Der „Fachkräftemangel“ sorgt nicht nur bei den Handwerksunternehmen für Sorgenfalten auf der Stirn. Auch den öffentlichen sowie den feuerwehrtechnischen Dienst treibt inzwischen die Nachwuchssorge um.

04.10.2018, 17:58 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hintergrund der personellen Engpässe sind die gesetzlichen Vorgaben bei der Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplanes in den Kommunen. In diesem Papier wird regelmäßig festgelegt, „wie viel Feuerwehr“ eine Gemeinde benötigt, um die Schutzziele zu erreichen.

In Ahaus werde dazu seit Jahrzehnten eine gut funktionierende Feuerwehrarbeit im Zusammenspiel zwischen haupt- und ehrenamtlichen Kräften praktiziert, sagt Stadtbrandinspektor Berthold Büter. Dadurch konnte bislang auf hauptamtliche Kräfte sowohl für die Besetzung der beiden Rettungswagen als auch zur Besetzung der Feuerwehrfahrzeuge zurückgegriffen werden. Das allerdings will der Gesetzgeber nun nicht mehr akzeptieren – und fordert für Rettungsdienst und Brandschutz jeweils eigene Personalpools. Heißt im Klartext: Der hauptamtlichen Ahauser Wehr fehlen vier „Funktionen“, die unterm Strich für 19 Stellen stehen, die somit zusätzlich zu besetzen sind.

Stellenausschreibung

„Das sind Kräfte, die nicht einfach so herbeizuzaubern sind, zumal die Kommunen landesweit alle mit den gleichen Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Diese Stellen müssen entwickelt und die Personen ausgebildet werden“, erklärt der Feuerwehr-Chef am Donnerstag im Gespräch mit der Münsterland Zeitung. Bisher wurden frei werdende Stellen öffentlich ausgeschrieben. Bewerben konnten sich Interessenten mit abgeschlossener Berufsausbildung ebenso wie jene, die etwa schon zuvor bei der freiwilligen Feuerwehr ihren Dienst versahen. Büter: „Das wird auch weiterhin so gehandhabt. Nur werden die Ausschreibungen jetzt zahlenmäßig mehr.“ Eineinhalb Jahre dauert die Ausbildung, „viele der Bewerber, die zuvor freiwillig aktiv waren, bleiben es auch als hauptamtliche Feuerwehrleute. Das ist uns in den letzten Jahren immer ganz gut gelungen“, sagt Berthold Büter.

Sechs Ausbildungsplätze pro Jahr

Hinzu kommt zu der Stellenaufstockung (aktuell zählt die Ahauser Wehr 42 Hauptamtliche und 300 bis 320 Ehrenamtliche), dass Abgänge durch Umzug oder vorzeitigen Ruhestand nicht kalkulierbar sind. „Absehbar ist, dass in den nächsten Jahren sechs Kollegen in den Altersruhestand wechseln werden. Auch diese Stellen sind dann neu zu besetzen“, rechnet der Feuerwehrchef vor. „Wir versuchen, möglichst sechs Ausbildungsplätze pro Jahr zu generieren.“

Erfreulich sei, dass es bei der freiwilligen Feuerwehr „entgegen dem bundesweiten Trend bei uns eine stabile Lage und immer wieder Zuwächse gibt“, sieht Büter deshalb nicht ganz so düster in die Zukunft. Die Bürger müssten sich keine Sorgen machen, dass die Wehr mangels Personal mal nicht zu einer Rettungsaktion herausfahre: „Die Einsatzbereitschaft ist gewährleistet.“

Lesen Sie jetzt