Einblicke in den Corona-Alltag: Wenn die Doppelkopfrunde verzweifelt

Coronavirus

Die Corona-Krise zerstört auch lieb gewonnene Freizeitaktivitäten. Da muss man kreativ werden, findet unsere Redakteurin und hat mit der Doppelkopfrunde eine ernsthafte Krise überwunden.

Ahaus

, 19.05.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Boulespielen wird zum neuen Hobby.

Boulespielen wird zum neuen Hobby. © dpa

Der Freitag ist fest verplant. Seit Jahren, man kann schon von Jahrzehnten sprechen, treffen wir uns in der Doppelkopfrunde. Mal sind wir vier Spieler, mal sechs oder acht und in besten Zeiten konnten mit zwölf Spielern schon mal drei Runden aufgemacht werden.

Das war ein perfekter und entspannender Start in das Wochenende. Die Male, dass die Doko-Runde ausfiel, sind überschaubar. Doch die Coronakrise hat uns aus der Bahn geworfen. Der Freitagabend – ein leerer Raum. Freitag für Freitag saßen wir zu Hause, telefonierten manchmal mit einigen anderen. Trostlos.

Die verrücktesten Ideen wurden erwogen und verworfen. Auch ein Spiel per App gehörte dazu. Doch uns geht es ja nicht nur um das Kartenkloppen, sondern um Kommunikation und das Miteinander. Und natürlich ist auch immer ein Glas Wein im Spiel.

Im Stuhlkreis macht es keinen Spaß

Als das Wetter gut wurde, hat eine Freundin in ihren Garten eingeladen. Stühle für Singles und Bänke für Paare waren im großen Kreis im mit dem Metermaß bestimmten Abstand aufgestellt. An Kartenspiel war da natürlich nicht zu denken. Und ein wenig skurril war es auch. Mich hat es an einen Stuhlkreis erinnert, den ich spätestens mit Ende der Schulzeit hinter mich zu lassen geglaubt hatte.

Doch dann kam einer unserer Doppelkopfspieler kürzlich per Zufall an Boulebahnen vorbei und damit auf eine zündende Idee. Die ersten Partien haben wir zu viert gespielt, statt über fehlendes Kartenglück über den unebenen Boden geklagt, über die Woche gesprochen und viel gelacht. Boule statt Doppelkopf, das ist jetzt unser Plan für die warmen Monate. Mal werden wir zu viert sein, mal werden wir uns zu acht auf den Plätzen verteilen. Der Freitagabend ist gerettet.