Gutbürgerlich genießen im Alstätter Traditionsgasthaus Sandersküper

dzRestaurant-Check

Nur wenige Meter von der deutsch-niederländischen Grenze liegt das Alstätter Café-Restaurant Sandersküper. Die Familie Tenhagen führt das traditionsreiche Haus schon seit 1887.

Ahaus

, 02.11.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 4 min

Das Café-Restaurant Sandersküper liegt unmittelbar an der Grenze zu den Niederlanden. Nur wenige Meter von der traditionsreichen Gaststätte entfernt, regelten Zöllner früher den Verkehr zwischen Enschede und Alstätte. Heute ist von der einstigen Grenze nicht mehr viel zu spüren.

Gutbürgerlich genießen im Alstätter Traditionsgasthaus Sandersküper

Die Tische werden stets liebevoll eingedeckt. © Markus Gehring

Stattdessen steht dort ein stattliches, ländliches Anwesen, das seit Jahrhunderten die Stürme der Geschichte in der Grenzregion miterlebt hat und fast ebenso lange von der Familie Tenhagen geführt wird. Ein kleines Juwel, das Deutsche und Niederländer gleichermaßen anzieht.

Die Atmosphäre

Als ich an diesem Montagabend den gemütlichen Schankraum der Gaststätte betrete, begrüßt mich und meine Begleitung sogleich eine Mitarbeiterin. Den Tisch für zwei hatte ich im Voraus telefonisch reserviert. Die freundliche Kellnerin führt uns zu unserem Platz in einem der modern ausgestatteten Speiseräume, der ganz in weiß, lindgrün und hellem Holz gehalten ist.

Passend zu den Rosen auf der Tischdecke steht eine einzelne Rosenblüte in einem Glas und die Kellnerin entzündet für uns ein Teelicht. Noch ist es recht ruhig im Restaurant. Ein niederländisches Ehepaar sitzt uns schräg gegenüber und unterhält sich leise. Von der riesigen Fensterfront schweift der Blick auf die Straße und ins Grüne dahinter. Im Hintergrund erklingt leise Musik.

Gutbürgerlich genießen im Alstätter Traditionsgasthaus Sandersküper

Die Räume sind stilvoll eingerichtet © Markus Gehring

„Möchten Sie schon etwas trinken?“, erkundigt sich die Servicekraft. Da kann ich nicht nein sagen. Ich bestelle eine Cola, meiner Begleitung steht der Sinn nach einem alkoholfreien Pils. Wenige Minuten später stehen die Getränke bereits vor uns auf dem Tisch und wir blättern in der Speisekarte.

Die Kellnerin nimmt sich derweil Zeit für einen kleinen Plausch auf Niederländisch mit dem Ehepaar am Nebentisch, bevor die Leute sich bedanken und zahlen. Die gelebte Nachbarschaftlichkeit ohne Sprachgrenzen beeindruckt mich.

Die Speisekarte

Auch auf der Karte spürt man die herzliche Nähe zu den Niederlanden. Das Menü ist ganz selbstverständlich zweisprachig gehalten. So lerne ich, während ich die Speisekarte studiere, ganz nebenbei, dass „Strammer Max“ in der Nachbarsprache „Uitsmijter“, zu Deutsch „Rausschmeißer“ heißt.

Gutbürgerlich genießen im Alstätter Traditionsgasthaus Sandersküper

Ein Stein weist auf den guten Namen des Gasthauses hin. © Markus Gehring

Die Auswahl auf der Karte bei „Zane“, wie das Lokal im Volksmund heißt, ist vielfältig. Von Fischgerichten über Vegetarisches und Speisen für den kleinen Hunger bis hin zu Steaks und Schnitzeln hat der Gast hier die Qual der Wahl.

Die Vorspeise

Ich bin von klein auf ein ziemlicher Suppenkasper und einer guten Tomatensuppe kann ich nie widerstehen. Die Kellnerin serviert eine sämige, kräftig rote Suppe mit einem Klecks Creme Fraiche. Das aromatische Vorgericht wartet mit einer Überraschung auf: eine Hackfleischeinlage. Die passt aber erstaunlich gut zum tomatigen Geschmack der Suppe, den der sahnige Klecks nur noch verfeinert.

Gutbürgerlich genießen im Alstätter Traditionsgasthaus Sandersküper

Die Tomatensuppe © Anna-Lena Haget

Die Rindfleischsuppe punktet mit einer ordentlichen Einlage aus Blumenkohl, gekochtem Rindfleisch und Markklößchen. „Die schmeckt richtig gut, genau wie früher“, lautet das begeisterte Urteil meiner Begleiterin. Da kann sie sogar leicht verschmerzen, dass die Nudeln in der Suppe fehlen.

Der Zwischengang

Kurze Zeit später erreichen uns die mit Spannung erwarteten, gebackenen Champignons mit Dip. Ich liebe Champignons und diese hier stehen schon allein optisch ganz hoch in meiner Gunst: goldbraun frittierte, große Köpfe, flankiert von einem Töpfchen mit Dip und einer Scheibe Toast.

Gutbürgerlich genießen im Alstätter Traditionsgasthaus Sandersküper

Die gebackenen Champignons mit Dip © Anna-Lena Haget

Das Gericht ist simpel, aber gewaltig: Der erste Biss kommt einer Offenbarung gleich. Hinter der knackigen Kruste zerplatzt der saftige Pilz quasi im Mund und setzt, zusammen mit dem Dip, eine wahre Geschmacksexplosion frei. Meine Begleitung will sich das ebenfalls nicht entgehen lassen und so teilen wir uns die Portion, die ich gerne auch ganz für mich allein gehabt hätte.

Das Hauptgericht

Ich entscheide mich, für den Hauptgang etwas von der Wildkarte zu probieren, die es nur im Winter gibt. Das Wildragout klingt auf dem Papier sehr gut, mit hausgemachtem Rotkohl und einer Kartoffelbeilage nach Wahl. Es ist das zweite Mal in meinem Leben, dass ich überhaupt Wild esse. Da bin ich mal gespannt...

Gutbürgerlich genießen im Alstätter Traditionsgasthaus Sandersküper

Das Wildragout mit Beilagen © Anna-Lena Haget

Meine Begleiterin wählt das Zwiebelschnitzel von der Karte, befürchtet aber, dass es zu groß für sie sein könnte. Kein Problem bei Sandersküper: „Ich kann Ihnen auch eine halbe Portion bringen, wenn Sie nicht so viel Hunger haben“, bietet die Servicekraft an. Mein Gegenüber will sich dann doch tapfer ans komplette Schnitzel wagen.

Das Wildragout erweist sich als überaus zart. Die signifikante Wildnote wird von einer schweren, dunklen Sauce umrahmt, die sehr gut dazu passt. Der Rotkohl mit seiner leicht fruchtigen Note bildet dazu einen schönen Kontrast, genau so wie die gekochte Birnenhälfte mit Preiselbeeren, die viel mehr ist als bloße Dekoration.

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Das Zwiebelschnitzel © Anna-Lena Haget

Das Zwiebelschnitzel trumpft mit seiner Größe und einer ordentlichen Portion goldgelber Zwiebelringe als Belag auf. „Echt lecker, genau wie das sein soll“, lobt meine Begleitung das kross panierte Schweineschnitzel, das innen noch schön zart ist. Dazu gibt es in separaten Schalen Pommes Frites und einen kleinen Salat, die das Gericht gebührend abrunden. Die Kellnerin bietet an, unsere Beilagenschalen wieder aufzufüllen, falls wir das wünschen, aber wir winken dankend ab.

Das Dessert

Eigentlich bin ich schon satt, aber für einen kleinen Nachtisch ist dann doch ein Eckchen frei. Auf Nachfrage bringt uns die freundliche Servicemitarbeiterin die Dessertkarte, auf der es neben Eisbechern und Kuchen auch Kaffee und Tee gibt.

Meine Begleitung muss nicht lange überlegen und wählt sofort ihren Favoriten unter den Klassikern aus: die Herrencreme.

