In NRW könnten weitere Atom-Endlager dazu kommen. © picture alliance/dpa
Atommüll

Endlager-Suche Geteiltes Echo zur ersten Fachkonferenz Teilgebiete

Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung sieht die erste Onlinekonferenz zur Endlagersuche sehr positiv. Die Anti-Atom-Bewegung spricht vor allem von technischen Problemen.

Die erste Fachkonferenz Teilgebiete zur Suche nach einem Atommüll-Endlager ist komplett digital über die Bühne gegangen. Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) zieht ein positives Fazit: rund 1.600 angemeldete Teilnehmer, bis zu 1.000 Personen, die gleichzeitig digital mitgearbeitet haben, über zwanzig Arbeitsgruppen und das über drei Tage in unterschiedlichen digitalen Formaten. Der erste Beratungstermin habe Menschen aus ganz Deutschland über drei Tage zusammengebracht, um sich über den Zwischenbericht zur Suche nach einem Endlager-Standort auszutauschen.

Ergebnisse der Konferenz sind laut BASE: der Beschluss einer Geschäftsordnung. Auch soll der ursprünglich für April 2021 vorgemerkte zweite Beratungstermin auf Juni und der dritte Termin auf August verschoben werden. Wie diese Vorschläge umgesetzt werden können, werde das BASE mit der Arbeitsgruppe der Fachkonferenz und den an der Endlagersuche beteiligten Akteuren beraten.

Base: Onlineformat kann Präsenztermine nicht ersetzen

Laut BASE könne ein digitales Format traditionelle Präsenztermine nicht ersetzen. Die Ansprüche an eine moderne Beteiligung könnten so aber durchaus erfüllt werden. Mit der Konferenz seien bislang nicht praktizierte Wege digitaler Beratung und Öffnung von Diskussionsforen mit bis zu 200 Personen entwickelt worden. Das eröffne auch Möglichkeiten für die Zeit nach der Pandemie.

Ziel der Fachkonferenz ist die öffentliche Diskussion des Zwischenberichts, den die mit der Suche nach einem Endlagerstandort betraute Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) Ende September 2020 vorgestellt hatte. Die Teilnehmer haben dazu und zu weiteren Themen der Endlagersuche Hinweise und fachliche Kritik anbringen können. Die abschließenden Ergebnisse der Fachkonferenz hat die BGE bei ihrer weiteren Arbeit zu berücksichtigen.

Anti-Atom-Bewegung sieht „Erfolg“ der Konferenz deutlich kritischer

Deutlich kritischer sehen das Anti-Atom-Organisationen: Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation „Ausgestrahlt“: „Einerseits gab es in manchen Arbeitsgruppen eine fachliche Diskussion, die deutlich machte, dass das Vorgehen der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) schwere methodische Mängel hat.“

Stay weiter: Dass die BGE 54 Prozent des Bundesgebietes zum Teilgebiet erklärte, könne sogar dazu führen, dass am Ende die falschen Regionen für die Endlagerung ausgewählt werden. „Zudem wurde klar, dass der im September 2020 veröffentlichte Bericht der BGE nicht den gesetzlichen Vorgaben gerecht wird. Allerdings zeigte die Bundesgesellschaft wenig Problembewusstsein. Das ist heikel, da die BGE laut Gesetz alleine entscheiden kann, welche Hinweise aus der Konferenz sie aufnimmt und welche sie verwirft.“

Zum anderen habe das Online-Format dazu geführt, dass sich nur sehr wenige Menschen an Diskussionen beteiligen konnten. „Zweistündige Arbeitsgruppen mit bis zu 200 Personen, in denen zuerst viel Zeit dabei verloren wird, technische Schwierigkeiten zu beheben, gefolgt von langen Referaten, ließen kaum noch Zeit für eine lösungsorientierte Debatte“, erklärt er. So seien Probleme und Mängel des Verfahrens bestenfalls angerissen worden.

BI aus Ahaus spricht vor allem von technischen Problemen

Auch Felix Ruwe, Sprecher der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ spricht von technischen Problemen während der Online-Konferenz. „Mitmachen war nur sehr eingeschränkt möglich“, erklärt er. Auch wenn es streckenweise gute Vorträge gegeben habe. Insgesamt fehlt es ihm an Transparenz und einer klaren Perspektive, wie es weitergehen soll.

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Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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Stephan Rape

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