Einblicke in den Corona-Alttag: Wenn Frauen-Power im Park aufräumt

Coronavirus

Die Aussicht aus dem Fenster im Arbeitszimmer sorgt in Zeiten der Corona-Krise bei Redakteur Till Goerke für echte Abwechslung. Wenn dann noch Frauen-Power ins Spiel kommt, wird es spannend.

Ahaus

, 05.05.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Männer im Park hatten die Rechnung ohne die Frauen-Power gemacht.

Die Männer im Park hatten die Rechnung ohne die Frauen-Power gemacht. (+++Symbolbild+++) © picture alliance / dpa

Irgendwie ist das schon faszinierend. Die Corona-Pandemie hat praktisch alle Mitarbeiter unserer Redaktion in das Homeoffice verbannt. Jeden Tag der gleiche Ablauf. Jeden Tag der selbe Ausblick in den Park gegenüber. Zumindest bei mir. Vor die Tür gehen? Derzeit etwas mit Seltenheitswert. Da sollte man doch meinen, dass die Sache schnell langweilig wird. Aber von wegen. Das zeigte das jüngste Spektakel im besagten Park.

Das Schöne: Ich durfte praktisch auf einem Logenplatz in meinem Arbeitszimmer live dabei sein. Und glauben Sie mir, die Nummer hatte schon echt etwas.

Wie eine Familie sah das nicht aus

Dienstagnachmittag (5. Mai). Die Uhr zeigt 14 Uhr an. Vier ältere Herren lassen sich gegenüber im Park auf einer Parkbank nieder. Moment mal. Da gibt es doch eine Corona-Schutzverordnung. Wie eine Familie sah das jeden Fall nicht aus. Damit war die Geschichte im öffentlichen Raum verboten. Und wie es der Zufall so wollte, stapften gut 20 Minuten später zwei Mitarbeiter des Ordnungsamtes durch den Park.

Natürlich war auch ihnen diese Ansammlung ein Dorn im Auge. Es folgte eine gut fünf minütige Debatte zwischen den insgesamt sechs Männern. Dann standen die vier Kerle von der Bank auf und schlenderten hinfort. Selbiges taten die Mitarbeiter des Ordnungsamtes. Allerdings in eine andere Richtung.

Frauen-Power sorgt für Ordnung im Park

Warum ich das hervorhebe? Weil die vier Typen keine zehn Minuten später wieder da waren. Wahrscheinlich sind sie nur bis zur nächsten blickdichten Hecke gelaufen. So oder so: Das war schon frech. Oder dreist. Oder beides. Jedenfalls ließen sich die Männer wieder auf der Bank nieder.

Doch sie hatten die Rechnung ohne die nahende Frauen-Power gemacht. Denn knapp 45 Minuten später kamen zwei Polizistinnen in den Park. Keine Ahnung, ob diese jemand verständigt hatte. Jedenfalls kamen diese nicht über den Weg, sondern steuerten aus dem Gebüsch von hinten auf die Männer zu. Und dann folgte ein kurzer Prozess.

Die Ansage war nicht leise

Ich habe durch das geöffnete Fenster zwar nicht verstanden, welche Worte gefallen sind, aber leise war die Ansage nicht. Dann erhoben sich die Männer und wurden von den Damen aus dem Park eskortiert. Wohin? Das weiß ich nicht. Offenkundig weit weg. Denn wieder kamen sie dieses Mal nicht mehr.

Tja, das hat doch was. Ansagen von Frauen wirken also offenkundig gut. Ein ganz bisschen hat mich an zu Hause erinnert. Denn wer widerspricht schon gerne der Ansagen einer Frau? Haben sich die vier Männer wohl auch gedacht. Herrlich.

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