48 Jahre lang lebten die beiden 70-Jährigen in Köln. Helmut Ewering stammt gebürtig aus Legden, seine Frau Ingrid aus Ahaus. „Wir sind nach dem Studium im Rheinland geblieben“, sagt Helmut Ewering. Doch im Ruhestand, da zog es das Paar zurück in die alte Heimat.

Boulespieler rund um Ahaus

Seit eineinhalb Jahren leben die Ewerings in Ahaus. Nicht, dass das Rheinland nicht auch seine Vorzüge hätte. Aber: „Ahaus ist nun mal die schönste Stadt der Welt“, sagt Ingrid Ewering. Auch das Klima hier vertrage sie besser.

Im Internet sah Helmut Ewering vor einiger Zeit, dass in Ahaus ein Bouleplatz existiert. Fast gleichzeitig las er in einem Artikel in der Münsterland Zeitung, dass in Südlohn und in Stadtlohn regelmäßig Boule gespielt werde, ebenfalls in Legden.

In Köln spielte Helmut Ewering zuletzt in einer Seniorengruppe mit über 20 Leuten. „Ich war der jüngste Mitspieler, der älteste war 83.“

Eine Tatsache, die das Boulespiel auszeichne, sagt er. „Boule kann man auch im hohen Alter noch spielen.“ Man bewege sich, sei an der frischen Luft und in Gemeinschaft. „Und es ist ein Strategiespiel, auch das Gehirn wird angesprochen.“ Ziel des Spiels ist, Kugeln so nah wie möglich an eine Zielkugel zu werfen, die auch „Schweinchen“ genannt wird.

Verwildert und mit Moos bedeckt

Helmut und Ingrid Ewering nahmen vor einiger Zeit die Boulebahn im Schlossgarten in Augenschein – und waren nicht gerade angetan vom Zustand. Die Anlage war verwildert, der Boden mit Moos bedeckt. „Der Platz ist zum Boulespielen nicht so ganz geeignet“, sagt Helmut Ewering. „Er liegt im Schatten.“

Jetzt lesen

Die 29 Meter lange Anlage wurde wohl schon geraume Zeit nicht mehr bespielt. Zwar weist ein Schild „Boule-Platz-Schlossgarten“ auf Ausleihmöglichkeiten von Spielkugeln bei der Geschäftsstelle von Ahaus Marketing und Touristik (AMT) am Oldenkottplatz hin. Doch habe es in der Vergangenheit keine Nachfragen nach den Kugeln gegeben, berichtet AMT-Geschäftsführerin Claudia Platte auf Nachfrage.

Gute Freunde der Eheleute Ewering rieten ihnen, mit Bürgermeisterin Karola Voß über die Thematik zu sprechen. „Das haben wir getan“, berichtet Helmut Ewering. „Sie fand die Idee einer Wiederbelebung der Anlage gut.“

Jetzt lesen

Ein Gespräch mit dem Ahauser Bauhofleiter Bernd Sundermann brachte zutage, dass der Bouleplatz noch über eine Drainage verfügt. Mittlerweile wurden Bohlen gezogen, die 29 Meter lange Spielfläche im Schlossgarten soll in vier Boulebahnen unterteilt werden.

Ingrid Ewering (vorne) und ihr Mann Helmut (l.) spielen gerne Boule. Die Anlage im Schlossgarten wird auf ihr Bestreben wieder instand gesetzt.

Ingrid Ewering (vorne) und ihr Mann Helmut (l.) spielen gerne Boule. Die Anlage im Schlossgarten wird auf ihr Bestreben wieder instand gesetzt. © Christian Bödding

Beim Ortstermin am Mittwoch mit Bernd Sundermann und einem Bauhofmitarbeiter gab es weitere positive Nachrichten. Die Spielfläche wird mit „Dolomitsand 0/8“ aufgefüllt. Dabei handelt es sich um gemahlenes Gestein, das für den Bouleplatzbau gut geeignet ist.

Wenn das Wetter mitspiele, sagte Bernd Sundermann, werde der Platz auf jeden Fall vor Ostern bespielbar sein. Bis dahin werden auch noch zwei Bänke aufgestellt, die früher am Rand der Anlage standen. Bauhofmitarbeiter säuberten sie schon und sorgten für einen neuen Anstrich. Das Schild mit den Spielregeln soll zwecks besserer Lesbarkeit ein wenig tiefer gesetzt werden.

Bei so viel städtischem Zutun will auch Helmut Ewering nicht untätig bleiben. „Wenn die Bahnen fertig sind, werde ich mich um die Platzpflege kümmern“, erklärt er.

„Bereicherung“

AMT-Geschäftsführerin Claudia Platte freut sich schon jetzt, dass der Platz in Kürze wieder einsatzbereit sein wird. Es handele sich um eine weitere Bereicherung des Ahauser Freizeitangebotes.

Boule-Kugeln sind bei Ahaus Marketing und Touristik, Oldenkottplatz 2, vorhanden. „Sie werden gegen eine Kaution gerne für Bürger und Besucher der Stadt Ahaus zur Verfügung gestellt“, teilt Claudia Platte mit.

Das Schild mit den Spielregeln und dem Hinweis auf die Ausleihe von Spielkugeln wird zwecks besserer Lesbarkeit noch ein wenig tiefer angebracht.

Das Schild mit den Spielregeln und dem Hinweis auf die Ausleihe von Spielkugeln wird zwecks besserer Lesbarkeit noch ein wenig tiefer angebracht. © Christian Bödding

Wer eine Partie Boule mit Helmut und Ingrid Ewering spielen möchte, der kann unter Tel. (0176) 60972021 mit ihnen einen Termin vereinbaren. „Anfänger ohne Vorkenntnisse sind willkommen“, sagt Helmut Ewering. „In unserem Bekanntenkreis sind wir auf reges Interesse gestoßen, diese für manche vielleicht exotische Sportart auszuprobieren. Wir würden Interessierte gerne unterstützen und zusammenbringen.“

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt