Einblicke in den Corona-Alltag: Reizüberflutung im alten Leben

Coronavirus

Nach sechseinhalb Wochen im Homeoffice ist Redakteurin Victoria Garwer für zwei Tage in die Redaktion zurückgekehrt. Das sorgt durchaus für gemischte Gefühle.

Ahaus

, 24.04.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nach sechseinhalb Wochen im Homeoffice ist Redakteurin Victoria Garwer an ihren Schreibtisch in der Redaktion zurückgekehrt.

Nach sechseinhalb Wochen im Homeoffice ist Redakteurin Victoria Garwer an ihren Schreibtisch in der Redaktion zurückgekehrt. © Victoria Garwer

Frühstück auf dem Balkon und dann noch schnell die Spülmaschine ausräumen, während der Laptop auf dem Esszimmertisch hochfährt. In den vergangenen Wochen habe ich im Homeoffice so meine Routinen entwickelt.

Nun aber war für zwei Tage wieder alles anders. Ich habe als Vertretung den Job unseres Innendienstes übernommen und habe wieder ganz normal in der Redaktion an meinem Schreibtisch gearbeitet.

Also kein Frühstück auf dem Balkon, sondern ab ins Auto. Kurz genieße ich diese Normalität, die Sonnenbrille auf meiner Nase, die Musik aus dem Radio, das Motorengeräusch und die leeren Straßen. Ganz neue Eindrücke nach so vielen Wochen zu Hause.

Endlich wieder ein normaler Arbeits-Alltag

In der Redaktion freue ich mich, dass mich mal jemand, der nicht mein Mann ist, fragt, wie es mir geht. Eine andere Stimme zu hören, andere Dinge zu sehen und andere Gespräche zu führen – toll. Und dass auf dem Platz vor dem Fenster ein junger Mann in verschiedensten Posen versucht, ein Selfie zu machen, ist deutlich unterhaltsamer als der Vogel auf dem Dach vor meinem Fenster zu Hause.

Endlich wieder zwei Bildschirme, endlich wieder ein richtiges Telefon, endlich wieder uneingeschränkter und unkomplizierter Zugang zu allen Systemen!

Lärm und blinkende Bildschirme sind anstrengend

Doch nach ein paar Stunden fühlt sich all das auf einmal wahnsinnig anstrengend an. Reizüberflutung – das ist wohl das richtige Wort dafür. Zu Hause habe ich manchmal stundenlang nichts anderes gehört als das leise Summen des Kühlschranks, den Rasenmäher in Nachbars Garten oder das Ticken der Wanduhr.

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In der Redaktion klingelt ständig irgendwo ein Telefon, die Kollegen unterhalten sich, draußen wuseln Menschen herum, auf den großen Bildschirmen an der Wand blinkt und bewegt sich dauernd was.

Nach den sechseinhalb Wochen Isolation ist das echt viel auf einmal. Und das, obwohl nur vier statt sonst vierzehn Personen in der Redaktion sind und mich das Arbeiten im Großraumbüro nie gestört hat. Aber nach den zwei Tagen in der Redaktion tat die Ruhe zu Hause wieder richtig gut. Man kann sich eben an alles gewöhnen.