Graeser Historie erkundet

Aktuelle Forschungen

GRAES Im Jahr 1188 verkaufte Edelherr Meinrich von Grove seinen Haupthof Graes an das Stift Asbeck. Dessen Konvent bearbeitete den Hof dann aber nicht mit eigenen Kräften, sondern gab ihn dem Schulten Epping in Erbpacht. Das sind die neuesten Forschungsergebnisse, die jetzt imJahrbuch des Kreises Borken 2010 veröffentlicht wurden.

02.01.2010, 08:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Heimatvereinsvorsitzender Bernhard Wessling (links) und das Ehepaar Brigitte und Josef Epping.

Heimatvereinsvorsitzender Bernhard Wessling (links) und das Ehepaar Brigitte und Josef Epping.

g Der Haupthof Graes tauchte erstmals um das Jahr 1100 in der schriftlichen Überlieferung auf: In einer Urkunde des Bischofs von Münster wird der Zehnte festgelegt, den Gerhard von Graes aus seinem Haus und seinen Ackerländern bezahlen muss. Einige Jahre später kam der Hof auf unbekanntem Weg zunächst an den Edelherrn Eppo von Grove, dann im Erbgang an dessen Sohn Meinrich. Der folgende Eigentümer, das Damenstift Asbeck, setzte zur Bewirtschaftung einen Erbpächter ein, dessen Name, Schulte Epping, auf den Eigentümer Eppo zurückverweist (Epping gleich zu Eppo gehörig). Die letztbekannte Hofstelle des ehemaligen Haupthofs Graes lag nordwestlich des heutigen Dorfkerns. Etwa 1875 verlegte Epping sie an die Aabrücke in Richtung Epe. Das alte Bauernhaus im Dorf, im Volksmund bald „Olthues“ genannt, verpachtete er bis 1938 an die Graeser Familie Homölle. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde das nun leer stehende Gebäude zunächst zu einem Lager für französische Kriegsgefangene umgebaut, bevor es nach dem Krieg als Wohnraum an Flüchtlingsfamilien vermietet wurde, unter anderem an die Familie Hamacher aus Ahaus, weshalb es vielen Graesern heute noch als „Hamachers Hues“ in Erinnerung ist. Im Jahre 1964 kaufte Brunnenbauer Heinrich Wittenberg das gesamte Anwesen als Betriebsgelände, wobei er das Haus als Materiallager nutzte, bis es Anfang der 1970er Jahre einem Brand zum Opfer fiel.

Seither verweist nur noch der – auch schon fast vergessene – Name der Unterbauerschaft „Kloster“ auf die Zugehörigkeit des ehemaligen Schultenhofs Epping beziehungsweise des Haupthofs Graes zum Kloster Asbeck.

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