Eine Ahauser Gruppe lebt Klimaschutz und Nachhaltigkeit vor Ort

dzTransition Ahaus

Transition Ahaus widmet sich seit drei Jahren dem Übergang zum nachhaltigerem Leben hier vor Ort. Die Gruppe informiert zu Wildbienen im öffentlichen Raum und zum nachhaltigen Konsum.

14.10.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bei all den Dingen, die Menschen mit der Erde treiben, wissen viele gar nicht, wo ein besserer Umgang beginnen könnte. Für die Transitiontown-Gruppe Ahaus ist die Antwort einfach: „Hier und jetzt.“

Transition Ahaus existiert seit drei Jahren als VHS-Kurs unter der Leitung von Friederike Sanne-Groppe. Rund zehn Mitglieder sind meist dabei. Im ersten Jahr haben sie sich informiert, wie es um das nachhaltige Wirtschaften im Umkreis bestellt ist.

Besuch bei Ecocentrum Emma in Enschede

Sie haben das Ecocentrum Emma in Enschede besucht, wo ökologische Anbieter, wie eine Gärtnerei, ein Bioladen und ein Indisches Restaurant sich zentrumsnah zusammengefunden haben. Sie ließen sich erklären, wie der Kunststoffverwerter Eing mit Unterdruck im Gebäude vermeidet, dass Plastikmüll beim Recyclingprozess in die Umgebung entweicht.

Nach dem damaligen Besuch bei der Gruppe „Essbares Borken“ freut sich Sanne-Groppe nun: „Die haben inzwischen ein Permakultur-Hof gegründet und verkaufen Gemüsekisten.“ Auch für Transitiontown Ahaus hat sich einiges getan. Manches etwas schwerfälliger, manches recht geschwind. In Stadtlohn und Ahaus sind Repair Cafés entstanden, die eng mit der Gruppe verbunden sind.

Informationen zum nachhaltigen Konsum, die sie für sich zusammengetragen haben, flossen bald in Flyer für die Öffentlichkeit, so über nachhaltiges Schenken zu Weihnachten. Dort findet man unter anderem Adressen nachhaltiger Anbieter und Buchtipps für Gärtner und Weltverbesserer.

Samenbeutel aus dem eigenen Garten

Zum Ostermarkt in diesem Jahr passten dann weitere Informationen zum nachhaltigen Konsum und zum bienenfreundlichen Gärtnern. Dazu hatte die Gruppe eigene Samenbeutel erstellt - aus dem eigenen Garten und auf hiesigen Wiesen gesammelt.

Als sie vom Plan der Ahauser Bürgermeisterin hörten, einen Runden Tisch zum Klimaschutz zusammenzurufen, hat sich die Gruppe per Brief zum Mitmachen gemeldet und wartet nun gespannt auf eine Antwort.

Eine Transition im eigenen Garten und im eigenen Konsum ist möglich, das glaubt man der Gruppe gern. Im öffentlichen Raum ist der Wandel auch möglich - etwas langsamer aber. Sanne-Groppe und Johanna Schmitz beschreiben, wie die Gruppe auf die kleine Wildbienenwiese auf dem VHS-Gelände drängte und was dann passierte.

Wildbienenwiese auf dem VHS-Gelände

Der Architekt des Kulturquadrats hatte bei der Planung für die Freiflächen grünen, gemähten Rasen vorgesehen – höhere blühende Pflanzen eben nicht. Erst ein Besuch des VHS-Leiters bei der Bürgermeisterin brachte die Sache voran. Der Bauhof legte eine kleine Umzäunung an und sähte dann die Blühmischung, die die Stadt auch den Bürger weitergab.

Im Übergang vom Musikschul-Innenhof zum Sträßchen Windmühlentor blühen in dieser Jahreszeit noch Sonnenblumen, Lichtnelken, Schafgarben und Roter Lein auf ein paar Quadratmetern. Bald wird die Wiese wieder weichen müssen, weil hier ein überdachter Fahrradständer geplant ist.

Die Transition Bewegung

Transition ist der „Wandel zu einer lebensbejahenden, nachhaltigen und gerechten Gesellschaft“. So beschreibt es die gleichnamige internationale Bewegung. Örtlichen Gruppen greifen diesen Wandel vor Ort an und folgen damit dem Motto des Gründers Rob Hopkins „Einfach. Jetzt. Machen!“ Website der Deutschsprachige Transition-Initiativen
Transition Ahaus besteht seit drei Jahren in Form eine VHS-Kurses unter der Leitung der Kräutepädagogin Friederike Sanne-Groppe. Sie arbeiten unter anderem zu Blühstreifen, abfallfreiem Wirtschaften und Vermeidung von Plastikmüll. Neue Mitglieder sind willkommen. Die nächsten Kurstermine sind am 8. November und 13. Dezember jeweils um 18 Uhr in der Volkhochschule.
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