FDP in Ahaus tritt ohne langjährige Ratspolitiker zur Wahl an

dzKommunalwahl 2020

Reinhard Horst und Wolfgang Klein ziehen nicht mehr für die FDP Ahaus in den Wahlkampf. Die Partei hat sich für andere Kandidaten entschieden. Zumindest Reinhard Horst wurde davon überrascht.

Ahaus

, 09.06.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die FDP Ahaus hat ihre Wahlliste für die kommende Kommunalwahl im September vorgelegt – und verzichtet dabei auf die bisherigen FDP-Ratsherren Reinhard Horst und Wolfgang Klein.

Reinhard Horst war laut FDP Ahaus noch um den zweiten Platz auf der Wahlliste der Partei angetreten, hatte das Rennen jedoch in einer internen Abstimmung gegen Marco Schultewolter verloren. Um einen weiteren Listenplatz bewarb er sich danach nicht mehr. Wolfgang Klein hatte sich, so die FDP, nicht um einen Sitz im Ahauser Rat beworben.

Verjüngung der Partei mit 57-Jähriger an der Spitze

Christiane Gottheil (57), Vorsitzende der FDP Ahaus und neue Spitzenkandidatin der Partei, erklärt, dass es vor allem um eine Verjüngung der Partei gegangen sei. „Mich ausgenommen sind alle Vertreter auf der Liste nun deutlich jünger“, sagte sie gegenüber unserer Redaktion.

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Die neue Truppe sei „super engagiert“. Dieses Engagement gelte es zu fördern und entsprechend wertzuschätzen. „Sie bringen sich ein und wollen sich noch stärker einbringen“, sagt die Vorsitzende.

Enge Teamarbeit und Kommunikation sind die neuen Ziele

Wichtig sei auch, dass mit den neuen Vertretern eng in einem Team zusammengearbeitet werde. „Die Kommunikation ist da einfach sehr wichtig und das funktioniert gut“, sagt sie.

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Die Ziele für den kommenden Wahlkampf hat sie hoch gesteckt: „Ich würde schon gerne mit vier Sitzen in den neuen Rat“, sagt sie. Dann werde die Ratsarbeit deutlich leichter, weil sie sich eben auf mehrere Schultern verteile. Dafür habe sie aber auch ein sehr gutes Gefühl.

Vorstand schätze und respektiere Arbeit von Reinhard Horst

Gleichzeitig sei ihr wichtig, keinen Unfrieden zu säen. Der Vorstand schätze und respektiere die langjährige Arbeit von Reinhard Horst. „Doch in Zukunft möchten wir mit einem neuen Team die Zukunft von Ahaus gestalten und eine Kultur etablieren, die noch mehr auf Zusammenarbeit innerhalb der Partei basiert“, erklärt sie. Etliche Leute in der Partei hätten diese Veränderung gewollt.

Mit dem vergangenen Wahlergebnis – Reinhard Horst hatte 2015 als Bürgermeisterkandidat nur 1,2 Prozent der Stimmen geholt – habe das jedoch nichts zu tun.

Reinhard Horst, bisher Ratsherr für die FDP, verlor die Abstimmung und wurde von dem Ergebnis eigener Aussage nach überrascht.

Reinhard Horst, bisher Ratsherr für die FDP, verlor die Abstimmung und wurde von dem Ergebnis eigener Aussage nach überrascht. © Archiv

Sie wolle nun aber auch nicht über Gewesenes reden, sondern sich lieber auf die Zukunft fokussieren. Und eine gute Arbeit für die Stadt machen. Christiane Gottheil hatte bereits von 2011 bis 2015 für die FDP im Ahauser Rat gesessen. Damals folgte sie auf Andreas Beckers, der die Partei eigener Aussage nach wegen ihres Standpunkts zum Brennelementezwischenlager in der laufenden Ratsperiode verlassen hatte.

Wahlprogramm soll bei Ortsparteitag festgelegt werden

Inhaltlich will sich die Partei auf einem separaten Ortsparteitag aufstellen. Dort soll das Programm für den kommenden Wahlkampf aufgestellt werden. Wie der vor dem Hintergrund der Corona-Krise aussehen kann, soll ebenfalls noch beraten werden.

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Reinhard Horst reagierte im Gespräch mit unserer Redaktion betont gelassen auf seine Niederlage bei der Versammlung am Sonntag. „Es ist aber auch noch alles sehr frisch. Das möchte ich erst einmal Revue passieren lassen“, erklärte er am Dienstag. Natürlich sei das Abstimmungsergebnis für ihn sehr überraschend gewesen. Gerechnet habe er damit im Vorfeld nicht. Er bewertete es jedoch nicht weiter. „Ich gehe weder mit einem lachenden noch mit einem weinenden Auge. Ich gehe mit beiden Augen durch die Welt, wie immer“, sagte er.

Mit seinem Fraktionskollegen Wolfgang Klein wolle er nun seine weitere Arbeit abstimmen.

Wolfgang Klein war am Montag und Dienstag für unsere Redaktion nicht zu erreichen, kündigte ein Gespräch aber für Mittwoch an.

Auf der Reserveliste der FDP stehen Christiane Gottheil, Marco Schultewolter, Manfred Wigger, Christian Möllers, Reinhard Böcker, Helmut Gottheil, Wolfgang Dirksen und Philipp Nacke.

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