Einblicke in den Corona-Alltag: Kommunion kann kommen

Coronavirus-Kolumne

Die Feier der Erstkommunion stellt die Kirchengemeinden und die Familien wegen der Corona-Beschränkungen vor Herausforderungen. Da gilt es, aus der Not eine Tugend zu machen.

Ahaus

, 09.06.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ein beliebtes Geschenk mit christlicher Bedeutung ist ein Kommunionkreuz an einer Kette.

Ein beliebtes Geschenk mit christlicher Bedeutung ist ein Kommunionkreuz an einer Kette. © picture alliance/dpa

Können Sie sich noch an Ihre Erstkommunion erinnern? Kommjon, wie der Westfale sagt, das ist ein Hochtag, nicht nur im kirchlichen Sinne. Da gibt’s auch Geschenke noch und nöcher. Vorausgesetzt, man verfügt über reichlich Verwandtschaft, sprich zahlungskräftige Onkel und Tanten.

Hat sich eigentlich bei der Grundausstattung an Geschenken zur Kommunion seit den 70er-Jahren etwas geändert? Was mir vor allem in Erinnerung geblieben ist: eine Uhr, ein Gebetbuch und Briefpapier. Verschenkt heutzutage überhaupt noch jemand Briefpapier? Ach ja, Katzenzungen gab es auch, die aus Schokolade. Lecker.

Zeit für das Wesentliche

Heute, in Zeiten von Corona, fällt alles ein bisschen kleiner aus – was nicht schlecht sein muss. So bleibt in der Familie mehr Zeit, sich auf das Wesentliche zu besinnen. Doch trotzdem laufen die Planungen für die Erstkommunion unseres neunjährigen Sohnes weiter. Der ursprünglich für Mai vorgesehene Termin wurde in den Juni verschoben. Zum Glück nicht ins nächste Jahr, da wäre sonst ein neuer Anzug für den Filius fällig geworden.

Alles genau geregelt

Eine Seite voll mit Handlungsanweisungen haben wir von unserer Kirchengemeinde zur Erstkommunion unseres Sohnes bekommen. Die Anzahl der Gottesdienstbesucher ist begrenzt. Die Namen und Adressen der Mitfeiernden werden notiert. Ordner weisen in den Kirchenbänken die Plätze zu, natürlich müssen die Abstände eingehalten werden, es darf nicht gesungen werden und die Hostie gibt es auf einer Serviette.

Noch viele weitere Punkte könnte ich aufzählen, die die Kirchengemeinde bei der Gestaltung der Erstkommunionfeier beachten muss.

Wir hingegen haben es deutlich einfacher – auch wenn Corona im Hintergrund immer noch die Fäden zieht. Zwar fällt eine große, gemeinsame Feier mit Verwandten und Nachbarn in diesem Jahr aus. Aber wir machen aus der Not einfach eine Tugend und feiern dafür zweimal. Einmal im engsten Familienkreis – und kurz vor dem Beginn der Sommerferien mit den besten Freunden.