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Die Herrencreme © Anna-Lena Haget

Ich entscheide mich für ein gemischtes Eis, nachdem ich einen Blick auf den verführerisch aussehenden Eisbecher des Herrn am Tisch hinter uns geworfen habe. Und mal ehrlich: Eiscreme geht eigentlich immer, auch wenn es draußen bitterkalt ist.

Ich bekomme die Sorten Walnuss, Kirsch und Vanille, garniert mit einem großen Klecks echter Sahne und einer Portion Schokosplittern serviert. Auch die Herrencreme geizt nicht mit Sahnigkeit. „Das schmeckt richtig nach Sahne, da könnte ich glatt noch einen von essen“, seufzt meine Begleiterin beglückt.

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Der gemischte Eisbecher © Anna-Lena Haget

Am Ende unseres Mahls erkundigt sich die aufmerksame Kellnerin, ob es geschmeckt hat und ob wir noch irgendetwas essen oder trinken möchten. Ich lehne dankend ab, denn ich bin wunschlos glücklich.

Barrierefreiheit

Das gesamte Restaurant, die Terrasse und auch die Toilettenanlagen sind ebenerdig, großzügig geschnitten und barrierefrei zu erreichen, so dass auch Rollstuhlfahrer keine Probleme haben dürften. Erst vor Kurzem wurde auch die Stufe am Eingang des Lokals entfernt, um älteren Gästen mit Rollator den Eintritt zu erleichtern.

Kinderfreundlichkeit

Auch an die kleinen Gäste wurde gedacht. Vier Gerichte in kindgerechten Portionen gibt es zur Auswahl. Hinter dem Lokal gibt es außerdem einen großen Spielplatz, auf dem sich die Kinder nach Herzenslust austoben können.

Auf der Damentoilette haben die Betreiber außerdem an einen Wickelplatz für die allerjüngsten Gäste gedacht.

Die Preise

Die Rindfleischsuppe und auch die Tomatensuppe kosten je fünf Euro, genau wie die gebackenen Champignons mit Dip. Für das Wildragout mit Beilagen werden 14,50 Euro fällig. Für das Zwiebelschnitzel bezahle ich 13,50 Euro. Der kleine Salat mit Sahnesauce kostet 3,50 Euro.

Für die Herrencreme bezahle ich vier Euro, für den gemischten Eisbecher 3,90 Euro. Inklusive der zwei Gläser Cola (0,2 l) für je zwei Euro und zwei alkoholfreien Pils für je 2,40 Euro bezahle ich insgesamt 63,20 Euro. Ein mehr als angemessener Preis für die qualitativ hochwertigen Speisen.

Anfahrt und Parken

Das Café-Restaurant Sandersküper liegt etwas außerhalb von Alstätte unmittelbar an Grenze zu den Niederlanden.

Die Gaststätte verfügt über 60 Parkplätze und ist auch für Fahrradausflügler ein beliebtes Ziel, da sie direkt an der Flamingoroute liegt.

Restaurant-Info

Café-Restaurant Sandersküper, Alstätter Brook 34, 48693 Ahaus-Alstätte, Tel. (02567) 490, E-Mail: info@sanderskueper.de, Internet: www.sanderskueper.de

Öffnungszeiten

April bis September: Montag bis Sonntag ab 12 Uhr, Küchenzeiten 12 bis 20.30 Uhr; Oktober bis März: Montag bis Freitag ab 16 Uhr, Küchenzeiten 16 bis 20.30 Uhr; Samstag bis Sonntag ab 12 Uhr, Küchenzeiten 12 bis 20.30 Uhr. Dienstag und Donnerstag ganzjährig Ruhetag.

So funktioniert der Restaurant-Check

  • Wir gehen ohne Vorankündigung in die jeweiligen Restaurants – als ganz normale, zahlende Gäste. Wir sind keine Gastro-Experten, sondern einfach Menschen, die gerne an schönen Orten essen.
  • Wir beschreiben die Läden so, wie wir über sie auch mit Freunden und Bekannten sprechen würden. Mit ihren Schwächen, mit ihren Stärken. Ehrlich.
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