Fahrrad-Boom in Ahaus: Auf dem Sattel durch den Sommer

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Das Fahrrad mutiert in diesem Sommer zum Verkehrsmittel Nummer eins. Denn durch die Corona-Pandemie bleiben viele in diesem Jahr zu Hause und erkunden ihre Umgebung am liebsten mit dem Rad.

Ahaus

, 16.07.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Corona-Pandemie hat bei vielen Ahausern die Urlaubspläne für diesen Sommer ordentlich durcheinandergewirbelt. Stornierte Flüge, unsichere Situationen im Ausland und nahe zutäglich neue Nachrichten, was gerade möglich ist und was nicht, erschweren die Urlaubspläne ungemein.

Klar, dass viele daher ihren Sommerurlaub in diesem Jahr lieber daheim verbringen wollen. Der Garten wurde aufgehübscht und hier und da ein Pool oder ein Strandkorb aufgebaut. Doch immer nur im eigenen Garten oder auf dem Balkon bleiben, wollen die meisten dann auch nicht. Und genau das bekommen gerade die Fahrradhändler aus Ahaus zu spüren. Nach den Wochen der Zwangsschließung im März wird ihnen nun buchstäblich die Bude eingerannt.

Viele Neukunden für die Fahrradhändler

„Wir haben hier in den letzten Wochen viele neue Kunden im Laden gehabt, die uns ganz klar gesagt haben, dass das Urlaubsgeld für diesen Sommer anstelle für Flüge oder Hotel in neue Fahrräder investiert wird“, erklärt Dieter Gewers, Geschäftsführer von Zweirad Gewers in Wüllen. Und auch Peter Müller, Geschäftsführer bei Zweirad Müller in Ahaus bestätigt dies unisono und ergänzt: „Dabei denke ich, dass das Fahrrad hier im Münsterland ja schon eh viel stärker im Leben der Menschen angekommen ist, als in den Großstädten. Daher schnellen unsere Verkaufszahlen jetzt nicht unbedingt um 200 Prozent in die Höhe. Sehr gut zu tun haben wir aber auch.“

Beliebte Fahrradregion

Denn die Münsterländer wissen, was sie an ihren Rädern haben. Nicht nur, dass das Münsterland direkt nach Bayern und dem Emsland die drittbeliebteste Region für Fahrradtouristen ist, gerade jetzt ist das Radfahren entspannt wie noch nie. „Hierbei wird der Abstand ja automatisch eingehalten“, befindet Dieter Gewers. Und wenn eine Radstrecke doch mal zu voll sein sollte, kann man jederzeit abbiegen und wieder die einsame Idylle genießen. Und auch die Maskenpflicht kann man auf dem Rad getrost vergessen und ein kleines Stück persönliche Freiheit genießen.

Radtouren durch das Münsterland liegen in diesem Sommer voll im Trend. Hier wird direkt auf Abstand geachtet und die Maskenpflicht entfällt auch. Zudem bleibt man gesund und fit.

Radtouren durch das Münsterland liegen in diesem Sommer voll im Trend. Hier wird direkt auf Abstand geachtet und die Maskenpflicht entfällt auch. Zudem bleibt man gesund und fit. © muensterland.com

„Nicht nur die E-Bikes verkaufen sich in diesen Tagen sehr gut. Auch normale Fahrräder werden gerade von der jüngeren Generation gekauft“, sagt Bernhardt Kaute-Isfort, Geschäftsführer von Fahrrad Kestermann, „Jetzt fallen ja auch allerhand Veranstaltungen und der Urlaub aus. Und ein E-Bike brauchen die ja noch nicht.“

Dabei dürfen die Ahauser, die jetzt noch auf der Suche nach einem neuen Fahrrad sind, den Hiobsbotschaften von leeren Fahrradläden keinen Glauben schenken. Zwar liegen auch in Ahaus die Verkaufszahlen für die Sommerferien außergewöhnlich hoch, doch die Händler hier vor Ort haben während des Lockdowns Weitsicht und Optimismus bewiesen. „Wir haben auch während der Zwangspause Fahrräder bestellt und auch jetzt über 1700 Räder bei uns im Lager. Da ist für jeden mit Sicherheit was dabei“, so Gewers weiter. Und auch bei Zweirad Müller sind noch genügend Räder für jeden Anlass im Laden zu finden. Nur bei individuellen Sonderanfertigungen oder Spezialrädern müssen die Kunden mit einer verlängerten Wartezeit rechnen.

Mehr Kilometer, mehr Reparaturen

Und auch wer jetzt noch sein Rad auf Vordermann gebracht bekommen will, darf nicht erwarten, dass er auf die Reparatur einfach warten kann. „Wenn mehr Kilometer geradelt werden, fallen natürlich auch immer mehr Reparaturen an. Das größere Problem dabei ist, dass wir derzeit auch nicht immer so schnell an alle Ersatzteile rankommen“, erklärt Peter Müller. „Von einem auf den anderen Tag bekommen wir jetzt nicht mehr alle Ersatzteile“, bestätigt Bernhard Kaute Isfort. „Doch bisher haben wir noch alle Räder repariert bekommen.“

Doch nicht nur die geplatzten Urlaubsträume sind für die Ahauser Fahrradhändler ein Grund für den derzeitigen Boom. Auch viele Pendler sind in den vergangen Wochen auf das Fahrrad umgestiegen. Denn die Maskenpflicht bei Bus- und Bahnfahren, wie auch aufgelöste Fahrgemeinschaften haben viele Berufstätige dazu bewegt, jetzt aufs Fahrrad umzusatteln.

Radfahren im Münsterland

Durch das Münsterland führen über 4500 Kilometer ausgeschilderte Radwege. Dabei gibt es über 200 verschiedene Rundrouten mit dem Fahrrad zu eindrucksvollen Sehenswürdigkeiten, malerischen Ortskernen, ursprünglichen Landschaften oder Flüssen im Münsterland. Aber auch verschiedene Themenrouten, Bett & Bike Unterkünfte oder Radreisen machen das Münsterland für Radfahrer besonders interessant. Mehr Informationen unter: www.muensterland.com
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