Erst wird bestellt, dann geschlachtet: Familie Gesenhues setzt mit Rindern auf Nachhaltigkeit

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Die Familie Gesenhues aus Alstätte hält seit drei Jahren Rinder der Rasse „Welsh Black“. Jedes Tier hat seinen Namen; geschlachtet wird erst, wenn 80 Prozent des Fleisches vermarktet sind.

Ahaus

, 26.03.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Drei Jahre ist es her, dass sich die fünfköpfige Familie Gesenhues aus Alstätte überlegt hat, wie es auf dem eigenen Hof weitergehen soll. „Bis dahin haben wir ganz konventionell Bullenmast betrieben, aber wir wollten etwas umstellen und komplett Neues ausprobieren“, erklärt Lucas Gesenhues. Der 28-Jährige arbeitet genau wie sein Vater Günter hauptberuflich beim Heeker Unternehmen „2G Energy“.

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Der Familienbetrieb wird nur noch nebenberuflich bewirtschaftet, weshalb sie nach einer möglichst unkomplizierten Lösung suchten. Bei der Recherche stießen sie immer wieder auf das Thema Direktvermarktung von Fleisch. „Das klang für uns sehr interessant. Also haben wir uns überlegt, welche Rinder-Rasse wir auf unserem Hof halten möchten“, sagt Lucas Gesenhues.

Wahl fällt auf Welsh-Black-Rinder

Gesucht wurde eine Robustrasse, die das ganz Jahr auf der Weide grasen kann. Wichtig war den Gesenhues‘ ebenfalls, dass es sich nicht um eine „künstlich hochgezüchtete Rasse handelt“. Am Ende fiel die Wahl auf die Welsh-Black-Rinder aus Großbritannien. Lucas Gesenhues erklärt, warum: „Wir haben uns die Tiere auf einem Hof in Epe angeschaut und sie entsprachen genau unseren Vorstellungen. Sie sind sehr umgänglich und selbst minus 20 Grad und Schneeregen machen ihnen nichts aus.“

Die Rinder und Kühe der Rasse Welsh Black grasen auf einer rund zehn Hektar großen Fläche.

Die Rinder und Kühe grasen auf einer rund zehn Hektar großen Fläche. © privat

2017 kauften sie die erste Kuh mit Kalb. Langsam, aber stetig wuchs die Herde immer weiter an. Heute laufen auf der gut zehn Hektar großen Weide zwölf Mutterkühe, zehn Kälber, acht Rinder und Jungbullen sowie ein Deckbulle, den die Familie Mustafa getauft hat. „Jedes Tier trägt bei uns einen Namen. Das zeigt, wie eng die Bindung ist. Wir wollen keine Massentierhaltung, sondern setzen auf Nachhaltigkeit“, erklärt Lucas Gesenhues.

Erst geschlachtet, wenn 80 Prozent verkauft sind

Gefüttert werden die Tiere nicht, sondern sie ernähren sich ausschließlich vom Gras auf der Weide. Geschlachtet wird erst, wenn 80 Prozent des Fleisches vermarktet sind. Und die Nachfrage war von Beginn an groß. Im vergangenen Jahr wurden die ersten beiden Jungbullen geschlachtet und verkauft. „Wir verladen sie hier und liefern sie direkt zum örtlichen Metzger. Durch die kurzen Transportwege wird dem Tier viel Stress erspart“, so Lucas Gesenhues.

Das hochwertige Fleisch der Welsh-Black-Rinder wird in Paketen direkt vom Hof verkauft.

Das hochwertige Fleisch der Welsh-Black-Rinder wird in Paketen direkt vom Hof verkauft. © privat

14 Tage wird das Fleisch abgehangen, bevor es in 15-Kilo-Paketen zurück zum Hof geliefert und dort verkauft wird. Die Kunden wissen nicht nur die Haltung zu schätzen, sondern auch die besondere Qualität des Fleisches. „Es ist fein gemasert und butterweich. Da ist fast egal, wer vor dem Herd steht: Zäh wird das Fleisch nie“, sagt Lucas Gesenhues und lacht. „Wer beim ersten Mal hier gekauft hat, kam auch beim zweiten Mal wieder.“

Info

  • Angeboten wird das Fleisch der Welsh-Black-Rinder in gemischten Paketen zwischen 13 und 15 Kilogramm.
  • Es enthält unter anderem Roastbeef, Rinderbraten, Rinderrouladen, Suppenfleisch und Gulasch.
  • Kontakt: Familie Gesenhues, Brinkerhook 12, 48683 Ahaus-Alstätte, Tel. (0151)12182173
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