Eine rote Rose für jede gesparte Blutkonserve

Klinikum Westmünsterland

Am Klinikum Westmünsterland konnte die Fremdblutgabe um 20 Prozent reduziert werden. Am Tag der Patientensicherheit gab es für Patienten und Mitarbeiter für jeden gesparten Liter eine Rose.

17.09.2019, 19:15 Uhr / Lesedauer: 1 min
Eine rote Rose für jede gesparte Blutkonserve

Chefarzt Dr. Harald Ungruh verteilte im Ahauser Krankenhaus rote Rosen an Patienten und Mitarbeiter. © Markus Gehring

Bei medizinischen Notfällen, Unfällen oder schweren Operationen sind Bluttransfusionen unersetzlich und retten Menschenleben. Jede Bluttransfusion ist für den Körper aber auch vergleichbar mit einer „Mini-Transplantation“ und birgt damit Risiken.

Im Rahmen des sogenannten „Patient Blood Management“ ist es dem Klinikum Westmünsterland gelungen, mehr als 20 Prozent an Blutkonserven einzusparen – das entspricht über 1.200 Blutkonserven pro Jahr. Für jede eingesparte Blutkonserve wurde am Dienstag, dem internationalen Tag der Patientensicherheit, bei einer kreisweiten Aktion an den Klinikstandorten des Klinikums Westmünsterland eine rote Rose an die Patienten und Mitarbeiter verteilt.

Ziel mehr als erreicht

„Als wir gestartet sind, hatten wir uns das ehrgeizige Ziel gesetzt, jährlich rund 1000 Blutkonserven einzusparen“, erläutert Chefarzt Dr. Olaf Baumhove, Projektleiter des Patient Blood Managements im Klinikum Westmünsterland. „Dass wir dieses Ziel nicht nur erreicht, sondern sogar deutlich übertroffen haben, macht uns schon sehr stolz. “

Die Mitarbeiter hatten durch verschiedene Maßnahmen wie die Behandlung von Blutarmut vor einer Operation, besonders blutsparende Operationstechniken, das Sammeln, Aufarbeiten und Zurückgeben von Wundblut während einer Operation sowie die Reduzierung der Blutmengen bei Blutabnahmen für Laboranalysen dazu beigetragen, dass auf mehr als jede fünfte Fremdblutgabe verzichtet werden konnte.

Krankenhaussterblichkeit kann zurückgehen

Welche positiven Auswirkungen in Sachen Patientensicherheit die Maßnahmen haben könnten, zeigt eine im Februar 2017 veröffentlichte Untersuchung über die Ergebnisse eines solchen Programms in Australien. Nachdem in sechs Jahren mehr als 600.000 Patienten nach den neuen Richtlinien behandelt worden waren, zeigte sich ein Rückgang der Krankenhaussterblichkeit um 28 Prozent. Es gab 21 Prozent weniger Krankenhausinfektionen, 31 Prozent weniger Herzinfarkte und Schlaganfälle.

„Blut ist die kostbarste Flüssigkeit der Welt“, erklärt Dr. Olaf Baumhove, „angesichts des möglichen Risikos durch eine überflüssige Gabe von Blut sollte es als Medikament mit klarer Indikation und relevantem Nebenwirkungsspektrum gesehen werden“. Richtig eingesetzt, sei Spenderblut aber nach wie vor ein unverzichtbares Hilfsmittel mit Lebensretterqualität, so der Projektleiter.

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